Inhalt - Kindsmisshandlung im öffentlichen Diskurs (3/2014)

Kindesmisshandlung im öffentlichen Diskurs



Im vergangenen Monat wurde der behördliche Kinderschutz sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland öffentlich thematisiert und die zuständigen Fachstellen kritisiert. Auslöser der Diskussionen sind zwei Publikationen, welche die Folgen beschreiben, wenn dem Kindeswohl nicht genügend Rechnung getragen wird oder diese Überprüfung sogar vergessen geht.

Abklärungen zu Kindeswohlgefährdung, Kindesmisshandlung und Verwahrlosung gehören zum Tätigkeitsbereich der Sozialen Arbeit. Damit Kindsmisshandlungen nicht übersehen werden, müssen Fachpersonen über genügend Kenntnisse und Wissen zu dieser Thematik verfügen.

Gewaltanwendung gegenüber Kindern fordert gesellschaftlichen Schutz

Bemühungen rund um das Kindeswohl und, damit verbunden auch die Verhinderung von Kindsmisshandlungen, sind eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe, in die auch die Soziale Arbeit eingebunden ist. Fachpersonen sind in ihrem sozialarbeiterischen Alltag mit psychischen und physischen Gewaltanwendungen gegenüber Kindern konfrontiert. Der Umgang damit ist eine heikle Aufgabe, die es zu lernen gilt. Damit sind schwierige und arbeitsintensive Zielsetzungen verbunden, die den unter ständigem Arbeitsdruck stehenden Fachpersonen viel abverlangt.

So gilt es abzuwägen, ob den Eltern die nötige Hilfe zur Abwendung der Gefährdung vermittelt, oder ob eine Fremdplatzierung des Kindes ins Auge gefasst werden soll. Sämtliche Vorgehensarten bedürfen einer fortlaufenden Überprüfung, um die Wirksamkeit der Interventionen zu kontrollieren. In diesem Spannungsfeld arbeiten Fachpersonen des Kindesschutzes auf Hochtouren und leisten in der Schweiz eine wertvolle und wichtige Aufgabe. Auf den Spezialisten aus den Bereichen der Sozialen Arbeit, der Medizin aber auch der Polizei lastet eine enorme Verantwortung, die je nach Rahmenbedingungen besser oder schlechter übernommen werden kann.

Wegsehen der Behörden – Unrecht anerkennen

Im Buch „Platzspitzbaby – Meine Mutter, ihre Drogen und ich“ beschreibt eine junge Autorin ihre Kindheit zur Zeit der offenen Drogenszene auf dem Platzspitz Ende der 80er-Jahre. Die Kindesmutter der Icherzählerin war alleinerziehend, drogenabhängig und gehörte der Platzspitz-Generation an. Sie vernachlässigte und gefährdete nicht nur sich selber, sondern auch ihr Kind. Die Behörden, Ärzte, Polizeibeamte und weitere zufällig involvierte Erwachsene blieben untätig und schauten trotz Gefährdung weg. Die Autorin will allen anderen „vergessenen Kinder“, die noch heute zu Tausenden in Suchtfamilien aufwachsen, eine Stimme geben.

„Deutschland misshandelt seine Kinder“ heisst ein weiteres Buch, das Anfangs 2014 erschienen ist. Im Klappentext steht: „Jeden Tag werden in Deutschland mehr als 500 Kinder von Erwachsenen aus ihrem familiären Umfeld misshandelt. Fast jeden Tag wird ein Kind durch körperliche Gewalt getötet. Und erschreckend hoch ist die Zahl der Opfer, die später selbst zu Tätern werden. Michael Tsokos und Saskia Guddat schildern aus ihrer rechtsmedizinischen Praxis die dramatischen Gewalterfahrungen von Kindern in ihren Familien. Und sie unterbreiten Vorschläge, wie das deutsche Kinder- und Jugendschutzsystem verbessert werden kann, um das gesetzlich verankerte Recht der Kinder auf gewaltfreie Erziehung zu sichern. Vor allem aber fordern sie beherztes Einschreiten gegen Kindesmisshandler und gegen all jene, die die alltägliche Misshandlung von Kindern durch Wegschauen, Verharmlosen und Tabuisieren begünstigen.“

