Inhalt - Psychische Erkrankungen - Herausforderung für die Sozialwerke (2/14)

Monatsthema Februar 2014

Psychische Erkrankungen als Herausforderung für die Sozialwerke



Immer mehr Menschen fallen aufgrund einer psychischen Erkrankung aus dem Erwerbsleben oder können sich von vornherein gar nicht erst integrieren. Haben unsere Sozialwerke die richtigen Rezepte zur Hand, um darauf zu reagieren?

Fragwürdige Methoden der IV

Unlängst hat die Meldung, dass die IV Stelle Luzern bei psychisch erkrankten Antragstellern Hirnscans anwendet, für Aufruhr gesorgt. Die Hirnscans werden vorab bei jenen Antragsstellern angewendet, deren Beschwerdebilder nach dem heutigen Stand der Medizin nicht objektivierbar sind und deren Diagnosen einzig auf subjektiven Aussagen der Patienten beruhen. Berechtigterweise weist der Artikel in der WOZ darauf hin, dass diese Tests in ihrer Aussagekraft wissenschaftlich nicht fundiert seien und für die Betroffenen eine weitere Kränkung im ganzen Abklärungsprozess bedeuteten. Klare Worte wählt auch die Menschenrechtsorganisation Humanrights. Die Organisation kommt in einem Artikel zum Thema "Ausschluss der Schmerzpatienten/-innen aus der Invalidenversicherung" zum Schluss, dass die IV beim kategorischen Ausschluss von Schmerzpatienten/-innen gegen das Diskriminierungsverbot verstosse. Sie kritisiert auch die Bundesgerichtsentscheide ab 2004, welche alle Schmerzleiden ohne nachgewiesene körperliche Ursache als "durch den Willen überwindbar" einstufen und deshalb keinen Grund für einen Rentenanspruch sehen. Pointiert kommentiert die Bloggerin Marie Baumann auf ihrem iv info Blog: "Die Hauptfrage, die die Schweiz im Bezug auf Menschen mit psychischen Erkrankungen seit 10 Jahren bewegt, ist ja vor allem: Wie verwehren wir denen bestmöglichst den Zugang zur IV-Rente bzw. wie kriegen wir die aus der IV wieder raus? Der medial/politisch/juristische Lösungsweg dazu lautet: Wir erklären die einfach für gesund! Problem gelöst. (Oder auch nicht…)."

Weist die Praxis der IV auf eine gewisse Hilflosigkeit im Umgang mit einem gesellschaftlichen Phänomen hin? Immer mehr Menschen fallen aus dem Arbeitsleben hinaus, weil sie psychisch erkranken. Laut jüngst veröffentlichter OECD Studie haben sich die IV-Berentungen aufgrund von reaktiven psychischen Störungen (also nicht biologisch bedingten psychischen Erkrankungen) zwischen 1995 und 2012 verdreifacht. Vergleicht man die Zahlen mit jenen aus den 1980er Jahren, so hat sich diese Zahl sogar verzehnfacht. Und dies, obschon die Zahl der IV-Berentungen insgesamt seit einigen Jahren rückläufig ist.

Die Empfehlungen der OECD

Die OECD empfiehlt den Schweizer Behörden, mehr zu tun, um Menschen mit einer psychischen Erkrankung im Arbeitsprozess zu halten oder sie überhaupt erst ins Arbeitsleben zu integrieren. Der Zugang zu Gesundheitsdiensten sei in der Schweiz sehr gut und die Zahl der Psychiaterinnen und Psychiater weit höher als in jedem anderen OECD-Land. Die Bemühungen, Betroffenen bei der Rückkehr an den Arbeitsplatz zu unterstützen, seien hingegen nicht sehr verbreitet. Es fehle eine Verbindung zwischen den Gesundheits- und Arbeitsvermittlungsdiensten oder zwischen dem Arbeitsplatz und der Ärzteschaft. Andere Länder würden hier schon erste Erfolge erzielen.

Arbeitgeber sollten bei psychischen Problemen ihrer Mitarbeiter mehr Verantwortung übernehmen und stärker mit den Krankenassen zusammen arbeiten und früh Kontakt mit der Invalidenversicherung aufnehmen. Auch die Arbeitsämter könnten laut OECD mehr tun. Sie sollten psychische Probleme bei ArbeitnehmerInnen möglichst früh erkennen und in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitssektor angehen. Auch bei der Unterstützung von Jugendlichen mit psychischen Störungen stellt die OECD grosse Lücken in der Versorgung fest. Diese erhielten bei einem Abbruch der Sekundarstufe II oder der Berufsausbildung keine Unterstützung. Die Beschäftigungsperspektiven von Jugendlichen hätten sich in den vergangenen zehn Jahren verschlechtert und die IV-Anmeldungen von Jugendlichen mit psychischen Erkrankungen nähmen zu.

