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Umfrage insbesondere in Schweden

Bis 1808 gehörte Finnland zu Schweden. Gemäss einer schriftlichen Mitteilung von http://www.genealogia.fi sind in den finnischen Kirchenbüchern keine Hinweise über die Namen Bexell und Bexelius zu finden, hingegen kommt nach Tuiju Olsio der Familienname Beckzelius bzw. Bäckzelius in Finnland vor. – Von Jonas Hjelm in Holland ging die Meldung ein, dass 1537 in einem Haus in Antwerpen ein Quentin Basilier und Margriete (von) Becxele erwähnt sei, der vermutlich 1540 starb. – Im Telefonbuch von Deutschland sind mehrere Bexel, jedoch keine Namen mit Bexell oder Bexelius eingetragen. In Oesterreich und Dänemark gibt es zu keinem dieser Namen eine Eintragung, hingegen findet man im elektronischen Telefon Buch der Schweiz in Lausanne einen Olle Bexell. 

Rektor Göran Bexell, Ethikprofessor in Lund, hat sich schriftlich dahin geäussert, dass möglicherweise  erstmals ein Soldat  aus dem Dorf Bäckseda (Bexheda – manchmal auch Bäcksheda geschrieben), einem Ort 3-4 km ausserhalb der Stadt Vetlanda den Namen Bexell verwendet habe (die Stadt hat heute etwa 12'500 Einwohner und liegt im Flusstal des Emåns im småländischen Hochland, 34 km von Åseda entfernt). Die Geschichte der Ortschaft geht bis ins 11. Jahrhundert zurück und die Kirche stammt aus dem Mittelalter.  Ob die Bichsel in der Schweiz ursprünglich von hier oder einem andern ähnlichen Ort ausgewandert sind, konnte bisher nicht ermittelt werden. Im Mittelalter haben sich Familiennamen häufig geändert (siehe z.B. die Entstehung von Bäcksman).

Zudem wird zum Wort Bäckseda unter http://susning.nu/B%E4ckseda vermerkt, dass es auch eine Zusammenkunft (Versammlung) im Växjö Stift in der Gemeinde Vetlanda ist. –

Nach verschiedenen Unterlagen ist Måns Månsson (1647-1702) der älteste Stammvater der bekannten Bexell-Sippe mit vielen Priestern (im letzten Jahrhundert gab es auch verschiedene medizinische Doktoren). Ylva Bexell aus Stockholm, ein Nachfahre von Daniel Bexell (geb. 1731), erwähnt in einem E-Mail, dass dieser ein Sohn der Tochter von Måns Månsson war, welcher als Reitersoldat am 11.2.1702 in Krasnokutsk (Polen; heute Ukraine) im Krieg starb und zwei Tage vorher von König Karl XII zum „Cornet“ (Fahnenjunker der Kavallerie) befördert wurde und dabei den Namen Bexell erhielt, weil er aus Bäcksheda stammte. Wie an anderer Stelle erwähnt, ist diese Version nicht ganz zutreffend. – Von Sten Bexell in Öxabäck – sein Sohn Olle und auch sein Enkel wohnen in Lausanne – stammt die Mitteilung, dass es neben der Bäcksheda-Linie noch eine weitere Bexell-Linie in Südschweden gibt, denn sein Grossvater, Isaksson Bexell, geb. 1841 und gestorben 1885, habe 1870 den Namen Bexell aus Solidarität und Bewunderung der bekannten Persönlichkeit Alfred Bexell aus Grimeton in Halland angenommen (oder war vielleicht ein Bexell sein wirklicher Vater?). Alfred Bexell, geb. 1831, gest. 1900, war ein populärer Politiker. Er hat in seinem grossen Wald, etwa 15 km östlich von Varberg rund 150 bekannte Sätze aus der Weltliteratur in Felsen und grosse Steine gemeisselt. Er befürchtete, dass schwedisch als Sprache aussterben könnte und wollte sie deshalb konservieren. Die Steine werden heute als Sehenswürdigkeiten angepriesen.  

Im Svenk rikskalender von 1908 http://www.lysator.liu.se/runeberg/rikskal/1908/0878.html sind im Personalregister, Buchstaben Berl bis Björ u.a. folgende Personen festgehalten:
Bexelius, A., tf. rektor 1372? 1421; Bexelius, I.,landtm. (Bauer) 1501
Bexelius, J. G., las.-läkare (Arzt) 966; Bexell, C. A. A., stadsfogde (Gerichtsvollzieher) 860 1702;
Bexell, C. J. G. E., kyrkoh. (Pfarrer) 1214; Bexell, D. E. F. S., missionär 1322;
Bexell, J. A. W., länsman (Polizist) 652; Bexell, M. F. N., kommin, 1211 (ein Geistlicher einer Versammlung, eine Art Priester); Bexell, J. B. D. C., kommin, 1209;
Bexell, E.H.E.,kapten (Kapitän) 426? 1666;
(Die Berufe in Klammern () wurden vom Autor dieser Nachforschungen beigefügt.)

Es ist somit offensichtlich, dass der Name Bexell schon im späteren Mittelalter existierte und in der Ahnenreihe in Südschweden viele theologische und in der Neuzeit auch medizinische Tätigkeiten festzustellen sind. Im christlichen Mittelalter befasste sich die Theologie mit der Lehre von Gottes Wesen, seiner Existenz und der Trinität. Ab etwa 1200 wurde sie zum Oberbegriff für alle Gebiete der christlichen Tradition und entwickelte sich zur Glaubenswissenschaft. Neben den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften ist die Theologie in Schweden auch heute noch ein wichtiges Forschungsgebiet.

Mit dem Namen Bexelius ist nicht der filius, also nicht der Sohn des Bexell gemeint. Das Elch-Forum hat folgende Erklärung geliefert: „Während des 17. Jahrhundersts war es unter Akademikern verbreitet - besonders in Uppsala und unter Priestern - seinen Namen in lateinischer Form zu schreiben. Später auch mit griechischer Endung. Die Namen bekamen oft die Endung -us. Beispiele sind Stangnelius, Arosenius. Sogar bereits existierende Nachnamen z.B. Rudbeck konnten "lateinisiert" werden: Rudbeckius.“ -  

Neben den im Svensk rikskalender aufgeführten Namen wird ein Johan Bexelius, 1782 – 1840 und mit gleichem Namen einer von 1824 – 1846 in der Homepage http://www.winnberg.no-ip.com/ zu Ehren von Sven Gustaf Winnberg genannt. Im  Schwedischen Biografischen Handlexikon werden auch Alfred Bexelius "Vår förste JO 1810-1823 Vad han såg, vad han uträttade" sowie verschiedene andere Personen mit diesem Familiennamen aus dem 19. Jahrhundert aufgeführt. Den Namen findet man fast nur in Schweden, einige wenige in den USA. Norbert Götz, Lehrstuhl für Nordische Geschichte an der Universität Greifswald nennt einen Beitrag von Ernst Bexelius: Die Sozialversicherung in Schweden. Berlin: Sonderdruck aus Berliner medizinische Zeitschrift, 1950.  

In einem Artikel der „Personhistorik tidskrift“ aus dem Jahre 1903 wird berichtet, dass sich König Gustav Adolf IV aus Schweden mit Gefolge in St. Gallen aufhielt, und zwar unter dem selbst gewählten Namen Oberst Gustavsohn. Er brach fast mit allen Leuten den Kontakt ab. Nur ein Lehrer, angeblich mit Namen Bexel, durfte bei ihm vorsprechen und seine verfassten Schriften korrigieren, übersetzen und zum Druck geben.