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FGM/C: weibliche Genitalbeschneidung in der Schweiz

 



Auf der Welt leben mehr als 125 Millionen beschnittene Mädchen und Frauen. Davon wohnen ungefähr 10'000 Frauen und Mädchen in der Schweiz. Auch heute noch werden weibliche Genitalverstümmelungen und -beschneidungen vorgenommen, hauptsächlich in 29 Ländern Afrikas und des Nahen Ostens. Die Fortführung dieser Praktiken macht in der Schweiz nicht grundsätzlich Halt. Fachleuten, die mit Betroffenen konfrontiert sind, fehlt oft das nötige Wissen dazu. Nun hat das SKMR eine hilfreiche Studie zu dieser Problematik veröffentlicht, die Wissen vermittelt und Massnahmen formuliert.

Die Studie

Im März 2014 veröffentlichte das Schweizerische Kompetenzzentrum für Menschenrechte SKMR im Auftrag des Bundesamtes für Migration und des Bundesamtes für Gesundheit eine Studie zur Beschneidung von Frauen.

Die Studie "Prävention, Versorgung, Schutz undIntervention im Bereich der weiblichen Genitalbeschneidung (FGM/C) in der Schweiz" fasst verschiedene Fakten zusammen und legt die Problematik der weiblichen Genitalbeschneidung und Verstümmelung dar. Nun liegt ein wichtiger und hilfreicher Bericht vor, der Wissen vermittelt und Schwierigkeiten in einem uns fremden Gebiet darlegt. Handlungsansätze werden dringendst benötigt, auch für die Soziale Arbeit. Wir präsentieren folgend einige Auszüge daraus und bilden wichtige Eckdaten ab.

Definition

Bei der Beschneidung von Frauen wird zwischen weiblicher Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation) und weiblicher Genitalbeschneidung (Female Genital Cutting FGC) unterschieden. Die Abkürzung FGM/C fasst die beiden Begriffe zusammen. Sie wird heute auch von Organisationen wie der UNICEF oder dem United Nation Population Fund (UNFPS) gebraucht.

Die weibliche Genitalverstümmelung/ Genitalbeschneidung FGM/C wird von der WHO in vier Kategorien unterteilt.

Typus I:
Die Kliterodektomie: die teilweise oder vollständige Entfernung der Klitoris, und in seltenen Fällen, der Klitorisvorhaut.

Typus II:
Die Exzision: die teilweise oder vollständige Entfernung der Klitoris und der kleinen Schamlippen mit oder ohne Entfernung der grossen Schamlippen.

Typus III:
Die Infibulation: Die vollständige Entfernung der Klitoris und der kleinen Schamlippen sowie der Innenfläche der großen Schamlippen und Vernähen der Vulva, wobei lediglich eine kleine Vaginalöffnung belassen wird.

Typus IV:
Andere Formen: Alle anderen schädlichen Veränderungen der weiblichen Genitalien aus nicht-medizinischen Gründen, zum Beispiel Einstechen, Durchbohren (Piercing), Einschneiden sowie das Abschaben oder das Abätzen von Genitalgewebe.

Vorkommen und Verbreitung der FGM/C

Die UNICEF unterscheidet fünf Gruppen von Ländern, je nach der Höhe der Prävalenzrate für FGM/C.

Gruppe 1: Sehr hohe Prävalenzrate: dazu gehören 8 Länder, in welchen mehr als 80% der Mädchen und Frauen im reproduktionsfähigen Alter beschnitten sind, nämlich Somalia (98%), Guinea (96%), Djibouti (93%), Ägypten (91%), Eritrea (89%), Mali (89%), Sierra Leone (88%) und Sudan (88%).

Gruppe 2: Hohe Prävalenzrate: dazu gehören 5 Länder, in denen die Prävalenzrate zwischen 51 und 80% liegt: Gambia (76%), Burkina Faso (76%), Äthiopien (74%), Mauretanien (69%) und Liberia (66%).