Vor allem in Deutschland erlangte dieses Buch grosse mediale Aufmerksamkeit und steht bereits auf der Spiegel-Bestseller-Liste. Leider ist es in einem sehr reisserischen und verurteilenden Ton gehalten, was einer fachlichen Debatte eher abträglich ist. Das Buch reiht entsetzliche Geschichten aneinander, in denen die Kinder von ihren Eltern gequält, gefoltert, misshandelt und oft auch getötet wurden. Zu den jeweiligen Berichten wird das Versagen involvierter Fachkräfte beschrieben. Gemäss den Autoren sind diese allesamt unfähig und sie scheuen sich nicht, die Spezialisten aus dem Bereich des Kindesschutzes in Verruf zu bringen. Mit keinem Wort wird darüber gesprochen, dass die Arbeit im Kindesschutz eine Arbeit an Grenzen und somit auch immer eine Arbeit mit Risiko ist. Eine oberflächliche Abhandlung eines tiefgründigen Problems, dessen Polemik weder den Leidtragenden noch den Experten hilft.

Die Rolle der Sozialen Arbeit in der Prävention von innerfamiliärer Kindeswohlgefährdung

Allerdings sollen die Stimmen von Betroffenen, die in ihrer Not oft jahrelang ungehört blieben, gehört und ernstgenommen werden. Betroffene sollen sich zu Wort melden können und die betroffenen Behörden, und damit auch die Soziale Arbeit, müssen sich dem Diskurs stellen, damit sie letztlich daran wachsen können. Die Frage steht im Raum, ob wir Sozialarbeitende auch tatsächlich über genügend Fachwissen verfügen, eine Kindswohlgefährdung in ihrem ganzen Ausmass zu erkennen und dementsprechend zu verhindern. Die Bachelor-Thesis von Katja Weder hilft dabei, bestehende Wissenslücken zum Thema Kindsmisshandlung zu schliessen. 

Die Bachelor-Thesis (August 2013) trägt den Titel „Misshandelt und verwahrlost – Wenn die Eltern das Wohl ihres Kindes gefährden – Die Rolle der Sozialen Arbeit in der Prävention von innerfamiliärer Kindeswohlgefährdung“. Katja Weder untersuchte beispielsweise die Risiko- und Schutzfaktoren im Kontext innerfamiliärer Kindeswohlgefährdung. Sie teilt die Risiko- und Schutzfaktoren in vier Ebenen ein.

Risiko- und Schutzfaktoren

Auf der Ebene des Individuums werden physische, demografische Merkmale und Verhaltensprobleme untersucht, die eine erhöhte Wahrscheinlichkeit von elterlicher Gewalt zur Folge haben können.

Unter den Verhaltensproblemen wird zum Beispiel ein schwieriges Temperament oder aggressives Verhalten der Kinder erwähnt. Unter physischen Merkmalen werden Risiken von Mangelgeburt, tiefes Geburtsgewicht, körperliche Unreife, gesundheitliche Probleme, Entwicklungsverzögerung oder Behinderung aufgezählt. Als demografische Merkmale einer Person werden zum Beispiel das Geschlecht, das Alter und die Bildung genannt. In verschiedenen Studien konnten demografische Risikofaktoren identifizieren. Dazu gehört das männliche Geschlecht, die Entwicklungsphase der frühen Kindheit und der Adoleszenz, welche das Risiko auf Kindeswohlgefährdung durch die Eltern ansteigen lassen.

Die Risikofaktoren auf der Beziehungsebene sind im nahen Umfeld eines Individuums zu suchen. Die Merkmale der Eltern spielen hier eine wichtige Rolle und werden in demografische, psychologische und persönliche Merkmale sowie eigene Gewalterfahrungen eingeteilt.

Untersuchungen zeigen, dass ein tiefes oder hohes Alter der Frau bei der Geburt ein Risiko sein kann, auch geringe Bildung und eine grosse Anzahl Kinder vergrössert das Risiko auf Gewaltanwendung. Die Liste der psychologischen und persönlichen Risikomerkmale der Eltern ist lang. Depression resp. depressive Symptome, neurotische Persönlichkeit, beschränkte Fähigkeit zur Empathie, Alkohol- und Drogenmissbrauch, wenig Kenntnis von normaler Entwicklung des Kindes und eine Befürwortung von körperlichen Strafen können Risiken sein. Interessant sind die Ergebnisse zu den Risikofaktoren auf der Ebene der eigenen Gewalterfahrung der Eltern. Katja Weder hält in ihrer Arbeit fest: „Auch wenn die eigene Gewalterfahrung eine deutliche Auswirkung auf die eigenen Anwendung von Gewalt hat, ist dennoch zu beachten, dass ein Teil der Eltern die Gewalterfahrung nicht an die Kinder weitergibt. Die Gewalt-Weitergabe wird in der Literatur auf etwa 30% geschätzt.“ (S. 25)

