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Ahnenforschung und Datenschutz

Bei der Familienforschung (Genealogie) geht es um die Erforschung der Abstammungsverhältnisse von Familien mit dem Ziel, die Herkunft eines Menschen von seinen Eltern und Voreltern nachzuweisen und Namen sowie Lebensdaten zu ermitteln. Fälschlicherweise werden häufig nur die männlichen Vorfahren verfolgt, obwohl die Frauen eine ebenbürtige Bedeutung und Rolle spielen. Wahrscheinlich haben sich die Männer in früheren Jahrhunderten keine Gedanken gemacht, dass Frauen mit der Heirat und der damit verbundenen Namensänderung eine Identitätskrise erleben können. Gewiss ist jedoch, dass Nachforschungen von Müttern in der Regel schwieriger sind, weil in der Vergangenheit die Zivilstandsregister in der Schweiz nur nach dem Namen der Männer geführt wurden.

Wer Ahnenforschung betreibt, sollte beachten, dass die Schweizer im benachbarten Ausland  nicht nur als Söldner bekannt waren, sondern beispielsweise im Elsass (Sundgau) bereits im Mittelalter als Landarbeiter tätig und vom 16. Jahrhundert an nicht nur als Saisonarbeiter, sondern auch als eingesessene Einwanderer erwähnt wurden. In der Mitte des 19. Jahrhundert fand im Kanton Bern eine eigentliche Auswanderungswelle statt. Es ist belegt, dass beispielsweise der Gemeinderat von Hasle 1850 beschloss, dass dem "Grundsatze nach arme Gemeindebürger zur Auswanderung nach Amerika zu unterstützen" sind.

Zum Datenschutz: Das Eidgenössische Amt für Zivilstandswesen hat festgelegt, dass das Datum eines Zivilstandsereignisses wie Namen, Vornamen sowie Bürgerrechte (bzw. Staatsangehörigkeit) und Wohnsitz der vom Zivilstandsereignis unmittelbar betroffenen Personen veröffentlicht werden dürfen. Damit niemand in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt wird, wird hier nur die Ahnenlinie des Autors dargestellt.

Besonders im mittelalterlichen Lehenswesen (eine in allen Lebensbereichen umfassende sozialpolitische Struktur, eine Art Treueverhältnis) spielte die Genealogie eine bedeutende Rolle, wo sog. Ahnenproben vorgeschrieben waren. Es ging um den Nachweis der adligen und ehelichen Abstammung über mehrere Generationen. Sie hatte besonders im 14.-16. Jahrhundert grosse Bedeutung bei Turnieren, Stiftern und Ritterorden sowie bei einträglichen Rechten und Kompetenzen am verliehenen Boden. Eine Heirat war praktisch nur innerhalb der eigenen Sozialschicht möglich. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert und später wurde die Familienforschung vor allem durch umfangreiche Quellenstudien der Geschichtswissenschaft gefördert. Für viele Zeitgenossen ist sie zu einem Hobby geworden, wobei der Computer und das Internet heute wichtige Hilfsmittel darstellen.

Es gibt verschiedene Methoden, um eine Ahnenreihe darzustellen. Dem Autor ging es darum, möglichst die verschiedenen Heimatorte des Geschlechtes Bichsel und die jeweiligen Stammväter, aber auch ihre Nachfahren zu erfassen und auf einen Blick eine Zuordnung vorzunehmen. Deshalb wurde ein eigenes mit sieben- bzw. achtstelligen Zahlen entwickelt. Die erste Ziffer von links gibt die jeweilige Generation wieder, wobei die zehnte die Ziffer 10 erhält, so dass ab hier achtstellige Zahlen verwendet werden. - Die zweite Ziffer von links vermittelt den Heimatort, beispielsweise erhielt Sumiswald die Zahl 1, Eggiwil, die Zahl 2, Hasle bei Burgdorf die Zahl 3 etc. - Die dritte Ziffer von links zeigt an, von welchem Stammvater eine Person abstammt. Bei der Sumiswalder-Linie erhielt Simon, geb. 1563 die Zahl 1, Hans, geb. 1565 die Zahl 2, Hans geb. 1584 die Zahl 3 und Niklaus, geb. 1592 die Zahl 4. Bei grossen Datenbanken mit mehr als 10 Generationen sind für die Geschwisterreihen 5 Ziffern nötig, damit möglichst wenig Doppelspurigkeiten vorkommen. Wenn im Laufe der Zeit neue Personen mit dem Familiennamen Bichsel einen bestehenden Heimatort erhalten, bekommen diese die nächst höhere Ziffer. - Mit der hintersten Ziffer wird die jeweilige Geschwisterreihe bezeichnet. Das zehnte Kind einer Familie bekommt die Ziffer 0; hat eine Familie noch mehr Kinder wird dafür auch die zweithinterste Ziffer verwendet, welche jedoch üblicherweise die Geschwisterreihe der Eltern, in der Regel des Vaters vermittelt. Die dritte Ziffer von rechts gibt die Geschwisterreihe der Grosseltern und die vierte Ziffer von rechts die Geschwisterreihe der Urgrosseltern wider, in der Regel diejenige des Grossvaters bzw. des Urgrossvaters. Auf diese Weise kann rasch erkannt werden, von welchen Vorfahren eine Person abstammt und welcher Ahnenreihe sie folgt.

Offensichtlich die umfassendsten Unterlagen zu früheren Generationen sind im Internet bei den Mormonen zu finden, z. B. mit http://www.lousonna.ch/vallat/, und zwar nicht nur für den Familiennamen Bichsel und seine verschiedenen Abwandlungen. Zur Erstellung von Ahnenreihen ist auch http://www.rootsweb.com/ wertvoll. Ein recht grosses Problem ist jedoch, dass bei beiden amerikanischen Datenbanken viele fehlerhafte Schreibweisen und auch falsche Personendaten vorkommen und die gleiche Person häufig in X-Variationen genannt wird. Sichere Daten findet man vor allem in den Kirchenbüchern. Von den meisten Gemeinden des Kantons Bern existieren Mikrofilme auf CD. In Amerika findet man gesicherte Daten über die Nachfahren der Bichsel bei Agnes Bixler Kurtz: "John Bixler (1700-1765) Pioneer, Immigrant, Farmer", 2. Auflage (im Internet abrufbar).