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Schutz gegen Spam (unerwünschte Werbung), Telefonsex und Viren

Allgemeines zu Filterregeln und Spam

Es ist schwierig, unerwünschte Werbesendungen - genannt Spam - bei den E-mails auszufiltern, denn es ist leicht möglich, dass ein E-Mail ein Wort enthält, das auf der Sperrliste steht, jedoch in einem andern und unverfänglichem Sinn gebraucht wird. So kann beispielsweise diese Information über den Schutz von Spam etc. bereits beim Kinderschutz durchfallen, weil darin das Wort "Telefonsex" vorkommt. Ähnlich verhält es sich mit dem Befehl "endgültig löschen" von Outlook. Es ist fast unmöglich, eine Filterregel aufzustellen, damit nicht plötzlich auch wichtige E-Mails verschwinden. Dies kann jedoch verhindert werden, wenn problematische Nachrichten vorerst in einen Unterordner abgelegt werden, der von Zeit zu Zeit geprüft wird, ob sich wirklich nur Spam darin befindet, bevor der Inhalt definitiv gelöscht wird.

Viele E-Mail-Adressen enthalten entweder einen Teil des Vornamens und den Nachnamen des Inhabers. Dies ist insofern gefährlich, weil Spammer so die genaue Adresse leicht ausfindig und missbrauchen können. Zudem haben solche E-mail-Adressen für Institutionen den Nachteil, dass sie bei einem Stellenwechsel geändert werden müssen, was leicht vergessen geht und für Kunden mühsam ist. -

Gratisangeboten sollte man im Internet stets mit Vorsicht begegnen, denn oft stecken dubiose Anbieter dahinter. Erst aus den kleingedruckten und oft versteckten Allgemeinen Geschäftsbedingungen ist ersichtlich, dass die Angebote nur vermeintlich gratis sind. Werden Rechnungen für Waren oder Dienstleistungen zugestellt, die nie bestellt wurden, dann schriftlich bestreiten, dass je ein Vertrag zustande gekommen ist. 

Mit wenig Ausnahmen stammt der gesamte Spam aus den USA. Eine Liste der hauptsächlichsten Spamerzeuger vermittelt http://www.spamhaus.org. Seit Juni 2004 hat die amerikanische Justiz viele Verhaftungen von Spamern und Datendieben vorgenommen, was sich offenbar in Amerika positiv auf das unerwünschte Angebot von Spam auswirkt, leider nicht bei uns. Die wichtigste Massnahme gegenüber der unerwünschten Werbung bleibt wohl die, dass man sie ignoriert und sofort löscht. Zu beachten ist auch, dass nicht Internetportale benutzt werden, die ihre Adressen weiterkaufen. Zu diesen gehören u.a. AOL und Yahoo. Es kommt deshalb nicht von ungefähr, dass der meiste Spam über AOL- und Hotmail-Adressen verschickt wird. Es lohnt sich, einen Provider zu wählen, welcher ein effizientes Filterprogramm gegen Spam einsetzt. Bei Bluewin wird der Spam in einen separaten Ordner gelegt, wo er gefahrlos gelöscht werden kann.

Beim Outlook-Programm besteht die Möglichkeit, dass bei den Domänen und Ländern Blockierungen vorgenommen werden können (Extras - Optionen - Junk-E-Mail - International). Wer beispielsweise keine Verbindungen mit den USA pflegt, kreuzt das Kästchen an, das alle E-Mails aus den USA sperrt. Für jedes Land ist eine Sperrung möglich. Das Gleiche ist bei den Domänen möglich. Wer beispielsweise keine Verbindungen mit der Domäne Mail.com hat, setzt @mail.com auf die schwarze Liste.

Auf Bundesebene bietet die Melde- und Analysestelle Informationssicherung, genannt MELANI, http://www.melani.admin.ch/ verschiedene Hinweise zum Schutz von Viren und Würmern. Bei dieser Stelle arbeiten Partner zusammen, welche im Umfeld der Sicherheit von Computersystemen und des Internets sowie des Schutzes der schweizerischen kritischen Infrastrukturen tätig sind. - Das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO / Eidg. Büro für Konsumentenfragen in Bern gibt gratis die Broschüre "Vorsicht vor Internetschwindlereien" ab. Diese kann im Internet unter http://www.seco.admin.ch/dokumentation/publikation/00035/00038/02033/index.html?lang=de heruntergeladen werden.