Die OECD empfiehlt den Schweizerischen Behörden:
- Krankheitsbedingten Arbeitsausfällen sollte stärker vorgebeugt werden bzw. die Fehltage sollten durch umfassende Betreuung minimiert werden.
- die Arbeitsvermittlungen und Sozialdienste sollten im Umgang mit häufigen psychischen Problemen geschult werden.
- Die Invalidenversicherung sollte näher an die Arbeitswelt gebracht werden und dabei sollte ein besonderes Augenmerk auf die Rolle der Arbeitgeber und arbeitsplatzorientierte Frühinterventionen gerichtet werden.
- Die psychiatrische Versorgung sollte stärker darauf ausgerichtet werden, dass Menschen wieder in den Arbeitsmarkt zurückkommen, unter anderem durch Umschichtung von Ressourcen in der Ärzte-Ausbildung.
- Es sollte sichergestellt werden, dass Schülerinnen und Schüler mit psychischen Problemen nicht verfrüht aus dem Bildungssystem ausscheiden (OECD Medienmitteilung).

Junge IV-Rentenbeziehende als Sorgenkinder

Der OECD-Bericht weist auf ein brisantes Thema hin. Bei jungen Erwachsenen seien die Unterstützungsmassnahmen der verschiedenen Sozialwerke ungenügend. Es werde oft zu früh eine IV-Rente ausgesprochen und die Bemühungen, die Jugendlichen in die Arbeitswelt zu integrieren seien ungenügend. Mit relativ hoch angesetzten IV-Renten würden bei Jugendlichen falsche Anreize gesetzt, um sie ins Arbeitsleben zu integrieren, kritisieren die Autoren. Sie empfehlen, die Höhe der IV-Renten gerade bei den jüngeren an das Alter anzupassen. Zu einem ähnlichen Fazit kommt auch eine 2012 veröffentlichte Masterarbeit von Prof. Dr. med. Oskar Bänziger und Barbara Gölz (Institut für Betriebswirtschaftslehre der Universität Zürich). Sie schlagen unter anderem ein stufenloses IV-Rentensystem vor und eine Synchronisation der IV mit Sozialhilfe und Arbeitslosenversicherung. Es müssten mehr positive Anreize für Arbeitgeber geschaffen werden, damit mehr Arbeitsplätze für junge Erwachsene mit krankheitsbedingten Leistungseinschränkung zur Verfügung gestellt werden könnten. Aber auch Ärzte/Therapeuten und Ausbildungsinstitutionen sollten für die weit reichenden Folgen ihrer Diagnose-Entscheide und Ausbildungskonzepte sensibilisiert werden, schreiben Bänziger und Gölz. "Mediziner wie Ausbildner sollten von der allzu raschen Pathologisierung abkommen und die Behandlung / Ausbildung der Jugendlichen nicht um deren „Defizite“ herum bauen und sie aus jedem „normalen Umfeld“ herausnehmen, sondern ihnen die alltagsnotwendigen Strukturen und Leitplanken vermitteln, anhand derer sie ihre teils noch nicht entwickelten oder verschütteten Ressourcen aufbauen oder reaktivieren können." (S. 76, Bänziger/Gölz 2012).

