Genealogie
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Familiennamen Bissell, Bixel Bixler und Bicksler in Amerika und Europa, Buxcel in
Romainmôtier, Büchsel in Deutschland, Büxel in Nordrhein-Westfalen, Bixel,
Buxel und Buchsel sowie Baxall, Baxell, Baxshell etc. in England, Bichsel in Schaffhausen
Zum
Familiennamen Bixler
In
der Medizin ist das Bixler-Syndrom
bekannt (Becken-Anomalie, Breitschädel und flacher Hinterkopf, Missbildung der
Hand in Form einer bleibenden Beugestellung eines oder mehrerer Finger,
angeborene Herzkrankheit etc.). Die Anomalie wurde erstmals von Antley
Bixler in den USA beschrieben.
Unter http://genforum.genealogy.com/bixler/
ist das Bixler Family Genealogy Forum in Provo, UT 84604 USA zu finden. Aus der Homepage ist u.a. zu entnehmen,
dass ein John Bixler (Bichsel) von Bern um 1750 nach Polk country P.A.
emigrierte und an anderer Stelle wird erwähnt, dass die Bichsel/Bixler-Linie
von Hans Bichsel in Eggiwil/BE abstamme. Zu ergänzen ist, dass Richard Davis in
Utah auch eine Bixler-Linie in Langnau im Emmental erwähnt (es dürfte sich um
den letzten Wohnort vor der Emigration handeln, denn in Langnau waren nie
Familien mit dem Namen Bichsel heimatberechtigt.) Dieser Ort gehört
heute zum Amtsbezirk Signau.
Zur Ahnenforschung im Elsass, insbesondere zu Bixel und Büchsel, sind im Internet unter http://alsachat.net/wiki/index.php/donald313 ausführliche Hinweise zu finden, wobei aber verschiedene Vermutungen nur teilweise zutreffen. Genealogical Database Network (http://gw.geneanet.org/index.php3?b=jmfischer ) erwähnt u.a. zu Histoire local einen Jean Bixel mit seinen Kindern, welcher mit Annemarie Schoenauer, 1727-1767, verheiratet war. Die Bixel und Buxel im Elsass und in Württemberg haben etwas andere Wurzeln als die Büchsel in Deutschland. Die bisherigen Nachforschungen haben ergeben, dass es sich um Nachfahren der Eggiwiler-Linie handelt. –
Das Elsass war eigentlich über Jahrhunderte immer Grenzgebiet und wurde in viele Kriege verwickelt. So wurde es1639 weitgehend von Frankreich erobert, um zu vermeiden, dass es in die Hände der spanischen Habsburger fiel. Als die Feindseligkeiten durch den Westfälischen Frieden im Jahre 1648 beendet waren, kam das Elsass - mit Ausnahme einiger Freistädte - zu Frankreich. Insbesondere aus dem Kanton Bern flohen viele Täufer zwischen 1670 bis 1711 ins Elsass; Strassburg wurde zu einem Zentrum der sog. frühen Wiedertäufer-Bewegung. Verschiedene Kriege wie Pfälzer-, Spanischer- und Österreichischer Erbfolgekrieg, verbunden mit Naturkatastrophen, Hungersnöten und Überbevölkerung veranlassten im 18 Jahrhundert mehrere zehntausend Elsässer zur Auswanderung. Mit der Französischen Revolution im Jahre 1789 erfuhr das Elsass eine Aufteilung in die beiden Departemente Ober- und Unterrhein. - Nach dem Deutsch- Französischen Krieg von 1870-1871 musste Frankreich weite Teile des Elsass an das damalige Deutsche Reich abtreten. Nach dem Ersten Weltkrieg (1914-1918) wurde das Elsass jedoch wieder von Frankreich einverleibt, um dann 1940 wieder von Deutschland annektiert zu werden. Seit Ende des Zweiten Weltkrieges gehört das Elsass wieder zu Frankreich. Diese Aufzählung soll beleuchten, weshalb viele Flüchtlinge später ihre vorübergehende Heimat wieder verlassen mussten.