Erscheinen auf dem Desktop unerwünschte Internetseiten, so hat vermutlich jemand heimlich sog. Spyware (Schnüffel- oder Spionage-Software) auf den PC geladen, die meistens zu teuren Start- und Suchseiten führen. Unseriöse Anbieter versuchen mit den absurdesten Behauptungen zum Download ihrer Einwahlprogramme zu verführen. Spyware-Entferner können im Internet u.a. gratis bei http://www.dialer-control.de/download.php oder bei http://www.chip.de/downloads/c_downloads_8833199.html heruntergeladen werden. -

Raffinierte Betrüger versuchen, insbesondere beim Online-Banking und mit dem Zahldienst PayPal des Auktionshauses eBay ein E-Mail direkt beim Oeffnen auf der Festplatte des Opfers anzuhängen und auf eine fremde Host-Datei umzuleiten, manchmal mit der Aufforderung, ein Konto zu überprüfen. Es darf nie auf ein solches Mail reagiert werden. Wer einen Absender eines Mails nicht kennt, sollte die Meldung ohne zu öffnen sofort löschen und schon gar nicht einen Link anklicken. Wer Windows Scripting Host löscht, ist gegen Betrugsversuche geschützt.

Für den Windows XP kann endlich unter http://www.microsoft.com/downloads/details.aspx?displaylang=de&FamilyID=049C9DBE-3B8E-4F30-8245-9E368D3CDB5A (oder Suchen unter Windows 2000 Service Pack2 Netzwerkinstallation) ein Sicherheitspaket heruntergeladen werden, welches verschiedene bisherige Lücken im Betriebssystem schliesst. Damit wird überprüft, ob eine Firewall aktiv ist und ein Aktivvirenprogramm vorhanden ist und ob weitere Programme von Windows zur Schliessung von Sicherheitslücken installiert sind. Beim Internet Explorer kann jetzt über "Extras > Popup-Blocker" ein Werbeblocker aktiviert und gewünschte Ausnahmen bestimmt werden. Zudem blockiert Outlook Express nun Bilder, die als unerwünschte Werbemails versandt und zum Ausspionieren der Empfänger eingesetzt werden. Es ist möglichst dafür zu sorgen, dass neue Updates automatisch geladen werden. Geschieht dies nicht, so ist beim Internet Explorer unter "Extras" ein Windows-Update durchzuführen. -

Gehören zu einem E-Mail Beilagen, so ist besondere Vorsicht geboten, denn fast alle Dateien können Viren enthalten. Komprimierte, d.h. gezippte Dateien und Bilddateien sind in der Regel nicht gefährlich, wenn der Absender bekannt ist. Die Spammer verwenden teilweise Programme, welche E-Mail-Adressen nach dem Muster a@b.ch aufgrund eines Zufallsprinzips generieren und dann mal abwarten, ob eine Reaktion erfolgt. Deshalb sollte nie darauf reagiert werden. Zudem ist zu beachten, dass Spammer immer dreister operieren und sich beispielsweise auch als ein Update von Microsoft ausgeben oder irgendwelche E-mail-Adressen von Firmen und privaten Personen verwenden können. Es sind deshalb nur offizielle Updates von Microsoft zu verwenden und es ist zu beachten, ob unter "Betreff" ein sachlicher und glaubwürdiger Vermerk steht. -

Der Datenschutzbeauftragte von Niedersachsen/DE hat unter http://check.lfd.niedersachsen.de/start.php ein Programm installiert, mit dem der eigene PC ohne Gefahr auf seine Sicherheit geprüft werden kann, z.B. bezüglich Cookies, Betriebssystem, Ports etc. Auch die Firma Compass Security in 8640 Rapperswil bietet unter http://www.sicherheitstest.ch in den Bereichen Browser, Computer und Privatsphäre Tests beim eigenen PC an. Wichtig ist für jeden Computer, dass Systemaktualisierungen mit Updates (z.B. von Windows XP und von einer Anti-Viren-Software) erfolgen. Der sog. Firewall, welcher den Verkehr vom und ins Internet überwacht, genügt beim XP nicht und sollte durch einen andern (z.B. Sygate- http://www.sygate.de oder Norman-Firewall http://www.norman.de) ersetzt werden. -

Um nachweisen zu können, dass jemand von einem Dealer getäuscht worden ist, braucht es Beweise, weshalb solche Daten nicht gelöscht oder verändert werden sollten, bevor sie auf einer CD oder einer Diskette gesichert sind.