Arbeitgeber in der Pflicht

Die Arbeitgeber sollten stärker in die Verantwortung genommen werden. Zu diesem Schluss kommt auch eine von der ZHAW und dem Büro Bass herausgegebene Studie mit dem Titel "Arbeit und Krankheit - Eine Untersuchung zur Rolle des Rechts und des sozialen Umfelds" (Kurt Pärli et al. 2013). Diese Studie hat in einer Langzeituntersuchung unter anderem festgestellt, dass (psychisch und körperlich) erkrankte Mitarbeitende in Unternehmen mit einem institutionalisierten Gesundheitsmanagement häufiger ihre Stelle behalten können und länger im Arbeitsprozess bleiben als Mitarbeitende in einem Betrieb ohne Gesundheitsmanagement. Sie fordern, dass Arbeitgebende die Unterstützung bei der Eingliederung nicht vollständig der IV überlassen dürften, da sie eine Fürsorgepflicht gegenüber dem Arbeitnehmenden hätten. Die Autoren empfehlen zudem die Einführung einer obligatorischen Krankentaggeldversicherung – ähnlich, wie dies bereits bei der Unfallversicherung der Fall ist. So könnte man die Unsicherheiten bis zur Ausrichtung einer IV-Rente und die Ungleichheiten je nach Art des Arbeitsverhältnisses ausräumen. Eine interessante Aussage formulieren sie zum geltenden Grundsatz Eingliederung vor Rente: "Apodiktischen Aussagen wie „eine Beschäftigung ist in jedem Fall einer Nichtbeschäftigung vorzuziehen“, die in diesem Sinne im Zusammenhang mit der fünften IV-Revision in den Raum gestellt wurden, haftet etwas ideologisches, ja totalitäres inne. Hier gilt es Augenmass zu bewahren. Nicht in jedem Fall ist eine gegen den Willen und entgegen den tatsächlichen Voraussetzungen einer Person durchgepaukte Eingliederungsmassnahme sinnvoll, nicht zuletzt kosten solche Massnahmen die Öffentlichkeit weit mehr, als die Ausrichtung einer Taggeld- oder Rentenleistung." (Pärli et al., S. 262)

Sozialleistungsbezüge vor IV-Rentenbeginn

Eine ebenfalls vor kurzem veröffentlichte Studie im Auftrag des Bundesamts für Sozialversicherungen hat untersucht, welche Sozialleistungen IV-Rentenbeziehende vor dem Rentenentscheid in Anspruch genommen haben, und wie lange. Die Verfasser wollen damit Grundlagen für eine wirksame Frühintervention liefern. Oft kommt es nämlich schon vor der Anmeldung bei der IV zu "Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, zu schleichender beruflicher Desintegration und in der Folge zur Abhängigkeit von Sozialleistungen". Rund 46 Prozent aller Neurentenbeziehenden nahmen vor der Rente Leistungen der Arbeitslosenversicherung und/oder der Sozialhilfe in Anspruch. Rund ein Drittel aller IV-Neurentenbeziehenden hat in den vorhergehenden fünf Jahren Sozialhilfe bezogen und wurde im Durchschnitt während zweieinhalb Jahren unterstützt. Noch länger wurden Personen unterstützt, die vor dem Sozialhilfebezug kein Anrecht auf Leistungen der Arbeitslosenversicherung hatten: sie wurden im Durchschnitt dreieinhalb Jahre unterstützt. Weiter zeigt die Studie auf, dass insbesondere Personen mit psychischen Gebrechen eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit aufweisen, vor der Rente Leistungen von Arbeitslosenversicherung oder Sozialhilfe zu beziehen. Jede siebte IV-Neurentenbeziehende, die vor Rentenbeginn erwerbstätig war, musste ergänzend Sozialhilfe beziehen. Mit 13 Prozent war der Anteil der Working Poor wesentlich höher als in der Gesamtbevölkerung (je nach Definition: 3,5 – 7, 5 Prozent, Fluder et al.). Die festgestellte Anzahl der Fälle und die langen Unterstützungszeiträume werfen auch bei der SKOS Fragen auf. Sie möchte mehr Erklärungen für die lange Unterstützungsdauer haben und mehr zum Verlauf des Gesundheitszustands während der Sozialhilfe erfahren (SKOS Medienmitteilung).

Interinstitutionelle Zusammenarbeit

Eine weitere Studie im Auftrag des Bundesamtes für Sozialversicherungen hat die interinstitutionelle Zusammenarbeit (IIZ) zwischen den Akteuren in der Invalidenversicherung, der Arbeitslosenversicherung, der Sozialhilfe, der Berufsbildung und des Bereichs Migration untersucht. Da die Zusammenarbeit in den Kantonen unterschiedliche Formen und Ausprägungen angenommen hat, sind die einzelnen Zusammenarbeits-Formen untersucht und miteinander verglichen worden, um die Verbreitung von Good Practices zu fördern.

