Genealogie Zurück zur Hauptseite Genealogie/Ahnenforschung
 

Bexel bzw. Bexell und Bexelius sowie Bäckselius, Backman, Backström und ähnliche Namen aus Schweden

Im Historisch-Biographischen Lexikon der Schweiz aus dem Jahre 1924 steht zum Familiennamen Bichsel folgender kurzer Vermerk: „Im Kanton Bern, Emmental, weit verbreitetes Geschlecht, nach einer Familientradition aus Schweden eingewandert, wo noch das Geschlecht Bexel vorkommt.“  

Vor etwa 50 Jahren hatte ich in der Bibliothek der Kaufmännischen Berufsschule in Rheinfelden ein altes ähnliches Lexikon in den Händen, das nach meiner Erinnerung ausführlicher die Verbindung von Bichsel – Bexel(l) beleuchtete. Leider existiert das Buch nicht mehr. Vermutlich wurde es bei einem Umzug der Schule entsorgt. Bisher blieb das Suchen nach diesem Dokument  in andern Bibliotheken erfolglos, denn dies ist äusserst schwierig, weil weder der genaue Titel noch die Autoren bekannt sind. Unsere männlichen Vorfahren stammen mit recht grosser Sicherheit ursprünglich aus Schweden, obwohl  in unserer Verwandtschaft  keine blauäugigen und blonden Personen bekannt sind. Es müssen deshalb auch noch andere familiäre Wurzeln eine wichtige Rolle spielen. Verschiedene Bichsel-Gesichter mit bräunlichen Augen und dunklen Haaren erinnern sogar eher an Vorfahren aus Kaukasien (Region Schwarzes Meer) oder aus dem Gebiet des Roten Meeres. Gesicherte Hinweise waren jedoch bisher nicht zu finden. Haben vielleicht schon Wikinger bei ihren Kreuzzügen an südländischen Frauen Gefallen gefunden? Die Wikinger bauten Kielboote mit Segel und Ruder ab etwa dem Jahr 850. Nach Berichten tauchten ihre Drachenschiffe wie aus dem Nichts auf und ebenso schnell verschwanden sie wieder. Mit dem beginnenden 12. Jahrhundert mussten sie sich im Mittelmeergebiet auf kleine Gebiete in Unteritalien und auf Sizilien zurückziehen.    

Es fällt auf, dass in Schweden Namen aus dem alten Testament recht häufig vorkommen, wie Abraham, Daniel, David, Isak, Johan(n), Jacob, Samuel etc. Daraus entstanden die Familiennamen Abrahamsson, Danielsson, Davidsson, Isaksson, Jacobsson, Johan(n)sson, Samuelsson bzw. Abrahamsdotter, Danielsdotter, Davidsdotter, Isaksdotter, Jacobsdotter, Johan(n)sdotter, Samuelsdotter etc. Auch bei den Bichsel aus dem Emmental findet man diese Vornamen in früheren Jahrhunderten häufig, was wohl nicht zufällig ist.

Gesichert ist jedenfalls, dass es die Familiennamen Bexell und Bexelius nach wie vor an verschiedenen Orten in Schweden gibt, gemäss schwedischem Telefonbuch sind im Jahre 2005 rund 300 Eintragungen mit dem Familiennamen Bexell und etwa 160 mit dem Namen Bexelius aufgeführt. Der erstgenannte  existiert auch in Amerika, wo er sich zum Namen Bexel gewandelt hat (z.B. pharmazeutische Produkte, Biotechnologie, Video Produktionen etc.); er kommt auch in Deutschland und in anderen Ländern vor. Die Auswanderung der Schweden nach Amerika begann nach 1840. Viele Menschen (vor allem aus ländlichen Gegenden) zogen fort, um den schlechten wirtschaftlichen Verhältnissen, der religiösen Unterdrückung oder der politischen Unzufriedenheit zu entfliehen. – An der Universität von Lund in Schweden heisst der gegenwärtige Rektor Göran Bexell (zusammen mit C.-H. Grenholm hat er u.a. ein Buch über Arbeitsethik und das Lehrbuch „Teologisk Etik“ verfasst) und unter http://home.swipnet.se/~w-61243/0002/333.htm#806 sind verschiedene Biographien mit den Familiennamen Bexelius und Bexell aufgeführt, der älteste mit Namen Daniel Bexell, geb. 1731 und gestorben 1798 (siehe auch unter Umfrage).  Sein Stammbaum wird im Internet u.a. unter http://home.swipnet.se/~w-61243/0001/1847.htm und http://home.swipnet.se/~w-61243/0001/182.htm dargestellt.    

