Wie kam es zu den Datenbanken?
Überall in der Welt entstehen in wachen Köpfen neue Ideen, welche meist recht schnell Nachahmer finden, vor allem wenn damit Geld zu verdienen ist. Wenn eine Idee den Durchbruch schafft, geschieht es meistens zuerst in Amerika, genauer in Kalifornien, von dort schwappt sie dann auf Europa über und erreicht irgendwann auch die Schweiz . Das war beispielsweise mit der Hippies- und der New Age-Bewegung, mit dem Joggen und Skating, mit der Familientherapie und der Kinesiologie, wie auch bei der Entwicklung und Anwendung des Computers oder mit dem New Public Management so.
Auch die Datenbanken für das Sozialwesen der Schweiz hätten ohne die Entwicklungen in Amerika und in andern Industrienationen nicht entstehen können. Daneben waren aber auch eine langjährige Erfahrung im Bereich des Sozialwesens und der Informatik allgemein, Zielstrebigkeit und Ausdauer bei der Eingabe und der Verarbeitung der vielfältigen Daten nötig.
Bei wirtschaftlichen oder sozialen Belangen sind meistens die Nachahmer einer Idee zuerst in der Privatwirtschaft, besonders im Dienstleistungssektor zu finden. Der Staat folgt dann ein paar Jahre später, meistens erst dann, wenn die Ideen am Ursprungsort schon wieder teilweise veraltet sind und extreme Formen vor Augen geführt haben, dass es sich um keine Heilslehren handelt, die überall und einseitig eingesetzt werden können. Die vorliegenden Datenbanken bilden insofern eine Ausnahme, als die Anfänge bei einer öffentlich-rechtlichen Institution liegen.
Der Autor der Datenbanken DOKUM , RECHT und SOZIAL sieht diese als Hilfsmittel für die tägliche Praxis. Sie wurden in den letzten Jahren ständig erweitert und ergänzt. Sie wollen Anregungen und Hinweise vermitteln, denn Menschen - und gerade auch Berater und Beraterinnen - müssen viele Dinge selber ausprobieren, um dann einen eigenen Weg zu finden, wenn sie erfolgreich sein wollen. Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter sind häufig keine Fans von elektronischen Entwicklungen, weil sie befürchten, die individuelle Beratung und die Selbständigkeit könnten verloren gehen. E. Bichsel sieht in der EDV für die Sozialarbeit mehr Vorteile als Nachteile, denn sie kann mithelfen, das eigene Wissen breiter abzustützen, eigene blinde Flecken besser zu erkennen, die Hilfsmöglichkeiten auszuweiten und den Kontakt zu Berufskolleginnen und Kollegen auch auf Distanz zu pflegen.
Die besonders in der Datenbank SOZIAL aufgezeichneten Erfahrungen und Lösungswege möchten Denkanstösse vermitteln, womit ein Problem zusammenhängen und wie es angegangen werden kann. Nicht jedes Thema ist gleich wichtig, doch haben alle einen Bezug zur vielschichtigen Sozialarbeit, manche auch zum Gesundheitswesen und zur Kultur. Der Autor hat im Laufe seiner beruflichen Tätigkeit festgestellt, dass Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter gerne den sozialen und psychologischen Belangen eine sehr grosse Bedeutung zumessen und dafür den wirtschaftlichen und rechtlichen Gegebenheiten manchmal zuwenig Beachtung schenken. Aus diesem Grunde wurde gerade den zuletzt genannten Bereichen besondere Aufmerksamkeit geschenkt.
Zu Beginn des 21. Jahrhundert gehört der Computer zum täglichen Leben des Menschen und seine Möglichkeiten sind längst noch nicht ausgeschöpft. Wenn die EDV sinnvoll eingesetzt wird, kann sie auch im Beratungsalltag von sozialen Dienstleistungsbetrieben grossen Nutzen bewirken. Die vorliegenden Programme sind eine Neuschöpfung, denn es gibt bis heute nichts Vergleichbares. Zwar können beispielsweise Gerichtsentscheide im Internet abgerufen werden, doch eine Verbindung mit der dazugehörigen Literatur gibt es sonst nicht. Es fehlte bisher - mit einigen Ausnahmen - eine Übersicht über die Sozialberatungsstellen im deutschsprachigen Gebiet der Schweiz und die Fachzeitschriften wurden nicht systematisch verarbeitet und auch nicht sozialen Dienstleistungs-betrieben zugänglich gemacht. Die Zusammenstellung von kantonalen Erlassen zu verschiedenen Fachthemen fehlten bisher. Es gibt auch kein anderes Programm, das praktisch alle Adressen von sozialen, kulturellen und gesundheitlichen Institutionen der Deutschschweiz enthält und mit dem man Fachstellen nach Gemeinden, Bezirken und Regionen abrufen kann.
Ich wünsche allen Benutzern erfolgreiche Datenbank-Anwendungen und viele eigenständige, der jeweiligen Situation angepasste neue Ideen, die zu einer optimalen Beratung von Klienten und zum eigenen Nutzen führen.