Das Kapitel zu den Risikofaktoren auf der Ebene der Gemeinschaft und des direkten sozialen Umfeldes widmet sich den sozialen Strukturen, die in der direkten Umgebung des Kindes und der Eltern vorzufinden sind. Folgende Risikofaktoren werden hier subsumiert: Unterschicht und Arbeitslosigkeit, Wohngegend und Nachbarschaft und das soziale Netzwerk.

Die Zugehörigkeit zu einer niedrigen sozialen Schicht, geringe finanzielle Ressourcen, Abhängigkeit von staatlicher Unterstützung und Arbeitslosigkeit bei Frauen und Männern fördern Vernachlässigung und Misshandlung von Kindern. Meist treten diese Faktoren kumuliert auf und begünstigen sich gegenseitig. Günstig aufs Kindeswohl wirkt sich eine Berufsstätigkeit der Mutter aus, trotz dieser Mehrfachbelastung durch Familien-, Arbeits- und Eheleben der Mutter.

In Deutschland und Amerika wurde festgestellt, dass Wohngegenden und Nachbarschaften mit hoher Gewalt- und Armutsrate das Misshandlungsrisiko in Familien erhöhen. Offenbar gilt das auch für Familien, die über keine eigene Gewaltdisposition verfügen und von Gewalterfahrung unbelastet sind.

Risikofaktoren im sozialen Netzwerk äussern sich durch soziale Isolation, durch geringe Kontakte zu Verwandten und durch mangelnde soziale Unterstützung. Auch häufiger Wohnortswechsel gehört dazu.

Auf der Ebene der  und Gesellschaft - Kultur und Gesellschaft werden Risiken wie makrosoziale Rahmenbedingungen (Soziale Isolation und Arbeitslosigkeit), gesellschaftliche Verbreitung von Gewalt (Waffengewalt), gesellschaftliche Einstellung zur Erziehung von Kindern, hohe Armutsrate und tiefes Ausmass an staatlichen Hilfemassnahmen genannt. Ein wichtiger Faktor ist das fehlende Verbot der körperlichen Züchtigung.  All diese Risikofaktoren stehen miteinander in einer Wechselwirkung und können innerfamiliäre Kindeswohlgefährdung begünstigen.

Ein wichtiges Fazit von Katja Weder ist, dass nicht alle Sozialarbeitenden genügend über die Thematik der Kindesmisshandlung wissen: "Um mögliche Kindeswohlgefährdung verhindern zu können, ist es unumgänglich, ausreichend darüber Bescheid zu wissen. Zudem dürfen u.a. Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen selbst kein gewaltförmiges Verhalten praktizieren. Doch auch hier bestehen grosse Lücken in der Handlungskompetenz. Deshalb ist es wichtig, Sozialarbeitende, welche mit Kinder, Eltern, Familien und deren nahem Umfeld in Kontakt kommen, für die Problematik zu sensibilisieren und sie in ihrer Handlungskompetenz zu stärken. Ferner sollen sie wissen, welche Risikofaktoren innerfamiliäre Gewalt begünstigen und entsprechend in der Lage sein, diese im Rahmen ihrer Möglichkeit gezielt anzugehen und entsprechende Schutzfaktoren zu stärken."

Arbeitshilfen


17. November, 2014 - ErzieherIn.de
Kindeswohlgefährdung - Welche Pflichten haben Fachkräfte? Wie gehen Fachkräfte richtig vor?

Immer wieder fühlen sich Fachkräfte verunsichert, wenn es um Kinder geht, die sich verletzt haben oder schon mit Verletzungen in die Kita kommen. Der Artikel, den wir mit freundlicher Genehmigung der Redaktion von Kita aktuell Recht übernommen haben, gibt Hinweise, wie pädagogische Fachkräfte sich richtig verhalten.