Buxcel in Romainmôtier
Gemäss dem sog.“Livre’d’Or des Familles Vaudoises“ sind die Buxcel seit 1598 Bürger der Gemeinde Romainmôtier. Die ersten Zuzüger stammten seinerzeit aus Signau/BE, besassen den Heimatort Eggiwil und hiessen selbstverständlich Bichsel. Vertreter dieses Namens sind im 19. Jahrhundert nach Bessarbien und Russland ausgewandert. Informationen über ihren Grossvater Jean-Louis Buxcel und ihren Vater Henri Buxcel, Weinbauern in Chabag/Bessarabien sowie ihren Onkel Henri Buxcel berichtet Herta Büxel (siehe Russlandschweizer-Archiv der Universität Zürich). Die meisten Familien sind vor dem zweiten Weltkrieg in die Schweiz zurückgekehrt und einige nach Deutschland oder Amerika ausgewandert. Den Familiennamen Buxcel gibt es heute nicht nur an verschiedenen Orten in der Romandie, sondern auch in der Deutschschweiz.
In der Doppelstadt Rhena-Wiedenbrück,
an der oberen Ems, zwischen Paderborn und Münster gelegen, gibt es nachweislich
den Familiennamen Büxel seit anfangs des 17. Jahrhunderts. Heute findet
man den Namen Büxel zudem in Aachen, Beelen, Bielefeld, Bonn, Borgholzhausen,
Dortmund, Gütersloh, Halle, Hannover, Herzebrock, Köln, Leipzig, Lünen,
Mannheim, Waltrop etc. Folgt man den Ahnenreihen, so fällt auf, dass immer
wieder die Vornamen Conrad, Heinrich, Johann und Johannes auftauchen, wobei sich
inzwischen Heinrich zur Kurzform Heinz gewandelt hat. Diese alten Vornamen
findet man auch im ehemaligen Dorf Gräfenhausen, einem heutigen
Stadtteil von Weiterstadt in der Nähe von Darmstadt. Im Buch „750 Jahre Gräfenhausen“
(nach Manfred Härtel) wird u.a. 1680 ein Johan Conrad Böchsel, 1711 ein Johann
Heinrich Büchsel und 1719 ein Henrich Büchsel
erwähnt. Diese Ahnen stammten ursprünglich aus dem Emmental, hiessen
Bichsel und sind über den Jura ins
Elsass und dann weiter in Deutschland nach Norden gezogen. Die genaue Herkunft
ist vorläufig noch unklar.
Woher der Jesuitenpater Johannes Bisselius, 1601-1682, Babenhausen, Deutschland, ursprünglich stammte, konnte bisher nicht festgestellt werden. Er hat ein Buch in lateinischer Sprache verfasst.
Im Dorf Suderwick, in der Nähe der
Stadt Bocholt, im Bezirk Münster in
Nordrhein-Westfalen tauchte anfangs des 19. Jahrhunderts eine Familie Van
Buxel auf, welche vermutlich aus der Nähe von Wadersloh oder aus Holland
stammen musste.
Im Kirchspiel Wadersloh, Amt Stromberg in
Nordrhein-Westfalen ist in der sog. Willkommschatzung (eine Art Steuerliste) aus
dem Jahre 1498 eine Familie Schulte to
Buxel mit 7 Personen aufgeführt. Eine
solche Schatzung wurde in der Regel beim Amtsantritt eines neuen Landesherrn
ausgeschrieben. Die Pfarrer erstellten Listen über die zur Kommunion
zugelassenen Pfarrmitglieder (ab 12 Jahre)., welche eine Kopfsteuer zu
entrichten hatten. Dieses und weitere Dokumente belegen die Annahme, dass sich
der Name Bexell oder Bichsel in bestimmten Gegenden Deutschlands bereits im
Mittelalter zu Buxel gewandelt hatte.
Bish, Bixel,
Bixler, Buxel, wie auch Baxall, Baxell,
Baxshell etc. in England
Im Distrikt Blaby, das zur Grafschaft
Leicester in England gehört, ist urkundlich festgehalten, dass sich ein William
Bixel, geb. 1567 am 8.11.1592 mit Anni Skevington verheiratet hat. Und die
Heirat eines anderen William Bixel ist am 9.6.1783 in Aston, Worcester vermerkt.