Zum Schutze des Computers bietet auf Bundesebene http://www.melani.admin.ch Informationen über Gefahren und Risiken im Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnologien. Unter der Rubrik "Aktuell" sind Hinweise zu aktuellen Gefahren sowie Ratschläge und Tipps zum Schutze von Daten erhältlich. Es können Vorfälle gemeldet werden.

Spam-Filterregeln bei Outlook und Outlook Express

Bei Outlook Express ist folgendes Vorgehen nötig: Den Befehl "Extras" wählen, dann bei Nachrichtenregeln E-Mail anklicken. Im darauf erscheinenden Fenster ein Häkchen bei "Neue Nachrichtenregel 1" setzen, dann Taste "Neu" oder "Aendern" (wenn eine Aenderung zu machen ist) drücken, worauf das Fenster "E-Mail-Regel bearbeiten" erscheint. Dort ist unter 1. je ein Häkchen bei "Enthält den Text "Text" in der Betreffzeile bzw. im Nachrichtentext" setzen, bei 2. die Aktion "In den Ordner "..." kopieren" mit einem Häkchen versehen und 3. unter Regelbeschreibung die gewünschten Worte als Text einsetzen, z.B. "Sex, Penis, poussies, Werbung" und schliesslich dem neuen Ordner einen Namen geben, z.B. Spam und mit der Taste "OK" abschliessen. Manches Sexangebot erfolgt durch einen weiblichen Vornamen. Wenn es nicht gerade die eigene Freundin trifft, so können auch Adelina, Linda, Lydia, Sandra etc. als unerwünschter Text zur Ausfilterung angegeben werden.

Outlook erfordert für die Spam-Filterregeln ein ähnliches Vorgehen: Mit Befehl "Extras" Regelassistent, Schaltfläche "Neu" und nachher mit dem Assistenten "Nachricht bei Ankunft prüfen" auswählen, auf Taste "Weiter" klicken und bei den Bedingungen die gewünschte Option eingeben und ein Häkchen im Auswahlkästchen setzen. Häufige Spam-Wörter können im unteren Fensterteil bei den unterstrichenen Begriffen hinzugefügt werden. Danach wird festgelegt, was mit den Nachrichten passieren soll, indem entweder "gelöschte Objekte" oder eine spezielle Ablage gewählt wird. Bei "Ausnahmen hinzufügen" kann festgelegt werden, in welchen Situationen die Regel nicht ausgeführt werden soll. Wenn dort die Adressen genannt werden, die im Adressbuch erfasst sind, so wird kein E-Mail aus einer bekannten Quelle aussortiert. Nötig ist jedoch, dass die Option "ausser diese ist von einer Person/Verteilerliste" aktiviert wird.

Wer anstelle von Outlook Express eine Gratissoftware wie Mozilla.org für E-mails benutzt und mit Opera oder Mozilla im Internet surft, verkleinerte bisher das Risiko für Sicherheitslücken, die vor Installation des Service Pack2 bei Windows bestanden. Für die Sicherheit von Windows ist wichtig, dass die angebotenen Updates regelmässig auf den PC geladen werden. Wenn dies beim XP nicht automatisch erfolgt, können die Updates über den Befehl "Start > Ausführen" und mit der Eingabe "wupdmgr" installiert werden. -