Gruppe 3: Mittlere Prävalenzrate: dazu gehören 6 Länder mit Prävalenzraten zwischen 26% und 50%: Guinea-Bissau (50%), Tschad (44%), Elfenbeinküste (38%), Kenia (27%), Nigeria (27%) und Senegal (26%).

Gruppe 4: Niedrige Prävalenzrate: dazu gehören 4 Länder mit Prävalenzraten zwischen 10% und 25%: Zentralafrikanische Republik(24%), Jemen (23%), Vereinigte Republik Tansania (15%) und Bénin (13%).

Gruppe 5: Sehr niedrige Prävalenzraten: dazu gehören 6 Länder mit Prävalenzraten unter 10%: Irak (8%), Ghana (4%), Togo (4%), Niger (2%), Kamerun (1%) und Uganda (1%).

Ergänzt hierzu wird, dass die Praxis der FGM/C auch in Asien (Malaysia, Indien, Indonesien, Sri Lanka und Pakistan), auf der arabischen Halbinsel (Jemen, Vereinigte Arabische Emirate), in gewissen kurdischen Gemeinden und gemäss Zeugenaussagen auch in Palästina sowie in Peru vorkommt.

Gründe für FGM/C

Die Begründungen für FGM/C sind unterschiedlich. Religiöse und sozio-kulturelle Motive spielen eine Rolle, obwohl keine Religion solche Praktiken vorschreibt. So liegen die Gründe laut Bericht eher in gesellschaftlichen Strukturen einer Gemeinschaft. Die Beschneidung der weiblichen Genitalien wird als Initiationsritus für junge Mädchen interpretiert, die zur Kontrolle der weiblichen Sexualität dient. Wichtig ist das Wahren der Jungfräulichkeit, damit die Familienehre geschützt und/oder die eheliche Treue sichergestellt wird. Auch hygienische und ästhetische Gründe werden genannt, zudem besteht die Meinung, dass FGM/C die Fruchtbarkeit fördere und der sexuellen Befriedung der Männer diene. Psychologisch-psychoanalytisch orientierte Fachleute begründen dies mit Ängsten, wie die Furcht vor männlicher Impotenz, verursacht durch die Klitoris, die als "männlich" interpretiert werde.

Situation in der Schweiz

In der Schweiz leben schätzungsweise 10'000 Frauen und Mädchen, die von FGM/C betroffen sind oder bedroht sein können. Primär handelt es sich um Personen aus Eritrea, Somalia, Äthiopien und Ägypten und mehrheitlich kommen die Betroffenen auf der Suche nach Asyl in die Schweiz.

Die Fortführung von Genitalverstümmelungen/ Genitalbeschneidungen macht an der Schweizerischen Grenze nicht grundsätzlich Halt. Von Eltern wird ein konformes Verhalten erwartet, das auch die Beschneidung von weiblichen Kindern umfassen kann. Personen aus den praktizierenden Migrationsgemeinschaften, die permanent hier leben oder sich im Asylverfahren befinden, üben hier eine soziale Kontrolle aus. Familien aus den betroffenen Migrationsgemeinschaften können dadurch unter erheblichem sozialem Druck stehen, der von Verwandten und vom weiteren Umfeld in der Schweiz und im Heimatland ausgeübt wird.

Fachliches Wissen über FGM/C fehlt in der Schweiz weitgehend. Bei Personen, die beruflich damit konfrontiert sind, ist der Wunsch nach Informationen gross und je nach Fachbereich leicht anders. Es besteht deshalb die Notwendigkeit einer nationalen Strategie zu Prävention, Versorgung, Schutz und Intervention. 

Handlungsempfehlungen

Für die Erhebung der Daten wurde mit Hilfe von Fachleuten aus den Bereichen Gesundheit, Bildung, Kinder- und Jugendhilfe, Soziales, Integrations-, Migration und Asyl, Polizei und Justiz ein Konsultationsverfahren entwickelt. Insbesondere spielten die ÜbersetzerInnen und interkulturellen MediatorInnen eine wichtige Rolle, die als MutliplikatorInnen von Wissen wirken und zum Überdenken einer bisher nicht in Frage gestellten Praxis anstossen können.