13. August, 2014 - BSV
Kinderschutz

Als Fachstelle des Bundes für die Kinder- und Jugendpolitik stellt das BSV im Bereich des Kinderschutzes Informationen zur Verfügung und ergreift Massnahmen, um die Zusammenarbeit mit und zwischen den verschiedenen Akteuren zu verbessern. Es pflegt zudem die Kontakte und den Austausch mit den verschiedenen Bundesämtern, welche im Bereich des Kinderschutzes tätig sind. Darüber hinaus subventioniert es Organisationen, welche sich auf nationaler Ebene für die Prävention von Kindesmisshandlung und Vernachlässigung engagieren. Es stützt sich dabei auf die Stellungnahme des Bundesrats vom 27. Juni 1995 zum Bericht Kindesmisshandlung in der Schweiz sowie auf die Verordnung über Massnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen sowie zur Stärkung der Kinderrechte. 


13. August, 2014 - BSV
Gewalt gegen Kinder Konzept für eine umfassende Prävention

Kindesmisshandlungen sind häufig. Auch heute noch werden zu viele Kinder geschlagen, vernachlässigt, missbraucht. Sie sind Opfer von Eltern oder Familienangehörigen oder Bekannten, also Personen, welche sie beim Heranwachsen
und in ihrer Entwicklung fördern sollten. In anderen, selteneren Fällen werden sie Opfer fremder Personen, von Pädophilen oder kriminellen Netzen.


13. März, 2014 - ,
Schulthess Verlag
ZKE RMA 1/2014 Zeitschrift für Kindes- und Erwachsenenschutz

Kay Biesel/Stefan Schnurr: Abklärungen im Kindesschutz: Chancen und Risiken in der Anwendung von Verfahren und Instrumenten zur Erfassung von Kindeswohlgefährdung

Ulrich Bohren/Markus Wegenke: Abklärung und Beratung bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung



05. März, 2014 - kibesuisse
Leitlinien zur Prävention physischer und psychischer Gewalt in Kindertagesstätten und Horten

Bei der Arbeit von Kindertagesstätten und Horten steht das Wohl des Kindes im Zentrum. Die betreuten Kinder sollen in der Kita und im Hort sicher sein und ihre physische und psychische Unversehrtheit muss gewährleistet sein. Leitlinien zur Prävention physischer und psychischer Gewalt helfen, dieses Ziel zu erreichen.


05. März, 2014 - Kinderschutz Schweiz
Früherkennung von Gewalt an kleinen Kindern

Leitfaden für Fachpersonen im Frühbereich

Der Leitfaden richtet sich an Fachpersonen, die beratend, begleitend, pädagogisch oder therapeutisch im Frühbereich tätig sind. Er erläutert Risiko- und Schutzfaktoren in der frühkindlichen Entwicklung und führt das Ampelmodell ein.


05. März, 2014 - kispisg
Erscheinungsformen von Kindeswohlgefährdung

Handout anlässlich des Moduls «Differenzierte Betrachtungsweisen zu Kindeswohlgefährdung»


05. März, 2014 - BFH
Kindeswohlgefährdung erkennen in der sozialarbeiterischen Praxis

Leitfaden

Ist das Wohl eines Kindes gefährdet und wenn ja, wie soll man weiter vorgehen? Ein neuer Leitfaden unterstützt Fachpersonen der Sozialen Arbeit.


05. März, 2014 - BR
Damit Kinder nicht zu Opfern werden

Prävention im Kindergarten

"Mit mir nicht" heißt ein Präventionsprogramm, das mit Erfolg an vielen bayerischen Kindergärten eingesetzt wird. Es gibt Erzieherinnen und Erziehern Materialien an die Hand, mit denen am Beispiel alltäglicher Situationen durchgespielt wird, was passiert, wenn Kinder in einen emotionalen Zwiespalt geraten. 


05. März, 2014 - SRF
Kindesschutz: Soll ich mich bei Übergriffen einmischen?

Wer mitbekommt, wie Eltern Gewalt gegen ihr Kind anwenden, ist unsicher, ob er etwas unternehmen soll: Bei welcher Behörde können Kindsmisshandlungen gemeldet werden? Geben diese meine Identität bekannt? Wie Sie sich in einem solche Fall richtig verhalten, erklärt Beobachter-Experte Walter Noser.