Dubiose Internetadressen blockieren

Webadressen können blockiert werden, indem man Domainnamen auf dem eigenen Computer ins Leere laufen lässt: Alle unerwünschten Adressen werden in einer Hostdatei eingetragen und dort inaktiv gemacht. Bei Windows 2000 und XP werden die Hostadressen unter c:WINDOWS\system32\drivers\etc. verwaltet. Die Datei "Hosts" muss mit einem Texteditor geöffnet werden. Dort steht u.a. "# Dies ist eine HOSTS-Beispieldatei, die von Microsoft TCP/IP für Windows 2000 verwendet wird" und weiter unten ist als localhost bereits die Zahl 127.0.0.1 vermerkt. Jede unerwünschte Internetadresse ist nun auf einer separaten Zeile und abgetrennt mit einem Tabulator jeweils nach der oben genannten Zahl neu hinzuzusetzen (z.B. 127.0.0.1       http://195.134.144.110/sexxshow/default.php?wm=85271). Unter der Internetadresse http://mvps.org/winhelp2002/hosts.htm sind bei "Hot Links" alphabetisch einige hundert dubiose Adressen genannt, die in die eigene Host-Datei kopiert werden können. -

Betrüger versprechen grossen Gewinn
Aus verschiedenen afrikanischen Staaten werden E-mails versandt, bei denen die Absender sechsstellige Geldsummen versprechen, wenn ihnen beim Geldtransfer in der Schweiz geholfen werde. Solche E-mails sollten sofort gelöscht und nicht beantwortet werden, denn es handelt sich praktisch immer um Betrüger, die mit gefälschten Dokumenten operieren. Das versprochene Geld trifft nie ein und es kann sogar passieren, dass das eigene Bankkonto bei einer Schweizerbank geplündert wird. -

Zusätzlicher Schutz vor Spam und Dialern
Es sollten stets folgende Massnahmen geprüft werden: Haben Sie die Mails wirklich nicht selber angefordert? Orientieren Sie den Provider oder den Telefonanbieter, wenn Sie unerwünschte Nachrichten erhalten. Können die Sendungen mit all den genannten Massnahmen nicht gestoppt werden, stehen noch zwei weitere Möglichkeiten zur Verfügung:
a) Man legt sich eine neue E-Mail-Adresse zu,
b) Man geht rechtlich gegen den Spammer vor (leider nur in der Schweiz möglich).

Der Massenversand von elektronischer Post ist nur beschränkt zulässig. Werbung per E-Mail darf gemäss schweizerischem Datenschutzgesetz nur auf ausdrücklichen Wunsch erfolgen oder wenn man sich auf einer Liste für Produkteinformationen eingeschrieben hat. Wenn diese Massnahmen nicht helfen, dann bleibt nur eine Strafklage übrig, sofern sich der Absender in der Schweiz befindet.

Es sollten keine Lesebestätigungen an Firmen und Institutionen versandt werden, die Sie nicht persönlich kennen, denn in HTML-E-Mails können sich Codes verbergen, die einem Spamer bestätigen, dass nicht nur die Mitteilung gelesen wurde, sondern die Adresse gültig ist und diese in Zukunft von ihm benutzt werden kann.

Um sich gegen unerwünschte Werbesendungen zu schützen, gibt es im Internet kostenlose Spam-Filterprogramme: AntiVir PersonalEdition aus Deutschland http://www.antivir-pe.de/, SpamNet (Windows/Outlook-Plugin) http://www.cloudmark.com und SpamPal (Windows) http://www.spampal.org.uk, Spamihilator für Benutzer von Mozilla, Outlook, Outlook Express und Eudora: http://www.spamihilator.com. Verschiedene Provider filtern die Mails für zahlende Kunden schon auf ihren Servern. Nach eigenen Erfahrungen ist beispielsweise das Filterprogramm von Bluewin wesentlich effizienter als dasjenige von Sunrise. Spamihilator verspricht, dass 95% der Spam-Nachrichten bereits beim Herunterladen entfernt werden und führt weiter aus: " Spamihilator schaltet sich zwischen Ihre E-Mail-Software und das Internet und überprüft jede eingehende E-Mail auf Spam. Überflüssige Werbenachrichten (Spam, Junk) werden herausgefiltert. Die Filterung läuft dabei vollständig im Hintergrund ab. - Die Firma Sophos in Deutschland ist ein führendes Viren- und Spamschutz-Unternehmen und bietet im Internet unter http://www.sophos.de/ verschiedene Dienste an. Bei den Gratis-Programmen ist zu beachten, dass sie häufig die eingehenden E-Mails nicht prüfen und auch keine Spyware entfernen.