Die Studie zieht eine positive Bilanz bei der Früherfassung und Frühintervention der Invalidenversicherung. Es habe sich gezeigt, dass die Ziele, die Zielgruppen und die wichtigsten Schritte der formellen IIZ trotz kantonal stark abweichender Praxis häufig sehr ähnlich seien. Die Studie hat einige Empfehlungen formuliert, die zum Teil schon aufgenommen und umgesetzt wurden. Insbesondere wurde auf kantonaler und nationaler Ebene ein Expertenpool aufgebaut und die bilaterale Zusammenarbeit wird durch regelmässige Austauschtreffen gefördert.

Etwas im Gegensatz dazu stehen die Äusserungen des OECD-Berichtes zur Interinstitutionellen Zusammenarbeit. Die Autoren sind der Meinung, dass die IIZ kostenaufwändig sei und zurzeit noch wenig Ertrag bringe. Ihrer Meinung nach sollte das Gesundheitssystem stärker eingebunden und die Invalidenversicherung näher an die Arbeitswelt geführt werden. Die Frühintervention habe bei der Personengruppe mit psychischen Beschwerden zu wenig gebracht. So seien Arbeitsplatznahe Massnahmen bisher noch selten (OECD, Medienmitteilung).

 

 

Fragwürdige Methoden der IV


14. November, 2014 - Der Schweizerische Beobachter
Eingliederung? Lieber nicht

Invalidenversicherung

Die IV bezeichnet sich als «Eingliederungsversicherung». Doch nicht alle gehandicapten Menschen, die Eingliederungsmassnahmen nötig hätten, spüren davon etwas.


10. Juni, 2014 - Das Schweizer Parlament
Einsatz von Hirnscans bei der IV-Stelle Luzern

Antwort des Bundesrates auf Interpellation

Die IV-Stelle setzt sogenannte Hirnscans ein, um psychische Erkrankungen zu diagnostizieren respektive um diese auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Die Resultate der Hirnscans werden offenbar für Rentenentscheide herangezogen. Gemäss diversen Berichten in den Medien wird von Fachleuten angezweifelt, ob diese Methode wissenschaftlich fundiert und darum für den von der IV-Stelle Luzern vorgesehenen Zweck geeignet ist.


20. März, 2014 - Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV), Invalidenversicherung (IV)
Fast 18‘000 Integrationen dank Innovation und schneller Intervention

Die IV-Stellen haben im vergangenen Jahr fast 18’000 Menschen mit Behinderung beruflich integriert und so das hohe Niveau vom Vorjahr übertroffen. Dies zeigt eine Erhebung der IV-Stellen-Konferenz (IVSK) bei den 26 kantonalen IV-Stellen. Die gute Zusammenarbeit diverser Akteure trägt Früchte. 


17. Februar, 2014 - NZZ Online
Erfasst der Blick ins Hirn die Psyche?

Wie ein Psychiater und ein Neuroinformatiker die Chancen neuer Technologien zur Krankheitserkennung beurteilen

Die Invalidenversicherung Luzern setzt Hirntests ein, auch in der Psychiatrie hält die Neurologie Einzug. Der in Zürich forschende Neuroinformatiker Klaas Enno Stephan und Psychiater Michael Rufer warnen vor übertriebenen Erwartungen.


07. Februar, 2014 - WOZ
Anleitungen zur Kränkung

Mit pseudowissenschaftlichen Untersuchungen will die IV möglichst viele Menschen mit psychischen Beschwerden aus der Versicherung kippen. Der neuste Schrei: Hirnstrommessungen. 


07. Februar, 2014 - MERS
Ausschluss der Schmerzpatienten/-innen aus der Invalidenversicherung (IV)

Die Bemühungen, die Invalidenversicherung finanziell zu sanieren, treffen die Schmerzpatienten/-innen besonders hart.


07. Februar, 2014 - ivinfo
OECD-Länderbericht Schweiz zur psychischen Gesundheit und Arbeit

Die Hauptfrage, die die Schweiz im Bezug auf Menschen mit psychischen Erkrankungen seit 10 Jahren bewegt, ist ja vor allem: Wie verwehren wir denen bestmöglichst den Zugang zur IV-Rente bzw. wie kriegen wir die aus der IV wieder raus? Der medial/politisch/juristische Lösungsweg dazu lautet: Wir erklären die einfach für gesund! Problem gelöst. (Oder auch nicht…)


07. Februar, 2014 - Der Schweizerische Beobachter
Psychische Störungen: «Wir wollen etwas Messbares»

Die IV Luzern misst Hirnströme, um festzustellen, wie stark jemand psychisch beeinträchtigt ist. Viele Experten halten das für Unsinn. 