05. März, 2014 - Kinderschutz Schweiz
Kindsmisshandlung – Kindesschutz

Ein Leitfaden zu Früherfassung und Vorgehen in der ärztlichen Praxis

Ein Kind wird geboren – ein wunderbares Ereignis und der Start zu neuem Werden und Entwickeln. Die Kindheit beginnt und somit ein Lebensabschnitt, den die UN-Kinderrechtskonvention seit 1989 als geschützt definiert. Ein Lebensabschnitt,
in dem Kinder aufwachsen, lernen, spielen und sich entwickeln können.

Literatur


10. September, 2014 - Schader, Heike
Risikoabschätzung bei Kindeswohlgefährdung

Ein systemisches Handbuch

Die AutorInnen dieses Buches haben vor dem Hintergrund unterschiedlicher Professionen Erfahrungen mit dem Thema Kindeswohlgefährdung gesammelt und stellen diese den LeserInnen zur Verfügung. Außerdem werden verschiedene Methoden vorgestellt, die hilfreich in der Risikoabschätzung oder in der Arbeit mit Kindern/Jugendlichen und Familien sind. Die theoretische Grundlage des Handbuches ist das systemische Denken und eine systemische Haltung im Umgang mit dem Thema. 


05. März, 2014 - , Weder, Katja
Edition Soziothek
Misshandelt und verwahrlost

Wenn die Eltern das Wohl ihres Kindes gefährden - Die Rolle der Sozialen Arbeit in der Prävention von innerfamiliären Kindeswohlgefährdung

Die Sicherstellung des Wohls eines Kindes und sein Schutz vor Gefährdungen durch seine Eltern verlangt spezifisches Wissen über die Risiken, welche die Wahrscheinlichkeit einer potenziellen Kindeswohlgefährdung erhöhen können.


05. März, 2014 - Halbheer, Michelle
Platzspitzbaby

Meine Mutter, ihre Drogen und ich

Michelle Halbheers Mutter gehört der Platzspitz-Generation an; schwerst drogenabhängig vernachlässigte und gefährdete sie nicht nur sich selber, sondern auch ihr Kind. Michelle ist knapp zehn, als sich ihre Eltern scheiden lassen und sie in die Obhut ihrer heroin- und kokainabhängigen Mutter kommt. Die folgenden Jahre werden für das Mädchen derart bedrohlich, dass es nur knapp überlebt. 


05. März, 2014 - Guddat, Saskia; Tsokos, Michael
Deutschland misshandelt seine Kinder

Jeden Tag werden in Deutschland mehr als 500 Kinder von Erwachsenen aus ihrem familiären Umfeld misshandelt. Fast jeden Tag wird ein Kind durch körperliche Gewalt getötet. Und erschreckend hoch ist die Zahl der Opfer, die später selbst zu Tätern werden.

Medienmitteilungen


19. November, 2014 - NZZ Online
Platzspitz-Babys – auch nach der Räumung der offenen Drogenszene

Sucht als Mehrgenerationenproblem

Peter Burkhard arbeitet mit Frauen und Kindern, die in suchtbetroffenen Familien aufgewachsen sind. Über 20 Jahre nach der Räumung der offenen Drogenszene ist das Thema virulent, denn Sucht ist ein Mehrgenerationenproblem.


13. August, 2014 - Der Schweizerische Beobachter
Verletzungen, die stutzig machen

Kindsmisshandlung

Die Zahl misshandelter ­Kinder bleibt hoch. 450 Fälle waren es im ­Kinderspital Zürich letztes Jahr. Immer wieder bewegt ­sich Kinderschützer Georg Staubli in einem rechtlichen Graubereich. 


05. Mai, 2014 - LCH
Bildung Schweiz 04/2014

Inhalt:

Gewalt an Kindern stoppen

Lehrpersonen nehmen häusliche Gewalt oft als Erste wahr.

Was können sie tun. Wie können Sie vorgehen?

