Career 2 Social Work – ein Brückenbauer zwischen Praxis und Fachhochschulen

Januar 2020 / Evelyne Thönnissen Chase und Agnès Földhazi

Im Pilotprojekt „Career 2 Social Work“ geht es um eine partizipative und konstruktive Zusammenarbeit zwischen Praxisorganisationen und Mitarbeitenden der Fachhochschulen. Profitieren können beide Seiten.

Mitarbeitende der Fachhochschulen sind an der Schnittstelle von Wissenschaft und Praxis tätig. Der vierfache Leistungsauftrag der Fachhochschulen beinhaltet Forschung, Lehre, Weiterbildung und Dienstleistungen. Das Projekt „Career 2 Social Work“ (C2SW) hat zum Ziel, die Qualifizierung des akademischen Nachwuchses für diese Aufgaben und somit das spezifische Profil der Fachhochschulen zu schärfen.

C2SW setzt sich aus fünf Bausteinen zusammen. Als Herzstück gelten die Immersionen in der Praxis: Mitarbeitende der Fachhochschulen erhalten die Gelegenheit, parallel zu ihrer Anstellung an der Fachhochschule während einem gewissen Zeitraum ganz konkret in einer Praxisorganisation mitzuwirken. Der Fokus der Immersionserfahrung liegt bei der Stärkung des doppelten Kompetenzprofils der Programmteilnehmenden: dabei geht es darum, Soziale Arbeit sowohl aus der Perspektive der Praxis wie auch der Wissenschaft zu erleben und Synergien zwischen den Bezugssystemen herzustellen. Die weiteren Bausteine sind Coaching-Angebote, nationale Seminare, Programmevaluation sowie die langfristige Institutionalisierung des Programms an den beteiligten Fachhochschulen.

PROJEKTLEITUNG

 Evelyne Thönnissen Chase, evelyne.thoennissen@hevs.ch

Agnès Földhazi, agnes.foldhazi@hesge.ch

Seminar von C2SW - Zwischenbilanz

Im November 2019 wurde im Rahmen eines nationalen Seminars Zwischenbilanz gezogen. Diese erfolgte vor dem Hintergrund der gesammelten Erfahrungen aus Perspektive der Programmteilnehmenden, Praxisorganisationen, Vorgesetzten und Direktor*innen der beteiligten Hochschulen. Eine erste Zwischenevaluation, welche im Jahre 2019 durchgeführt worden ist, fällt sehr positiv aus. Alle befragten Akteure erachten das Programm als einen Gewinn und stellen fest, dass insgesamt ein "hohes Commitment" sichtbar ist. "Es ist gut gelungen, die Praxispartner von Beginn weg einzubinden und sie für die Kooperation zu motivieren. Sie nehmen die Immersionen als Win-win-Situation wahr, schätzen die 'partizipative, konstruktive' Zusammenarbeit mit den Fachhochschulen und berichten ausschliesslich von guten Erfahrungen bei der Umsetzung der Immersionen" (Gabriel & Sibold, 2019). Das Management Summary der Zwischenevaluation ist auf der Webseite von C2SW in drei Sprachen einzusehen.

Das Seminar im November 2019 hat neben dem Fokus auf aktuelle "Good Practice" des Programms auch nach dessen Mehrwert sowie nach den Transfermöglichkeiten an den Fachhochschulen gefragt. Auf Seiten der Praxis wird ein klarer Mehrwert dieses Programms in der Annäherung zwischen Praxis und Fachhochschulen hinsichtlich der Bearbeitung konkreter Herausforderungen und neuer Fragestellungen gesehen. Die nationale Reichweite des Programms C2SW fördert darüber hinaus die Wahrnehmung, Thematisierung und Konkretisierung des doppelten Kompetenzprofils. So sollen Immersionsmöglichkeiten in der Praxis auch nach dem Ende der Pilotphase von C2SW ermöglicht werden, um einereits eine Kultur des doppelten Kompetenzprofil an den Fachhochschulen zu etablieren und andererseits den institutionenübergreifenden Dialog weiter zu institutionalisieren.


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