Einen kostenpflichtigen Service bietet Cleanmail (http://www.cleanmail.ch) aus Winterthur an, welches ein sechsstufiges Filtersystem anwendet und über 98 Prozent der Spammails herausfinden soll (Näheres siehe unter der angegebenen Homepage). Einen kompletten Schutz bietet auch das PersonalEdition Premium aus Deutschland http://www.antivir-pe.de/.

Wer im Internet mit ADSL surft, sollte nicht ein billiges ADSL-Modem, sondern einen ADSL-Router wählen, auch wenn nur ein PC angeschlossen ist.

Unseriöse Anbieter, sog. Webdialer, versuchen nicht nur aus Servicenummern Kapital zu schlagen. Die Tricks reichen von irreführenden SMS-Botschaften und Faxmitteilungen über Kleinanzeigen in Tageszeitungen bis hin zu täuschenden Einträgen in Telefonbüchern. Zunehmend werden ausserdem auch andere Rufnummern zum schnellen Kassieren missbraucht. Der Dialerschutz.de http://www.dialerschutz.de/ zeigt die gängigsten Methoden, und wie man sich dagegen wehren kann. Ein bekannter Trick: Dialer nutzen eine Sicherheitslücke des Betriebssystems aus, installieren sich eigenmächtig auf dem Rechner des Benutzers und löschen sich nach einer gewissen Zeit wieder selbständig, ohne irgendwelche Spuren auf dem PC zu hinterlassen. Man merkt den Eindringling erst, wenn die Telefonrechnung kommt.

YAW ist ein Schutzsystem, das zur Zeit einen Schutz vor 190 Dialern aufbaut. Es kann unter http://www.yaw.at/index.php?ad=dialerschutz heruntergeladen werden. -

Virenschutz

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um sich vor Viren zu schützen. Eine wichtige Vorsichtsmassnahme besteht darin, dass von wichtigen Daten mindestens zwei Sicherheitskopien auf separaten Datenträgern gemacht werden. Man sollte sie immer dann anlegen, wenn grössere Veränderungen an den Daten vorgenommen werden. Zudem ist wichtig, dass auf dem PC eine aktuelle Version einer Antiviren-Software installiert ist, welche laufend und automatisch mit Updates aktualisiert wird.

Die Bedrohung durch Computer-Viren verändert sich laufend. Bei der Auswahl eines Anti-Viren-Programms ist deshalb besonders zu beachten, ob der Hersteller regelmässig eine Aktualisierung des Virenschutzes gewährleistet, denn je rascher eine Aktualisierung erfolgt, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass man vor den neuesten Viren geschützt ist. Bekannte Programme sind Norton Internet Security und Mc Afee VirusScan.

In der Regel sind Dateien von grossen und bekannten Herstellern virenfrei. Doch gibt es im Internet eine Vielzahl von Anbietern, die Software zur freien Verfügung stellen und gerade dort besteht eine recht hohe Virengefahr. Deshalb ist bei einem Download immer eine gewisse Vorsicht am Platz.

Bei der Einstellung des verwendeten Browsers wird häufig empfohlen, dass die Sicherheitseinstellung auf "Hoch" stehen sollte. Dies kann jedoch zur Folge haben, dass auch E-mails von bekannten Personen ausgefiltert werden, die keine Viren enthalten..

Wenn ein E-mail-Absender nicht bekannt ist, sollten Beilagen (Attachements) nicht ohne Prüfung geöffnet werden. Gefährlich sind vor allem Dateien mit einem Programmcode ".exe" und solche, die Makroprogrammierungen enthalten (z.B. Word- oder Excel-Dateien). Das eigene E-Mail-Programm ist deshalb so einzustellen, dass Anhänge nicht automatisch geöffnet werden und dass z.B. Microsoft Word nicht als Editor verwendet wird.