07. Februar, 2014 - SRF
Hirnstrommessung bei IV-Bezügern?

Arbeistunfähigkeit wegen psychischer Erkrankungen lässt sich objektiv nur schwer beurteilen. IV Luzern versucht deshalb, die Diagnosen mit Hirnstrommesungen zu untermauern. Ein umstrittenes Unterfangen.


07. Februar, 2014 - Tages-Anzeiger
«Das geht in Richtung Lügendetektor»

Nicht nur in Luzern, auch in Zürich werden bei IV-Bezügern Hirnscans durchgeführt. Patientenschützerin Margrit Kessler fordert nun einen wissenschaftlichen Nachweis für die Zuverlässigkeit dieser Tests. 

Die Empfehlungen der OECD


03. Juli, 2014 - Das Schweizer Parlament
Arbeitslose mit psychischen Problemen. Stärkung der RAVs

Der Bundesrat wird beauftragt, zu prüfen und berichten, mit welchen Massnahmen die Regionalen Arbeitsvermittlungszentren RAV Personen mit psychischen Problemen besser und wirkungsvoller bei der Arbeitssuche unterstützen können.


10. Juni, 2014 - BSV
Soziale Sicherheit CHSS 2/2014: Psychische Gesundheit und Beschäftigung

März / April 2014

Psychische Gesundheit und Beschäftigung

  • Psychische Gesundheit und Beschäftigung: Empfehlungen der OECD für die Schweiz (Christopher Prinz, Niklas Baer und Veerle Miranda, Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung)
  • OECD-Seminar und Medienkonferenz (Stefan Kühne, Bundesamt für Sozialversicherungen)
  • Berufliche Wiedereingliederung mehrfach und psychisch belasteter Menschen (Jeroen Knaeps, Chantal van Audenhove, KU Leuven; Lut Gailly, Vlaamse Dienst voor Arbeidsbemiddeling en Beroepsopleiding, VDAB)
  • Psyche und Beschäftigung - Herausforderungen für das UK und die Schweiz (Stephen Bevan, The Work Foundation, UK)
  • Guter Bericht mit wichtigen Hinweisen für das Gesundheitssystem (Stefan Spycher, Bundesamt für Gesundheit)
  • Beurteilung der OECD-Empfehlungen aus sonderpädagogischer Sicht (Beatrice Kronenberg, Stiftung Schweizer Zentrum für Heil- und Sonderpädagogik)
  • Versorgungssituation von Versicherten mit psychischen Problemen: Terra incognita? (Peter Rüesch, Szilvia Altwicker- Hàmori, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften; Bernhard Bührlen, Universitäre Psychiatrische Kliniken Basel)


07. Februar, 2014 - OECD
OECD-Bericht: Schweiz muss psychische Probleme in der Erwerbsbevölkerung angehen

Medienmitteilung

Die Schweiz sollte mehr tun, um Menschen mit psychischen Störungen in Arbeit zu bringen und im Job zu halten. Das ist die zentrale Botschaft des jüngsten OECD-Berichts Psychische Gesundheit und Arbeit: Schweiz. Laut Bericht leidet etwa jeder dritte Bezieher von Arbeitslosenentschädigung, Invalidenversicherungsleistungen oder Sozialhilfe an einer psychischen Störung. Die Arbeitslosenquote bei psychisch Kranken ist mehr als doppelt so hoch wie die Gesamtarbeitslosenquote.


07. Februar, 2014 - OECD
Psychische Gesundheit und Beschäftigung: Schweiz

OECD Forschungsbericht Nr. 12/13

Bericht im Rahmen des zweiten mehrjährigen Forschungsprogramms zu Invalidität und Behinderung (FoP2-IV)

Junge IV-Rentenbeziehende als Sorgenkinder


25. Februar, 2014 - SRF
Lehrlingsprojekt Migros



11. Februar, 2014 - Tages-Anzeiger
«Es hiess: Nicht eingliederungsfähig»

Wegen ADHS wurde Marcel H. mit 19 Jahren zum IV-Rentner. Der frühe Rentenentscheid habe ihn nicht nur vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen, sondern auch vom Gesellschaftsleben. 


07. Februar, 2014 - Bänziger, Oskar; Gölz, Barbara
Junge Erwachsene mit psychischer Behinderung und ihr Berufseinstieg

Für Menschen mit psychischen Einschränkungen ist der Einstieg ins Berufsleben besonders schwer. In den letzten Jahren hat die Zahl junger Erwachsener mit psychischen Beeinträchtigungen, denen der berufliche Einstieg nicht gelingt, zugenommen. 


