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Seminarreihe: Sexualität und Behinderung am ISP Zürich

Thema:
Spezialwissen
Abschluss:
Andere

Seminarreihe Sexualität und Behinderung

Professionelle Begleitung in Institutionen

Sexualität gehört zum Menschsein – auch dann, wenn Menschen im Alltag Unterstützung brauchen. Für Fachpersonen und Institutionen entstehen dabei oft anspruchsvolle Fragen: Wie kann Selbstbestimmung ermöglicht werden, ohne den Schutz aus dem Blick zu verlieren? Wie sprechen wir verständlich und professionell über Sexualität? Was braucht ein Team, um bei Beziehungswünschen, Nähe, Grenzen, Scham oder Unsicherheiten handlungsfähig zu bleiben?

Die 6-tägige Seminarreihe «Sexualität und Behinderung» vermittelt Grundlagen, Haltung und konkrete Methoden für die professionelle Begleitung von Menschen mit kognitiver, mehrfacher oder psychischer Behinderung. Im Zentrum steht die Frage, wie sexuelle Gesundheit, Autonomie und Schutz im institutionellen Alltag fachlich fundiert umgesetzt werden können.

Zielgruppe

Die Seminarreihe richtet sich an Fachpersonen, die Menschen mit Behinderung begleiten, betreuen, fördern oder beraten, insbesondere an:

Fachpersonen Betreuung, Sozialpädagoginnen, agogische Mitarbeitende, Pflegefachpersonen, Heilpädagoginnen, Psychologinnen, Therapeutinnen sowie Mitarbeitende aus Wohnheimen, Tagesstrukturen, Werkstätten, Schulen und weiteren Institutionen der Behindertenhilfe.

Die Weiterbildung eignet sich auch für Teamleitungen, Institutionsleitungen und Fachverantwortliche, die eine gemeinsame professionelle Haltung im Umgang mit Sexualität entwickeln oder stärken möchten.

Inhaltliche Schwerpunkte

Die Seminarreihe verbindet theoretische Grundlagen mit Praxisbezug, Reflexion und konkreten Handlungsmöglichkeiten für den Berufsalltag.

Themen sind unter anderem:

  • sexuelle Entwicklung und sexuelle Gesundheit bei Menschen mit Behinderung

  • professionelle Haltung, eigene Werte und Grenzen

  • Kommunikation über Sexualität, auch in Leichter Sprache und mit unterstützter Kommunikation

  • Umgang mit Nähe, Intimität, Partnerschaft und Beziehungswünschen

  • Selbstbefriedigung, Körperwissen, Lust und sexuelle Autonomie

  • Schutz vor Grenzverletzungen und sexualisierter Gewalt

  • rechtliche Rahmenbedingungen, Einwilligungsfähigkeit und institutionelle Verantwortung

  • Zusammenarbeit mit Angehörigen, gesetzlichen Vertretungen und interdisziplinären Teams

  • Fallbesprechungen und Transfer in den eigenen Arbeitskontext

Ziele der Seminarreihe

Die Teilnehmenden erwerben fachliches Wissen und mehr Handlungssicherheit im Umgang mit Sexualität im institutionellen Kontext. Sie lernen, sexuelle Bedürfnisse und Grenzen professionell einzuordnen, Gespräche über Sexualität respektvoll zu führen und Menschen mit Behinderung in ihrer sexuellen Selbstbestimmung zu begleiten.

Gleichzeitig stärkt die Weiterbildung die Fähigkeit, Risiken zu erkennen, Schutzkonzepte mitzudenken und im Team eine gemeinsame Sprache und Orientierung zu entwickeln.

Nutzen für Institutionen

Institutionen profitieren von Mitarbeitenden, die im Umgang mit Sexualität nicht aus Unsicherheit, Abwehr oder Überforderung reagieren, sondern fachlich, reflektiert und klar handeln können.

Die Seminarreihe unterstützt Teams und Organisationen dabei, eine professionelle Handlungskultur zu entwickeln: eine Kultur, die Selbstbestimmung ernst nimmt, Schutz gewährleistet und Mitarbeitenden konkrete Orientierung im Alltag gibt.

Durchführung

Die Seminarreihe umfasst 6 Seminartage und findet berufsbegleitend jeweils dienstags in Zürich statt.

Start: 1. September 2026
Ort: ISP Zürich, Grossmünsterplatz 6, 8001 Zürich
Kosten: CHF 2’000.– für die gesamte Seminarreihe
Einzeltage: CHF 380.–, sofern freie Plätze verfügbar

Abschluss

Nach erfolgreicher Teilnahme erhalten die Teilnehmenden das ISP-Zertifikat «Professionelle Begleitung von Sexualität bei Menschen mit Behinderung».

Das Zertifikat bestätigt die erworbenen Kompetenzen im professionellen Umgang mit Sexualität, Selbstbestimmung, Schutz und institutioneller Begleitung.