Manche Viren verbreiten sich über E-mails und Netzwerkfreigaben, z.B. der "Wurm" W32/Sobig und Varianten davon. Als Absender werden verschiedene Adressen (z.B. big@boss.com) verwendet und ein Mail kann so aussehen, als sei es von einer bekannten Person verschickt worden, wobei eine Beilage mit der Bezeichnung ....pif angehängt wird. Oeffnet ein Empfänger unvorsichtigerweise einen solchen Anhang, so wird nachher der Wurm an Mail-Adressen verschickt, die er aus Dateien mit den Endungen WAB, DBX, HTM, HTML, EML und TXT selber ausliest. Das Virus legt von sich eine Kopie mit dem Namen winmgm32.exe im Windows-Systemordner ab, wo er unbedingt gelöscht werden muss. Hilfen bei einem Virenbefall sind besonders bei http://www.winfixx.de/html/virus-hilfe.html zu finden. Zudem gibt das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung - BWL - gratis eine Broschüre bezüglich Viren, Hacker, Stromausfällen, Versorgungsengpässen und Boykotte ab. Diese heisst "Damit Ihr Betrieb auch in aussergewöhnlichen Situationen nicht stillsteht" und kann im Internet unter http://www.bwl.admin.ch/upload/internet/pdf/GPMMJVFHDE.pdf heruntergeladen werden. -

Zu einer allgemeinen Abwehrstrategie gehört auch ein klar definiertes System auf dem PC, d.h. es sind verschiedene Laufwerke einzurichten, beispielsweise C:/ = Betriebssystem, D:/ = alle Programme (sind sonst mehrheitlich unter C:), E:/ = Daten (Bilder, Downloads, Attachments), F:/ = persönliche Daten (Emailadressbuch als Textdatei und sonstige persönliche Informationen), G:/ = CD-RW-Laufwerk (Brenner) etc. -

Telefonsex

Dialer sind Einwahlprogramme, welche Computer mit teuren Telefonnummern verbinden, indem ein zentraler Rechner den PC des Kunden mit dessen Telefonapparat verknüpft. Solche Programme verwendet vor allem die Pornoindustrie, wobei sie oft verschweigt, was die Benutzung einer Webseite mit Sexinhalten effektiv kostet. Deshalb kann es passieren, dass Kunden plötzlich auf ihrer Telefonrechnung Belastungen bis Fr. 235.-- pro Stunde finden. Daran verdienen der Bund (BAKOM) und die Telekommunikationsfirmen kräftig mit! -

Unter 0900-, 0901 und 0906-Nummern können Dienstleistungen angeboten werden, welche vom Anrufenden mit einem Preisaufschlag zur normalen Verbindungsgebühr belastet werden. Das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM http://www.bakom.ch/de/index.html) unterscheidet folgende Kategorien:
0900 für Business und Marketing, 0901 für Unterhaltung (Horoskop, Plauderboxen etc.), Spiele, Wettbewerbe, Umfragen etc. und 0906 für Erwachsenenunterhaltung (in der Regel Sexanbieter). Es gibt keine Maximaltarife, deshalb verlangen viele Nummerninhaber entweder eine hohe Einwählgebühr oder hohe Minutentarife. Die Inhaber der sechsstelligen Servicenummern können unter http://www.e-ofcom.ch/liste abgefragt werden. -

Eine Bestimmung der Verordnung über die Bekanntgabe von Preisen (PBV http://www.admin.ch/ch/d/sr/942_211/a21.html) verlangt, dass bei Verbindungen zu 0906-Nummern der Preis für die Dauer der ersten 10 Minuten mündlich bzw. durch vorgeschalteten Sprechtext bekannt zu geben ist, und zwar innerhalb der ersten 20 Sekunden nach Verbindungsaufbau. Und Art. 21 der PBV bestimmt, dass Widerhandlungen gegen diese Verordnung nach den Bestimmungen des Bundesgesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb und des Bundesgesetzes über das Messwesen bestraft werden. Ein entsprechender Gerichtsentscheid ist jedoch bis heute nicht bekannt. Erst im Laufe des Jahres 2004 will eine Verordnungsänderung die Auswüchse eindämmen, indem die Anbieter von 0900er-Nummern, die mehr als zwei Franken kosten, die Gebühr gratis ansagen müssen. Die Anzeigepflicht soll auch für kostenpflichtige Wartezeiten und für teure 01-Nummern gelten.

