Qualitätsanforderungen in Stelleninseraten - besonderer Fokus auf Migration

März 2016 / Jeremias Amstutz, Barbara Beringer, Sarah Madörin, Thomas Redmann, Peter Zängl

Dritter Monitor des Stellenmarktes im Sozialwesen der Schweiz

Im Rahmen des Monitoring-Projekts des Vereins sozialinfo.ch und der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW werden Stellenangebote im Sozial- wesen der Schweiz systematisch ausgewertet. Die ersten beiden Monitoringberichte sind in der April- und Oktoberausgabe des letzten Jahres in SozialAktuell erschienen. Der dritte Bericht berücksichtigt einen dreijährigen Zeitraum und gibt einen Überblick über die Entwicklungen der Stelleninserate und die Qualifikationsanforderungen in ausgewählten Arbeitsfeldern der Sozialen Arbeit. Er richtet seinen Fokus – passend zum Heftthema «Flüchtlinge» – auf das Arbeitsfeld Migration.

Generelle Entwicklung der Stelleninserate

Im Jahr 2015 wurden insgesamt 6030 Stellen auf sozialinfo.ch ausgeschrieben. Wie in den Vorjahren 2013 und 2014 wurden die meisten Stelleninserate (nach Angabe der ausschreibenden Organisationen) für die Arbeitsfelder Behindertenarbeit, Erziehung/Bildung, Jugendarbeit und Sozialhilfe aufgegeben. Zwischen dem ersten und dem zweiten Halbjahr gab es in allen drei Jahren relativ starke Schwankungen bei der Gesamtzahl aller veröffentlichter Stelleninserate – so auch in diesen vier Arbeitsfeldern: Im ersten Halbjahr wurden jeweils mehr Stelleninserate veröffentlicht als im zweiten.

Eine Besonderheit stellt das Arbeitsfeld Migration dar: Während die Anzahl Stelleninserate in den Jahren 2013 (212 Stellen) und 2014 (225 Stellen) relativ konstant war, ist im Jahr 2015 ein klarer Anstieg zu verzeichnen. Insgesamt 366 Stellen wurden letztes Jahr im Arbeitsfeld Migration ausgeschrieben. Am stärksten stieg die An- zahl Inserate im Arbeitsfeld Migration in den Kantonen Bern, Luzern, St. Gallen, Schwyz und Zürich an, wo sie sich seit 2013 mehr als verdoppelte. Im Jahr 2015 wurde das Arbeitsfeld Migration in den Inseraten am häufigsten in Kombination mit den Arbeitsfeldern Sozialhilfe (86), Jugendarbeit (84), Arbeitsintegration (67), Erziehung/Bildung (65) und Berufliche Integrationsmassnahmen (52) genannt.

Qualifikation

Nachdem in den ersten zwei Monitoringberichten die höchste geforderte Qualifikation betrachtet wurde, richtet sich diesmal der Blick auf die tiefste Qualifikation, die von den Stellenbewerberinnen und -bewerbern verlangt wurde. Für das Jahr 2015 lassen sich bezüglich dieser Mindestanforderungen (Bildungsabschlüsse) je nach Arbeitsfeld grosse Unterschiede ausmachen: So richteten sich in der Behindertenarbeit die meisten Stelleninserate an Personen, die mindestens eine berufliche Grundbildung besitzen. Für Stellen in der Erziehung/Bildung und in der Jugendarbeit wurde oft eine höhere Berufsbildung gefordert. Die ausgeschriebenen Stellen der Sozialhilfe verlangten überdurchschnittlich oft einen Hochschulabschluss. Relativ ausgeglichen waren die Qualifikationsanforderungen hingegen in den Stelleninseraten des Arbeitsfelds Migration. Insgesamt waren die Mindestanforderungen in Bezug auf Bildungsabschlüsse in der Sozialhilfe somit höher als in den anderen vier Arbeitsfeldern.

Datenquelle und Grafiken: sozialinfo.ch/FHNW


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