Die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit bilden die Grundlagen für eine Reihe von strategischen und operationellen Empfehlungen, die dem BAG und dem BFM mit dieser Studie vorgelegt werden. Offenbar bereitete das Evaluieren von Best Practices Schwierigkeiten. Die TeilnehmerInnen konnten sich im Laufe der Konsultationen nicht darauf einigen, was als gute Praxis bezeichnet werden soll.

Um eine solide Grundlage für die weitere Arbeit im Bereich FGM/C zu schaffen, sind Monitoring und Evaluation der bisherigen Aktivitäten erforderlich. UNICEF, SKMR und Terre des femmes haben Studien dazu erarbeitet. Aber auch sozialanthropologische, medizinische und rechtssoziologische Forschung usw. liegen vor, die für ein Monitoring und für eine Evaluation beigezogen werden können. Es wird empfohlen, dass der Bund und die Kantone die Forschung und Datenerhebung fördern.

 

MultiplikatorInnen

Im Zentrum einer erfolgreichen Prävention stehen Personen aus den entsprechenden Gemeinschaften, die über das nötige Vertrauen ihrer Gemeinschaft verfügen. Diese MultiplikatorInnen haben den Zugang zu den Gemeinschaften, kennen die Problematik, verfügen über das kulturelle und soziale Kontextwissen und sprechen die jeweilige Sprache. MultiplikatorInnen müssen in sämtlichen Aktivitäten im Bereich FGM/C einbezogen werden. Die Mitarbeit der MultiplikatorInnen erfolgt oft auf freiwilliger Basis und ist unbezahlt oder unterbezahlt. Eine angemessene Entschädigung hierfür ist unabdingbar. MultiplikatorInnen und Fachpersonen sollen geschult werden. Fachleute empfehlen zudem, dass Bund und Kantone ein niederschwelliges und spezifisches Aus- Weiterbildungsangebot zur Verfügung stellen, um MultiplikatorInnen und Fachpersonen zu schulen. 

 

Medizinische Einrichtungen

Betroffene Frauen gelangen meist bei Komplikationen oder bei Schwangerschaften, Vorsorgeuntersuchungen und Geburt in die medizinische Versorgung. Die Frauenkliniken der grösseren Schweizer Spitäler haben Erfahrungen zu FGM/C gesammelt und teilweise erste Präventionsmassnahmen erarbeitet, einzelne Spitäler haben spezialisierte Angebote geschaffen. Beispielsweise bietet das Universitätsspital Genf eine FGM/C-Sprechstunde an. Bisweilen fehlen aber in den medizinischen Einrichtungen genügend sensibilisierte Fachpersonen und somit ein Fach- und Sachwissen dazu. Gerade hier müsste aber Präventionsbemühungen beginnen. Werdende Mütter und Väter aus Prävalenzländern müssen für das Problem der FGM/C sensibilisiert werden auf die gesundheitlichen und rechtlichen Folgen aufmerksam gemacht werden. Bleibt ein solches Gespräch aus, werden Gefährdungen von Kindern nicht erkannt und es kann nicht interveniert werden.

Das Wissen zu diesem Thema liegt oft bei einzelnen Personen. Auch ist die Zusammenarbeit innerhalb und zwischen den Institutionen im Bereich von FGM/C unklar und wenig geregelt. Die Mitwirkenden der Studie fordern die Kantone auf, die FGM/C-Kompetenz in den zentralen medizinischen Einrichtungen zu fördern und die Interventionsketten innerhalb und zwischen den Institutionen zu klären. 