Wenn Sexangebote auf dem Desktop erscheinen, werden die Kunden aufgefordert, noch weitere Bilder anzusehen. Gerade dann kann es passieren, dass ein Dialer eine Verbindung mit der eigenen Telefonnummer herstellt und dann horrende Preise verrechnet werden. Was kann dagegen getan werden? Vorerst ist bei einer solchen Feststellung dem Provider (Telefonanbieter wie Swisscom, Sunrise, Tele2 etc.) sofort schriftlich mitzuteilen, dass auf der Rechnung ungerechtfertigte Belastungen erfolgt sind und alle 0906-Nummern unverzüglich zu sperren sind. Im allgemeinen ist es schwierig zu beweisen, dass eine solche Dienstleistung gar nie benutzt wurde. Nur im Einzelfall kann entschieden werden, ob beim Konsumenten ein "Verschulden" vorliegt. Verschiedene Telefongesellschaften versuchen jeweils, einen Kompromiss zu erreichen, indem sie einen teilweisen Erlass gewähren. Nicht eintreten sollten Kunden auf die Aufforderung, dass sie die zuviel verrechneten Telefonkosten bei der Firma zurückverlangen sollen, welche die Sexnummer betreibt. Ein Telefonkunde steht nämlich nur mit der jeweiligen Telefongesellschaft in einer Vertragsbeziehung und deshalb ist mit dieser eine Regelung zu finden.

Achtung: Teurer Telefonsex gibt es auch mit normalen 01-Nummern! Wer solche aus Sexinseraten wählt, kann für die ersten fünf Minuten Fr. 39.90 und für jede weitere Minute Fr. 6.-- bezahlen. In den Inseraten werden die Preise nicht genannt, sondern es wird nur auf die Geschäftsbedingungen verwiesen, die in einer Internetadresse zu finden sind. Das BAKOM prüft, wie solche Erotikfirmen belangt werden können.

Die sog. Webdialer installieren auf dem PC des "Kunden" häufig einen neuen DFÜ-Eintrag, der bewirkt, dass der Inhaber des PCs nicht mehr über seinen von ihm bestimmten Anbieter ins Internet einwählt, sondern über einen Anbieter einer 0906-Nummer, was natürlich zu einem wesentlich höheren Preis erfolgt. Wer demnach ungerechtfertigte Telefonkosten feststellt, sollte stets auch den DFÜ-Eintrag (Einwähladresse zum Internet) überprüfen. Das Bakom bietet unter http://www.bakom.ch/0900 Informationen zur Situation von 0900er-Nummern, die als Einwählprogramme ins Internet ab 1.4.2004 verboten sind. -

Beim Bundesamt für Polizei, Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität http://www.fedpol.ch können mittels eines Formulars strafrechtlich relevante Internet-Inhalte gemeldet werden, insbesondere aus den Bereichen harte Pornografie (sexuelle Handlungen mit Kindern, Tieren, menschlichen Ausscheidungen oder Gewalttätigkeiten), Gewaltdarstellungen ("Brutalos"), Extremismus, Rassismus sowie Hinweise auf unbefugtes Eindringen in Computersysteme, Verbreitung von Computerviren, Datenbeschädigung, Kreditkartenmissbrauch, Urheberrechtsverletzungen und illegaler Waffenhandel. Der Missbrauch von Sexnummern sollte stets dieser Stelle gemeldet werden. Fragen zu diesen Themen können auch an Ernst Bichsel gestellt werden.

In einem Bundesgerichtsentscheid vom 5.6.2003 http://www.polyreg.ch/bgeleitentscheide/Band_129_2003/BGE_129_III_604.html wurde u.a. folgendes zu Telefonsex festgehalten: Der Telefonabonnementsvertrag ist ein Innominatkontrakt. Dem Grundversorgungskonzessionär obliegt keine vertragliche Nebenpflicht, den Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, dass die Gebühren für seinen Anschluss im laufenden Monat eine bestimmte Höhe überschritten haben. Die Verträge zwischen dem Benützer des Telefonanschlusses und den Anbietern von erotischen oder pornografischen Dienstleistungen sind im beurteilten Fall weder widerrechtlich noch unsittlich im Sinne von Art. 20 Abs. 1 OR.

