Wenn Raumwahrnehmung entwickelt ist, wird sie meistens nicht mehr bewusst wahrgenommen. Wir schnüren Pakete, lesen Stadtpläne, können von einer Uhr die Zeit ablesen, schätzen beim Fussballspiel Distanzen ein, formen beim Backen alle kugeligen Kekse gleich gross, legen Kleider zusammen, können Formen abzeichnen. Der Alltag stellt uns tagtäglich vor viele Herausforderungen, welche zur Bewältigung eine intakte raum-zeitliche Aufnahme und Organisation voraussetzen.
Im Unterricht werden die Kinder von früh auf im Bereich «Form und Raum» im Rahmen des Lehrplan 21 gefördert, gefordert und ihre Leistungen werden bewertet. Viele Berufe benötigen sichere Verstehenskonzepte als Grundlage.
Wenn diese Anforderungen zur Hürde werden und alltägliche Tätigkeiten nicht gelingen, können räumliche Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörungen die Folge sein. Häufig sind diese mit bestimmten Entwicklungsstörungen assoziiert. Durch die Forschung ist der aktuelle Wissensstand zu den Störungsbildern präzise geworden, was unterstützend ist, um gezielte therapeutische Interventionen zu planen und anzuwenden.
Seminarinhalt
Die detaillierte Entwicklung der räumlichen Wahrnehmung im Kindes- und Jugendalter intensiv erarbeiten
Die Bedeutung des funktionalen und werkschaffenden Spiels kennen
Kenntnisse zum topologischen und euklidischen Raum als Ausgangspunkt für die Therapieplanung
Die vier räumlichen Störungsbilder differenzieren, Komorbiditäten und die Auswirkungen der Schwierigkeiten auf den Alltag kennen
Vorstellung von Abklärungs- und Differenzierungsmöglichkeiten, um die Therapie spezifisch zu planen
Therapiekonzepte für die Behandlung visueller und räumlicher Störungen kennen
Die Bedeutung der exekutiven Funktionen und kognitiven Strategien für die Bearbeitung räumlicher Anforderung kennen
«S.O.S-Koffer» mit bewährten methodischen Vermittlungsansätzen füllen
Zeitbegriff und Uhrzeit lernen: wichtige Eckdaten für den Aufbau nutzen und einsetzen
Im Modell «Körperraum – Persönlicher Raum – Umgebungsraum» Aktivitäten und Entwicklungsfaktoren einordnen und für die Therapie einsetzen
Donnerstag, 4. Juni bis Samstag, 6. Juni 2026