Zuhause sprechen Kinder mit selektivem Mutismus normal, aber in anderen Situationen, in denen Sprechen erwartet wird, bringen sie kein Wort heraus. Oft finden sie ihren Weg nur in die Therapie, wenn das schweigende Verhalten sehr ausgeprägt ist. Sehr junge Kinder oder solche mit geringer ausgeprägter Symptomatik, die z.B. einsilbig antworten, sich aber nie von sich aus melden würden oder eher als stille Einzelgänger auffallen, werden oft als extrem schüchtern eingeschätzt. Es wird abgewartet, dass sich ihr Schweigen auswächst. Es gibt jedoch keinen Nachweis, unter welchen Bedingungen und bei wem sich das Schweigen von alleine lösen wird.
Mit einer gezielten und für den selektiven Mutismus spezifischen Therapie kann das Schweigen dagegen überwunden werden. In dieser Weiterbildung schauen wir an, was selektiver Mutismus ist, was hinter dem Schweigen steckt, welche Faktoren es stärken und wie wir Kindern mit dem verhaltenstherapeutischen Therapieansatz PCIT-SM (Parent-Child-Interaction-Therapy Adapted for selective Mutism) helfen können, mutig zu sprechen. Dafür werden die spezifischen Verhaltens- und Kommunikationstechniken des Ansatzes vorgestellt und geübt, mit denen Therapeuten, Eltern und Pädagogen den Kindern den Sprechdruck nehmen und dann aktiv eine Brücke ins Sprechen bauen können.
Freitag, 28. August bis Samstag, 29. August 2026