07. Februar, 2014 - HSG
«Supported Education»

Befragung von Unternehmen über die Bereitschaft, Jugendliche mit Behinderung in die Ausbildung aufzunehmen.


07. Februar, 2014 - Der Bund
Junge beziehen immer häufiger eine IV-Rente

Seit 1995 hat sich die Zahl jugendlicher IV-Bezüger mit psychiatrischer Diagnose praktisch verdreifacht. Experten schlagen Alarm.

Arbeitgeber in der Pflicht


09. Mai, 2014 - Universitätsklinikum Heidelberg
Wie können psychische und psychosomatische Erkrankungen am Arbeits- und am Ausbildungsplatz verhindert werden?

Landesregierung Baden-Württemberg fördert neues Kompetenzzentrum Prävention an den fünf Medizinischen Fakultäten des Landes / Ziel ist die Entwicklung von Programmen zur Vermeidung und zum Umgang mit Stress und Belastungen


09. Mai, 2014 - idw
Auf die gute Zusammenarbeit kommt es an

Studie des Kompetenzzentrums untersucht, welche unterschiedlichen Einstellungen und Erfahrungen Betriebsärzte, Hausärzte, Psychotherapeuten und Personalverantwortliche in die Prävention bei Beschäftigten einbringen.

Zum Thema:

- „Psychosomatische Sprechstunde im Betrieb" senkt die Schwelle für eine Inanspruchnahme (idw)



25. Februar, 2014 - SRF
Soziale Metzgerei



11. Februar, 2014 - PUK
Supported Employment: Von psychisch kranken Menschen geschätzt

Menschen mit psychischer Erkrankung, die von einem Job Coach begleitet werden, sind häufiger und länger im ersten Arbeitsmarkt tätig und weisen eine bessere Gesundheit auf, als Menschen, denen dieses Angebot nicht zur Verfügung steht. Dies haben verschiedene Untersuchungen gezeigt. Doch wie zufrieden sind sie mit diesem Angebot? Dieser Frage ging eine Arbeitsgruppe der Abteilung Supported Employment der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich nach. 


07. Februar, 2014 - ZHAW Departement Angewandte Psychologie
Arbeit und Krankheit

Berufliche Wiedereingliederung von Personen mit länger andauernder Arbeitsunfähigkeit – Eine Untersuchung zur Rolle des Rechts und des sozialen Umfelds

Weshalb gelingt es einigen Erwerbspersonen besser als andern, sich nach einer länger andauernden Arbeitsunfähigkeitsphase wieder in den Erwerbsprozess zu integrieren?



07. Februar, 2014 - Schaufelberger, Daniel
Supported Employment

Arbeitsintegration für Personen mit erschwertem Zugang zum Arbeitsmarkt

Supported Employment ist zwar nicht neu, in der Schweiz aber aufgrund von ermutigenden Forschungsergebnissen und erfolgreicher Praxis vermehrt in die Diskussion geraten. Die vorliegende Publikation gibt einen Überblick zu Supported Employment und zeigt, was die Umsetzung – auch unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen in der Schweiz – bedeutet.



07. Februar, 2014 - ivinfo
Leben mit einer Schmerzkrankheit – Fakten und Fragen zu Therapie und Integration

Diskussionen über Schmerzkrankheiten werden mit einer Emotionalität und Heftigkeit geführt, die zu denken gibt und besorgt macht. Die Auseinandersetzungen drehen sich oft um die Frage, ob Schmerzkrankheiten Krankheit oder Einbildung sind. Im öffentlichen Bewusstsein präsent sind vor allem die Kosten, die der Volkswirtschaft durch sie entstehen. Meist wird deshalb die finanzielle Seite der Thematik abgehandelt. Sachliche Informationen, Fakten und Wissen über chronische Schmerzen und ihre Folgeprobleme zu finden ist ungleich schwieriger.