Lehrplan 21 im Gegenwind

Nach der Detailkritik die Fundamental-Opposition






31. März, 2014 - HSLU
Das Kindswohl soll nicht an mangelhaften Zahlen scheitern

Wie viele Fälle von Kindswohlgefährdung und Kindsmisshandlung werden in der Schweiz betreut und unterstützt? Man möchte meinen: eine einfache Frage, die mit einem Blick in eine Statistik schnell und zuverlässig beantwortet werden kann. Doch so einfach ist es nicht, erklärt Andreas Jud von der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit: „Bis jetzt gibt es leider keine verlässlichen, über alle Kantone hinweg vergleichbaren nationalen Daten.“


17. März, 2014 - Die SonntagsZeitung
«Wir sahen Spuren von Gürteln, Händen, Bügeleisen»

Kinderarzt Ulrich Lips über die Folgen von Misshandlungen, renitente Eltern und falsche Verdächtigungen

Deutschland ist geschockt: In ihrem Buch «Deutschland misshandelt seine Kinder» zeigen eine Rechtsmedizinerin und ein Rechtsmediziner der Berliner Charité auf, dass jede Woche drei Kinder an den Folgen von Misshandlungen sterben. Die beiden Ärzte erheben in ihrer Streitschrift massive Vorwürfe gegen die Behörden, werfen diesen vor, bei bereits bekannten Fällen von Gewalt gegen Kinder viel zu lange untätig zu bleiben. Wie ist das in der Schweiz? 


06. März, 2014 - SRF
Kindesschutzbehörde versagt

Neue Kindesschutz-Behörde versagt: Chaos statt Kompetenz

Die neuen Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden sollen sich um Menschen kümmern, die nicht für sich selber sorgen können, wie Demenzkranke oder Kinder aus zerrütteten Familien. «Kassensturz» zeigt: Die Bilanz nach 15 Monaten ist ernüchternd. Betroffene berichten von Inkompetenz und Chaos.  


05. März, 2014 - SRF
Kindswohl gefährdet – was tun?

Der «Club» über die schwere Kindheit von Michelle Halbheer mit ihrer Junkie-Mutter hat weitere Fälle ans Licht gebracht, bei denen fundamentale Kinderrechte mit Elternrechten kollidieren. Wie entscheidet die neue Behörde KESB, wenn das Kindswohl gefährdet ist? Ein Dilemma mit Konfliktpotenzial. 


05. März, 2014 - SRF
Kindsmisshandlung: Wenn Eltern an ihre Grenzen kommen

Vor 40 Jahren wurde am Kinderspital Zürich die erste Kinderschutzgruppe der Schweiz gegründet. Allein am Kinderspital Zürich wurden letztes Jahr über 400 Fälle von mutmasslicher Kindsmisshandlung betreut, ein Drittel davon wegen Verdacht auf sexuelle Ausbeutung.


05. März, 2014 - Zeit Online
Fundamentales Vertrauen

Psychologie

Der Münchner Psychotherapeut Karl Heinz Brisch hilft Eltern, eine sichere Bindung zu ihren Kleinkindern aufzubauen.

Weiterbildung


17. März, 2014 - MMI
Fachtagung: Gewalt an kleinen Kindern - erkennen - einschätzen - handeln

Für ihre gesunde Entwicklung benötigen Kinder sowohl genügenden Schutz als auch eine anregende Umwelt. Ihr Wohlbefinden hängt in den ersten Lebensjahren massgeblich davon ab, wie feinfühlig Eltern oder andere Bezugspersonen ihre Bedürfnisse erkennen und beantworten. In der Regel gelingt dies in ausreichendem Masse, auch wenn im Alltag immer wieder herausfordernde Situationen bewältigt werden müssen.

Kommentare

Kurt, 12.03.2014 09:18:
Liebe Kolleginnen und Kollegen
Bei aller berechtigten und nötigen Kritik in Zusammenhang mit behördlichen und sozialarbeiterischen Fehlleistungen bei Kindeswohlgefährdungen sollte man gerade in der Fachwelt nicht nur auf süffige Publikationen abfahren, sondern auch in den Fokus nehmen, was zur Befähigung der Akteure alles unternommen wird. Ich gestatte mir in diesem Zusammenhang einen Hinweis auf die Zeitschrift für Kindes- und Erwachsenenschutz (ZKE) Nr. 1/2014, welche diesbezüglich interessante Beiträge aufweist (aber zugegebenermassen weniger marktschreierisch als das Werk von Tsokos/Guddat).
Mit freundlichen Grüssen
Kurt Affolter-Fringeli, lic. iur., Fürsprecher und Notar, Ligerz
Martin, 13.03.2014 16:01:
Lieber Herr Affolter
Vielen Dank für Ihren Hinweis! Die genannte Publikation haben wir gerne in die Liste aufgenommen.

Freundliche Grüsse
Martin Heiniger, Geschäftsstelle sozialinfo.ch
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