Es ist naheliegend, dass es
sich um Vorfahren aus dem Emmental handelte, wobei der Familienname je nach
Gegend und Zeit anders geschrieben wurde. Als Abwandlungen von Bixler sind in
England u.a. auch die Namen Bickley, Bickle, Bickler, Bickleigh, Bigley, Bigly,
Biglay etc. bekannt. Diese Namen tauchten teilweise später auch in Amerika auf.–
Die Namen Baxall, Baxell, Baxshall, Baxhell, Baxhill, Beckshall wie auch Besall, Besell, Bexell, Bezell, Bizell, Bizell, Bocksell, Bockshall oder auch Buckshall, Bucksall, Bucksell, Buxall, Buxcel. Buxell findet man bereits vom 16. Jahrhundert an in England (vor allem in den Grafschaften Sussex Surrey und Kent), Baxall gegen Ende des 19. Jahrhunderts auch in den USA. Die Nachfahren von William Baxhell, geb. 24.2.1567, der sich am 8.11.1792 mit Annie Skevington verheiratete, nannten sich Bixel. Die Vorfahren in den Grafschaften Stafford, Warwick und Worcester hiessen in der Regel Bisel, Bissell,, Bixell oder Byssell.
Den Namen Bixel findet man jedoch auch
im Elsass ab1765, in Württemberg Deutschland ab 1820 und in Amerika ab 1840.
Bei diesen allen weisen die Wurzeln eindeutig auf Vorfahren aus dem Emmental
hin.
Gemäss einer Schiffsliste aus
Rotterdam (siehe Hinweis im Internet zur Genealogie von Augustine Voshell) ist August
Buchsel (50-jährig) im Juni 1709 aus der Pfalz mit seiner grossen Familie
(seine Söhne waren damals 25-, 22-, 20-, 16-, 12-, 8- und einjährig) und
andern Auswanderern nach England übersiedelt. Die genaue Herkunft konnte bisher
nicht ermittelt werden. Der Name Buchsel existiert noch heute nicht nur in
Grossbritannien, sondern auch in Italien, Amerika und anderswo. Es handelt sich
um Nachfahren der Bichsel aus dem Emmental.
Bisel, Bissell, Bessell, Bissill, Byssell und Bicksler in England und Amerika
Wohl anfangs des 16. Jahrhundert sind Emmentaler-Bichsel vorerst ins Elsass und dann nach England ausgewandert und haben dort den Familiennamen Bissell, Byssell (diese Namensform kommt nach 1650 nicht mehr vor) oder Bessell angenommen. Woher sie genau stammten, konnte bisher nicht ermittelt werden. Es fällt bei ihnen ebenfalls auf, dass manche Vornamen aus dem Alten Testament trugen und deshalb mit grosser Wahrscheinlichkeit zu den Täufern gehörten. Vereinzelt kommen die Namen Bisel, Bisell und Bissell auch in der Schweiz, Bisel auch in Deutschland und Frankreich (Elsass) vor und in den USA hat sich teilweise der Name Bichsel zu Bicksel (in ) und zu Becksel (California und Nebraska) gewandelt. Die Nachfahren von Daniel Bixler in Bethel Township, Pennsylvania USA nannten sich Bicksler.
Nach Schätzungen besitzen rund eine Million US-Bürger schweizerische Wurzeln. Die Auswanderungen erfolgten bereits im 17. und 18. Jahrhundert, weil sie entweder als Täufer in der Schweiz verfolgt wurden oder weil sie in unserem Land finanzielle Not litten. Bei der Suche nach den Ahnen ist Swiss roots Switzerland in 3003 Bern behilflich swissroots@nyc.rep.admin.ch http://www.swissroots.org/.