Der Familienname Bexelius tauchte in Schweden in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts auf. Der älteste bekannte Vertreter dieses Namens ist Johan Bexelius, geb. 26.1.1782, gest. 31.10.1840 in Lövånger. Sein Vater hiess  Anders Bäckselius, (manchmal wird auch Bäckzelius als Schreibweise gewählt) geb. 1732 und gest. 1789 in Piteå, welches gut 100 km nördlich von Lövånger entfernt am Bottnischen Meerbusen liegt. Anders war mit Magdalena Laestadius, geb. 1749, verheiratet. Seine Vorfahren hiessen Anders Andersson, Bauer in Innanbäck(en), und Karin Jönsdotter. Der Familienname Bäckselius existiert heute nicht mehr in Schweden. Ein Unteroffizier, geb. um 1655, welcher ebenfalls in Innanbäcken wohnte, nannte sich Johan Jönsson Bäck.

Interessant scheint mir auch die Entstehung des Familiennamens Bäckman zu sein. Erik Olofsson, geb. 1688 in Utby, gest. 1763 in Bäck ( Småland) und Kerstin Abelsdotter, geb. 1694 in Bäck, waren die Eltern von Abel Bäckman, geb. 1728 in Bäck. Dieser Familienname ist heute in Schweden sehr verbreitet anzutreffen.  Der Name Bäcklund entstand im 17. Jahrhundert aus der Verbindung von Lund und Bäck oder aus Dahl in Bäck wurde Dahlbäck. - Backland ist ein Ort in der Provinz Sörmland, welche südlich von Stockholm liegt. Aus dieser Gegend stammen die Familiennamen Backman, Beckman und Backström. Auch Orte wie Backa, Backe, Bäckaby, Bäckadal, Bäckafall, Bäckefors oder Boksel etc. könnten in früheren Zeiten Familiennamen geprägt haben. Es gibt in Schweden gegen 400 Ortsbezeichnungen, die mit "Bäck" oder "Back" und je etwa 30 mit „Beck“ oder „Bick“ beginnen. Zudem existiert ein Bexet und ein Bixovallen. Die Bichsel aus dem Emmental könnten deshalb aus sehr vielen Orten in Schweden stammen.

Es gibt in Schweden viele genealogische Institutionen, beispielsweise wird unter http://www.g-gruppen.net/schwede.htm in deutsch die Familienforschung in Schweden (Archive, Vereine, Literatur, Computergenealogie, Forscherhilfe etc.) dargestellt, sog. G-gruppen (Genealogiegruppen in deutsch und englisch gibt es unter http://www.g-gruppen.net/de/), die schwedischen Genealogieverbindungen sind unter http://www.cyndislist.com/sweden.htm und eine Einleitung in die schwedische Genealogie mit verschiedenen Informationen unter http://www.sweggate.com/ zu finden. Bei Disbit http://www.dis.se/dbyindex.htm kann man sich als „guest“ eintragen und Auskünfte über Namen und Personen ab den 18. Jahrhundert erhalten. Gegen eine Gebühr kann man im http://www.genhouse-sweden.com/ Haus der Familienforscher (Släktforskarnas Hus) in Leksand und im Familienforschungszentrum in Kyrkhult nach Ahnen forschen. In Leksand sind alle mikrofotografierten Kirchenbücher in Schweden vorhanden. Gegen eine Gebühr kann man sie unter http://www.genline.com/prislista/ konsultieren. Die Kirchenbücher für das Kirchspiel Bäckseda sind unter http://hem.passagen.se/kridre/backseda.htm aufgeführt. 
Dort findet man Geburten, Tote und Heiraten von 1688 bis 1800. – 

Bexell ist vor allem ein smålandisch-hallandisches Priestergeschlecht, dessen Mitglieder sich auf verschiedene Weise als Autoren betätigt haben. Beispielsweise war Sven Petter Bexell (geb. 1775 in Villstad (Växjö), gest. 1864) Priester und Historiker, sein Vater hiess Daniel Bexell, 1731-1798, er war Pastor in Villastad. Gemäss dem Svenska Släktkalender von 1980 waren Måns Månsson, gest. 1765, und sein Sohn Daniel Månsson, geb. 16.2.1694, "Rüsthalter" in Bäckseda (Besitzer eines oder mehrerer Höfe, welche Kavalleristen mit Pferd und Ausrüstung versorgten). Måns Månsson (Måns ist die Abkürzung für Magnus und heisst eigentlich "der Grosse") war mit Sara (1700-1765) verheiratet. Ihr Vater, Peter Widmundsson, ein Reiter aus der gleichen Gegend, wurde während des Grossen Nordischen Krieges zum Kornett befördert und erhielt vom König den Namen Bexell; er starb zwei Tage später. Einige der Söhne von Daniel Månsson nahmen später den Namen ihres Grossvaters an und von einem dieser stammt das Pfarrergeschlecht Bexell. Demnach stellt beim Namen Bexell die Herkunft ein auffälliges Merkmal dar. 

