Analyse des Stellenmarktes mit Schwerpunkt auf das Arbeitsfeld Kinder und Jugendliche

Oktober 2016 / Jeremias Amstutz, Barbara Beringer, Sarah Madörin, Thomas Redmann, Peter Zängl

Vierter Monitor des Stellenmarktes im Sozialwesen der Schweiz. Monitorzeitraum Januar 2011 bis Juni 2016

Im Rahmen des Monitoring-Projekts des Vereins sozialinfo.ch und der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW werden Stellenangebote im Sozialwesen der Schweiz systematisch und kontinuierlich ausgewertet.1 Der vierte Monitor betrachtet erstmals einen Zeitraum von fünfeinhalb Jahren. Nach einem kurzen Überblick über die allgemeine Entwicklung der Stelleninserate im Sozial- wesen richtet sich der Fokus dieses Berichts auf den Bereich Kinder und Jugendliche.

Im Zeitraum von Januar 2011 bis Juni 2016 wurden auf der Stellenplattform von sozialinfo.ch insgesamt 30 461 Stellenangebote publiziert. Die in den Inseraten am häufigsten vertretenen Arbeitsfelder beziehen sich auf die Arbeit mit beeinträchtigten Menschen, auf Erziehung/Bildung, Jugendarbeit und Sozialhilfe.

Der im letzten Monitor festgestellte An- stieg der Stellenangebote im Arbeitsfeld Migration bestätigt sich auch für das erste Halbjahr 2016. Die Anzahl ausgeschriebener Stellen stieg im Vergleich zum ersten Halbjahr 2015 um weitere 33 Prozent von 174 auf 231 an. Eine Zunahme von Stellenanzeigen in einem Arbeitsfeld deutet je- doch nicht zwangsläufig auf einen Anstieg der Stellenzahl, sondern möglicherweise auf eine erhöhte Fluktuation des Personals hin. Zudem können einzelne Stellen mehrmals ausgeschrieben werden.

Stelleninserate im Bereich Kinder und Jugendliche

Insgesamt wurden zwischen Januar und Juni 2016 1367 Stellen im Bereich Kinder und Jugendliche auf dem Stellenportal von sozialinfo.ch ausgeschrieben. Der Bereich Kinder und Jugendliche bezieht sich im Monitor auf die vier Arbeitsfelder Erziehung/Bildung, Jugendarbeit, Schulsozialarbeit und Kindes- und Erwachsenenschutz (KES). Es ist davon auszugehen, dass gerade bei Ausschreibungen des Kindes- und Erwachsenenschutzes auch Stellen im Erwachsenenbereich enthalten sind. Trotzdem lässt sich  aus der folgenden Grafik deuten, dass in den letzten fünf Jahren insgesamt ein  Anstieg  der ausgeschriebenen Stellen im Bereich Kinder und Jugendliche zu verzeichnen war. Nur im Arbeitsfeld der Schulsozialarbeit ist momentan keine  Zunahme der Stellenausschreibungen zu beobachten. Dies könnte einerseits darauf zurückzuführen sein, dass in diesem Arbeitsfeld weniger neue Stellen geschaffen wurden als in den anderen drei Arbeitsfeldern, andererseits könnte es auf eine geringere Fluktuation des Personals hindeuten.

Qualifikation

In der Schulsozialarbeit und im KES wurden im ersten Halbjahr 2016 mehrheitlich Personen mit einem Hochschulabschluss gesucht, gefolgt von jenen mit einer höheren Berufsbildung. Nur etwa 10 Prozent der Stellen in diesen zwei Arbeitsfeldern erwarteten lediglich eine berufliche Grundbildung. In den Arbeitsfeldern Erziehung/Bildung und Jugendarbeit wurde in den meisten Stellenanzeigen eine höhere Berufsbildung als Mindestanforderung genannt, am zweithäufigsten eine berufliche Grundbildung. Im Gegensatz zur Schulsozialarbeit und zum KES wurde von den Stellenbewerberinnen und Stellenbewerbern in der Erziehung/Bildung und Jugendarbeit eher selten ein Hochschulabschluss erwartet. Somit waren die Mindestanforderungen in Bezug auf Bildungsabschlüsse in der Schulsozialarbeit und im KES höher als in den anderen zwei Arbeitsfeldern.

Arbeitspensum

Bei allen vier Arbeitsfeldern im Bereich Kinder und Jugendliche waren die wenigsten Stellen als Vollzeitstellen ausgeschrieben. Die meisten ermöglichten ein durchschnittliches Teilzeitpensum von über 50 Stellenprozent. Während Pensen von 50 und weniger Stellenprozent bei der KES lediglich in 10 Prozent aller Inserate zu finden waren, machten diese in den Arbeitsfeldern Erziehung/Bildung und Jugendarbeit fast einen Viertel aller Stellen aus. Bei der Schulsozialarbeit boten sogar 40 Prozent der Inserate ein solches Pensum an.

1 Für die ersten drei Monitorberichte vgl. Sozial­ Aktuell 04/2015, 10/2015 und 03/2016.

Datenquelle und Grafiken: sozialinfo.ch/FHNW


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