Kinder fremd unterzubringen, sollte immer die letzte Massnahme in der Unterstützung von Familien sein, welche in der Erziehung ihrer Kinder an ihre Grenzen stossen, sodass das Wohl der Kinder gefährdet ist und dies mit ambulanten Massnahmen nicht abgewendet werden kann. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass Kinder rückgeführt werden müssen, wenn die Kindeseltern ihre Ressourcen so weit erweitert haben, um eine Erziehung im Sinne des Kindeswohls sicherzustellen.
Jedoch: Ist das so einfach? Und wie können die Voraussetzungen für eine sichere – im Sinne des Kindeswohls – Rückführung überprüft werden? Was muss aus der Perspektive des Kindes beachtet werden? Die Beantwortung dieser Fragen erfordert eine sorgfältige Abwägung zwischen den Bindungsbedürfnissen des Kindes, den Veränderungen im Herkunftssystem und den Risiken, die ein erneuter Beziehungsabbruch mit sich bringen kann.
Fachkräfte, die mit Platzierungs- und Rückführungsentscheiden befasst sind, stehen vor komplexen Einschätzungen: Sie müssen elterliche Veränderungsprozesse beurteilen, die Bindungsentwicklung des Kindes berücksichtigen und die Tragfähigkeit des familiären Systems realistisch einschätzen.
Dieses Seminar zielt darauf ab, Fachkräfte in folgenden Bereichen zu stärken:
Kriterien für Fremdplatzierungen und Rückführungen fundiert anzuwenden,
elterliche Ressourcen und Veränderungen systematisch zu erfassen und zu bewerten,
die Perspektive und die Bedürfnisse des Kindes im Entscheidungsprozess angemessen zu gewichten,
Rückführungsprozesse fachlich zu begleiten und mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen.
Im Rahmen des Seminars werden nach einer theoretischen Einführung die relevanten Methoden anhand von Fallbeispielen erörtert und angewendet. Die Teilnehmenden haben die Möglichkeit, eigene Fallbeispiele einzubringen. Dadurch wird ein hoher Praxisbezug des Kurses sichergestellt.
Anmeldung (bis 1 Monat vor der Veranstaltung)
telefonisch unter +41 31 371 73 25
per E-Mail an sekretariat@ifkjb.ch
Veranstaltungsgebühr
CHF 400.–
Referent
Herr Dr. Daniel Gutschner
Zielgruppe
Mitglieder von Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde
RichterInnen
Mitglieder der Sozialdienste
BerufsbeiständInnen
SozialarbeiterInnen und SozialpädagogInnen
PsychologInnen
ÄrztInnen
etc.