Im Internet ist unter http://hem.passagen.se/gronstub/lista.htm folgender Eintrag festgehalten: „Bexell Sköld: Fält delat i svart, vari tre i bjälke ställda eldsflammor av guld, och guld. Svart hjälmtäcke fodrat med guld. Hjälmprydnad: Tre strutsplymer av guld. Valspråk: Bene facite. – Carl, kontraktsprost, Kalmar, 1968. Medges åt efterkommande till Daniel (född 1731), kontraktsprost i Västbo. Äldste kände stamfader är Måns Månsson (1647–1702), rusthållare i Stora Fagraryd, Bäckseda.“ Die Uebersetzung dazu lautet: „Bexell Schild (Schild/Wappen, das dem Geschlecht der Bexell gehörte): Feld in schwarz und gold geteilt, im schwarzen Feld drei in Balken gestellte Feuerflammen aus Gold. Helmschmuck: Drei Straussenfedern aus Gold. Wahlspruch: Tue Gutes. - Carl, Vertragspfarrer, Kalmar, 1968. Vererbt an Nachkommen des Daniel (geb. 1731, Vertragspfarrer in Västbö. 

Aus Schwedens Geschichte: Erst im 11. Jahrhundert wurde Schweden christianisiert. In der Mitte des 12. Jahrhunderts begann von Schweden aus die Christianisierung in Finnland, das im Laufe des 13. Jahrhunderts Schweden angegliedert wurde (anfangs des 19. Jahrhundert kam es unter russische Herrschaft; am 6.12.1917 erklärte Finnland seine Unabhängigkeit.) Die Pest, die Schweden 1350 erreichte, führte zu einer langandauernden wirtschaftlichen Depression mit einem starken Bevölkerungsrückgang und vielen entvölkerten Höfen. Im Jahr 1389 wurde die Königsmacht in Dänemark, Norwegen und Schweden durch Erbschaften und Heiraten unter die Regentschaft der dänischen Königin Margarete gestellt. Nach einem Aufstand gegen den dänischen König Christian II. wurde Gustav Wasa zum schwedischen König ernannt. Unter seiner Regierung (1523 -1560)  entstanden die Grundlagen des schwedischen Nationalstaates. Auf einem Hügel bei der Kirche von Vissefjärda in Småland gibt es einen Gedenkstein mit der Inschrift "In Erinnerung an den Bauernführer Nils Dacke und seine Mannen, die hier in den Jahren 1542 - 1544 im Kampf für Freiheit, Gerechtigkeit und Glauben gefallen sind". Die Fehde richtete sich gegen die zentralistische Politik von Gustav Wasa, gegen das Verbot mit den Dänen Handel zu treiben, gegen die harte Steuerbelastung und gegen die Enteignung der katholischen Kirche. Im März 1543 verlor er mit seinen Kriegern die letzte Schlacht am Hjortensee. Nach zwei Kriegen wurde Halland in Südschweden und andere Gebiete durch den Friedensvertrag von Brömsebro 1645 vorerst provisorisch und ab 1658 definitiv schwedisch, nachdem es vorher dänisches Hoheitsgebiet war. 

Ueber die Provinz Halland findet man im Internet z.B. unter http://www.hallandsturist.se/ty/omhalland.asp und http://www.weltinfo.com/artman/publish/article_203.shtml vielfältige Hinweise. Die Frauen aus Halland sollen angeblich im Landesvergleich am längsten leben und die Bevölkerung insgesamt am wenigsten krankgeschrieben werden. Die Gegend ist stark von Kontrasten geprägt: Endlose Sandstrände in Halland (Hauptstadt: Halmstad; eine imposante Festung aus dem Mittelalter steht in Varberg) und tiefe Nadel- und Mischwälder mit Hügeln und Mooren, aber auch mit Beeren, Pilzen und Elchen  sowie grossen Seen mit vielen Edelfischen in Småland. Als Städte sind in Småland bekannt: Växjö mit Universität, Jönköping ist ein alter Handelsplatz, Kalmar liegt an der Ostsee  zwischen der Insel Öland und dem sog. Glasreich (Småland ist ein Zentrum der Glaskunst), in Alvesta und Värnamo gibt es viele Ferienhäuser, während Västervik als Seefahrerstadt an der Ostküste bezeichnet werden 

kann. In dieser von Hügeln, Wäldern und Seen geprägten Landschaft ist auch Pippi Langstrumpf und all die anderen Figuren aus Astrid Lindgrens Erzählungen entstanden und von Eva Bexell stammen aus der Gegenwart mehrere schwedische Kinderbücher (z.B. Kleine Schufte oder Das Klavier brennt). - In Öland steht die Ismantorps Borg, Reste einer Fluchtburg aus der Völkerwanderungszeit (Wanderung der meist germanischen Stämme aus ihren Ursprungsgebieten nach Süd- und Westeuropa mit Höhepunkt vom 4. bis zum 6. Jahrhundert). -  

Bereits seit anfangs des 18. Jahrhunderts gibt es den Namen Buxell in England und im 19. Jahrhundert nach Amerika ausgewanderte Bexell aus Schweden nennen sich in den USA teilweise Bexel oder Bucksell.