Teure Businessnummern

Wer sich bei einem Telefonanruf verwählt, kann unangenehme Ueberraschungen erleben, denn es ist leicht möglich, dass man bei einem Dialer landet, der eine hohe Gebühr verrechnet. Auch hier gilt: Sofort Meldung an die Telefonfirma machen und den verrechneten Betrag bestreiten. Zwar kann von den Telekomfirmen eingewendet werden, dass die Kunden selber für Fehlmanipulationen verantwortlich sind. Doch kann in der Regel als Gegenargument vorgebracht werden, dass ein Dialer seinen Preis nicht bekannt gegeben und demnach gegen die Preisanschreibeverordnung verstossen hat.

Informationen zur Situation in Deutschland gibt es unter http://www.dialerschutz.de. Diese Internetseite berichtet u.a., dass bereits Wählprogramme im Umlauf sind, die sich über hochtarifierte Satelliten-Nummern (Vorwahl 0087 bzw. 0088) ins Netz verbinden. Damit umgehen Dialerverbreiter Sperren für 0190- und 0900-Mehrwertdienstenummern, die manche Anwender bereits sperren liessen. -

Natel und SMS

Alle Provider machen grosse Anstrengungen, das Telefonieren mit dem Natel und das Verschicken von SMS (Short Message Service = Kurze eingetippte Mitteilung von höchstens 160 Zeichen mit dem Handy) zu erweitern, weil damit viel Geld zu verdienen ist. Besonders das Handy wird von Abzockern gerne für teure Servicenummern mit dem Rückruf-Trick verwendet. Oder wer beispielsweise seine Handynummer bei einer Kleinanzeige (z.B. Wohnungssuche) angibt, kann unliebsame Ueberraschungen erleben, weil unseriöse Anbieter solche Inserate durchforsten und die Inserenten nachher mit Botschaften per SMS kontaktieren. Vermeide deshalb den bequemen Druck auf die Rückruftaste, wenn die Nummer des Anrufers nicht bekannt ist. -

Weder bei Natel easy von Swisscom noch bei Pronto von Sunrise gibt es eine Garantie, dass mit einer sog Value Card (Vorauszahlung eines bestimmten Betrages für Gespräche) kein Minus entstehen kann. Dies kann dann passieren, wenn ein SMS an einen Abzocker geschickt wird, der die Handynummer missbraucht. -

Bei verschiedenen Handys (z.B. Sony und Nokia) ist es möglich, dass über die Kurzstrecken-Funktechnik Bluetooth jemand fremder die Herrschaft über das Handy erlangen kann, indem dieser Daten ausliest, SMS senden und lesen, Telefonverbindungen aufbauen und abhören kann, ohne dass es der Besitzer bemerkt, ja sogar dann, wenn die Sichtbarkeit des Handys für andere Bluetooth-Geräte deaktiviert wurde. -

Handy- und Natelbesitzer erhalten oft unechte Liebesbotschaften. Auf der Webseite http://www.handybetrug.ch haben deswegen viele Konsumenten ihren Aerger festgehalten. Den Telekomfirmen sind diese Machenschaften bekannt, doch unternehmen sie vorläufig wenig, diesem üblen Gebaren entgegen zu wirken. -

Ombudsstelle

Die Stiftung Mobilkommunikation und Umwelt ist eine Gründung der Firmen Orange, Swisscom Mobile und Sunrise. Die Geschäftsstelle befindet sich an der Monbijoustrasse 22 3001 in Bern Tel. 031 380 85 94 Fax 031 380 85 86 info@omk.ch http://www.omk.ch/. Ihr Zweck ist der Betrieb einer Ombudsstelle, die sich vorerst auf den Bereich Umweltauswirkungen der Mobilkommunikation beschränkt - also insbesondere auf Fragen zu Antennen, Funkwellen und nichtionisierender Strahlung. Es ist zu hoffen, dass sie ihre Tätigkeit bald auf weitere Gebiete ausdehnt. -

20.8.2007/Bi


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