Amerikanische Familienforscher (einer heisst Roger Bissell) gehen davon aus, dass die Bissell um etwa 1570 als Hugenotten von Frankreich aus in England einwanderten und ein Teil davon anfangs des 17. Jahrhunderts (Kapitän John Bissell, geb. 1591) nach Amerika übersiedelten. Zutreffend ist, dass John Bissell, geb. 30.10.1591, sich im Jahre 1625 mit Mary Drake in England verheiratete und seine Kinder teilweise in England, aber mehrheitlich in Amerika zur Welt kamen. Bissell, Bessell oder Byssell sind jedoch eindeutig keine französischen Geschlechter und kamen vermutlich via das Elsass nach England. Zwar geht der Begriff "Hugenotten" auf "aignos" = "Eidgenosse" zurück, weil sie sich zur Lehre des in Genf wirkenden Reformators Johannes Calvin bekannten. Die von amerikanischen Genealogen aufgestellte These, dass die Einwanderung der Bissell in England im Zusammenhang mit der Bartholomäusnacht in Paris stehe, kann nicht zutreffen, denn diese fand im August 1572 statt, die Einwanderung fand gemäss nachstehenden Angaben jedoch bereits um 1550 statt.
Bei den Einwanderern in England muss es sich um Geschwister oder nahe Verwandte gehandelt haben, die alle um 1530-1540 geboren wurden. Es sind folgende Vornamen bekannt: Anne, geb. 1546 (Heirat 14.2.1567 mit Thomas Pendleton in Warwick), Elizabeth (Tochter des Nicholaus), geb. 9.4.1554 in Warwick, Hans (John, dieser hatte drei Söhne: William, geb. 1560, John geb. 1564 und George, geb. 1564 in Worcester), Henry, (Heinrich mit Sohn Anthony, geb. 1561), Robert (oder Richard genannt, Heirat am 27.9.1555 mit Avis Hawkes in Warwick und Sohn Richard, geb. 1559), Simon (mit Tochter Marie, getauft am 28.10.1563 in Cambridge) und Thomas (Heirat 20.4.1566 mit Joan Lye in Warwick). Ein William Bissell hat sich am 4.10.1567 in Warwick mit Margaret Short verheiratet und am 1.7.1564 ging Margaret Bysell eine Ehe in Worcester ein. Zudem wird ein John Bissill erwähnt, der am 16.12.1565 in Cambridge den Sohn Thomas taufen liess und am gleichen Ort wurde am 20.01.1571 die Tochter Christiane geboren. In England und Amerika gibt es je einige tausend Nachfahren. Hinweise dazu findet man beispielsweise mit dem Titel "Bissell Histories & Mysteries" unter http://members.aol.com/BissellGenealogy/BHAMI2-3a.html.
Bichsel in Schaffhausen
Den wohl ältesten Eintrag über den Familiennamen Bichsel findet man in der Schweiz im Bürgerbuch der Stadt Schaffhausen. Darin ist festgehalten, dass ein Vertreter dieses Namens schon vor 1392 dort war und seine Steuern bezahlte. Über ein allfälliges Bürgerrecht ist in diesen Unterlagen nichts zu finden und es ist auch kein Vorname vermerkt. Es liegt deshalb die Vermutung nahe, dass die Bichsel aus dem Emmental wahrscheinlich dem Rhein entlang über Schaffhausen ins Bernbiet gekommen sind.
Gegenwärtig gibt es zwar noch einen Ernst Bichsel, wohnhaft in Schaffhausen, der jedoch in Hasle bei Burgdorf heimatberechtigt ist. Dieser Stamm ist bereits seit Anfang des 16. Jahrhunderts nachweisbar. - Am 11. November 2004 konnte Erika Bichsel, eine „Schaffhauserin“, den 100. Geburtstag in einem Altersheim in Neuhausen feiern.
An verschiedenen Orten in der Ostschweiz ist der Name Bichsel bekannt. Die meisten stammen von einer grossen Familie, welche anfangs des 20. Jahrhunderts von Deutschland in die Schweiz zurückkehrte und in Eggiwil heimatberechtigt ist. In der erstellten Datenbank stellen sie die 11. Generation dar. Von den acht Brüdern (es fehlen vier Schwestern) gibt es eine Fotographie, welche vermutlich gegen 1930 entstanden ist. Die Namen lauten in der oberen Reihe von links nach rechts: Ernst, Jakob, Gottfried und Christian Bichsel, in der unteren Reihe von links nach rechts: Karl, Fritz, Hans und Samuel Bichsel.