Sozialleistungsbezüge vor IV-Rentenbeginn


07. Februar, 2014 - BSV, BFH
Verläufe und Profile von neuen IV-Rentenbeziehenden 2010

Seit mehreren Jahren können die Wechselwirkungen zwischen den Leistungssystemen der sozialen Sicherheit, insbesondere der Sozialhilfe (SH), der Invalidenversicherung (IV) und der Arbeitslosenversicherung (ALV), das heisst auch die "Wanderung" der Leistungsbeziehenden zwischen diesen Systemen, mit dem sogenannten SHIVALV-Monitoring erfasst und ausgewertet werden. Datengrundlage des Monitorings sind miteinander verknüpfte Administrativdaten der drei Leistungssysteme. Ziel der Studie war, auf der Basis dieser Datengrundlage die Kenntnisse über die Vorgeschichte(n) von IV-Neurentner/innen in der Arbeitslosenversicherung und der Sozialhilfe zu verbessern.

Dabei hat sich gezeigt, dass von den Versicherten, die 2010 erstmals eine IV-Rente erhielten, eine Mehrheit (53,9%) in den fünf Jahren vor der ersten Rente weder Sozialhilfe noch eine Arbeitslosenentschädigung bezogen hatte. Ein kleiner Anteil (5,6%) hat Vorleistungen der Sozialhilfe oder der Arbeitslosenversicherung beansprucht, die von der Invalidenversicherung zurückvergütet wurden. Die anderen Versicherten weisen komplexere Verläufe auf, entweder mit einem vorgängigen Leistungsbezug aus der Arbeitslosenversicherung (23,8%) oder aus der Sozialhilfe (16,6%). Der Sozialhilfebezug vor der Rente scheint in einem engen Zusammenhang mit der persönlichen Situation der versicherten Person zu stehen. Massgebend sind dabei vornehmlich die Familiensituation, der Beruf und die Herkunft. Verheiratete ohne Kinder greifen nur selten auf die Sozialhilfe zurück. Versicherte mit psychischen Beeinträchtigungen erhalten nur sehr selten direkt eine IV-Rente. Der vorliegende Bericht hilft zusammen mit anderen Studien, Untersuchungen und Monitorings, die Wechselwirkungen zwischen den Schweizer Sozialversicherungssystemen zu verstehen und somit unser System der sozialen Sicherheit in seiner Gesamtheit zu stärken.


07. Februar, 2014 - BSV, BFH
Sozialleistungsbezüge und Profile von neuen IV-Rentenbeziehenden

Vom Eintreten einer gesundheitlichen Beeinträchtigung bis zur IV-Anmeldung und einer IV-Rente dauert es meistens mehrere Jahre. Es kommt lange vor dem IV-Prozess zu Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, zu schleichender beruflicher Desintegration und in der Folge zur Abhängigkeit von Sozialleistungen. 


07. Februar, 2014 - SKOS
3 von 10 neuen IV-Rentenbeziehenden wurden von der Sozialhilfe unterstützt

Eine Studie des Bundesamts für Sozialversicherungen stellt fest, dass rund ein Drittel (30,8 %) aller IV-Neurentenbeziehenden in den vorhergehenden fünf Jahren Sozialhilfe bezogen hat. Im Durchschnitt wurden sie während zweieinhalb Jahren von der Sozialhilfe unterstützt. 

Interinstitutionelle Zusammenarbeit


07. Februar, 2014 - BSV, SECO
Formen interinstitutioneller Zusammenarbeit in der Schweiz: Bestandsaufnahme und Typologie

Die interinstitutionelle Zusammenarbeit (IIZ) fördert das Zusammenwirken der verschiedenen Partner der Invalidenversicherung (IV), der Arbeitslosenversicherung (ALV), der Sozialhilfe (SH), der Berufsbildung und des Bereichs Migration.


07. Februar, 2014 - OECD
Psychische Gesundheit und Beschäftigung: Schweiz

OECD Forschungsbericht Nr. 12/13

Bericht im Rahmen des zweiten mehrjährigen Forschungsprogramms zu Invalidität und Behinderung (FoP2-IV).


07. Februar, 2014 - BSV
Forschungsprogramme IV

Mehrjährige Forschungsprogramme zu Invalidität und Behinderung und zur Umsetzung des Invalidenversicherungsgesetzes (FoP-IV und FoP2-IV)

Kommentare

Marie Baumann, 12.02.2014 13:38:
Gute Zusammenfassung zum Thema! Perfekt wäre sie, wenn die jeweiligen Quellen/Studien (sind ja alle online) auch direkt verlinkt würden.
Martin, 28.04.2014 10:17:
Vielen Dank für die Rückmeldung, Frau Baumann! Sie finden die Links zu allen Quellen im aufklappbaren Teil unter dem Text.
Liebe Grüsse
Martin Heiniger
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