 

Asylwesen

Sensibilisierung und Prävention müsste im Asylwesen systematisch dazugehören, weil dort ein direkter Zugang zur Migrationsgesellschaft vorliegt, stellen die Autoren des Berichts fest. Finanzielle und persönliche Ressourcen sollen bereitgestellt und die Interventionsketten in und zwischen den verschiedenen Institutionen definiert werden.

 

Zusammenarbeit und Austausch

Eine weitere Forderung an Bund und Kantone betrifft die Verbesserung des Austauschs und die Entwicklung einer nationale Strategie. Der Bund soll die Zusammenarbeit mit der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und Gesundheitsdirektoren fördern. Das Wissen um FGM/C soll gesammelt und weitergegeben werden. Die Fachpersonen und die MigrationsvertreterInnen wünschen sich ein schweizweites, zentrales und unabhängiges Informationsportal im Internet zu FGM/C. Darin enthalten sind Informationsmaterialien für die Bereiche Prävention/ Sensibilisierung, Versorgung, Schutz und Intervention, die für verschiedene Fachpersonen sowie Multiplikatorinnen zugänglich sind. Damit auch die Migrationsgemeinschaften und die Betroffenen selber zu den Informationen kommen, sollen Mitteilungen zielgruppengerecht formuliert und in den einschlägigen Sprachen übersetzt werden. Beratungsstellen und Versorgungsangebote sollen aufgelistet und dokumentiert werden.

Seitens der Fachleute wird gefordert, dass eine Sensibilisierung- und Präventionsarbeit in Ländern mit hoher Prävalenzrate verstärkt wird. Die Fragen zu FGM/C gehören in die Menschenrechtsdialoge und müssen angesprochen und entsprechende Projekte unterstützt werden.

 

FGM/C gehört in die Aus- und Weiterbildung von Fachpersonen

In den Gesprächen mit Fachpersonen stellte sich heraus, dass der Informationsbedarf zu FGM/C gross ist und die Informationsbedürfnisse je nach Fachbereich anders sind. Die verschiedenen Berufsgruppen sind dort gefordert, wo fachfremdes Wissen gefragt ist. Im Sozial- und Bildungsbereich stehen vor allem Fragen im Zusammenhang mit Kindeswohl im Zentrum. Gefragt sind fundierte Informationen beispielsweise zum Vorgehen bei Schutz und Gefährdung und bei rechtlichen Aspekten, wie Melderecht und Meldepflicht. Damit das Wissen übermittelt werden kann, sollen Erkenntnisse aus Forschung und Datenerhebung in Aus- und Weiterbildung integriert werden. Bund und Kantone sollen im Rahmen ihrer Zuständigkeit den verschiedenen Fachpersonen und den MultiplikatorInnen ein niederschwelliges und spezifischen Aus- und Weiterbildungsangebot zur Verfügung stellen. Fachpersonen aus den betroffenen Migrationsgemeinschaften sollen in alle Prozesse des Bildungsplanes und in die Lehre einbezogen werden.

 

Empfehlungen im Bereich Sensibilisierung und Prävention

Die Präventionsarbeit benötigt Zeit und gutes Hintergrundwissen über den Kontext in dem FGM/C praktiziert wird. Das Ziel der Arbeit liegt in der Informationsvermittlung. Die Vermittlung soll in Verbindung mit Verhaltensänderungen stehen, was ein feinfühliges Vorgehen verlangt. Diese Arbeit muss als langfristiger und kontinuierlicher Prozess verstanden werden. Es ist darauf zu achten, dass jegliche Stigmatisierung der praktizierenden Migrationsgemeinschaften vermieden wird und dass Frauen wie Männer einbezogen werden. Im Rahmen der Sensibilisierungs- und Präventionsgesprächen werden Tabus berührt. Themen wie religiöse Verpflichtung und Beschneidung gehören zum Inhalt, aber auch die medizinischen und gesundheitlichen Konsequenzen von FGM/C werden vermittelt. Alle Betroffenen müssen wissen, dass FGM/C in der Schweiz verboten ist und unter Strafe steht, auch wenn dies ausserhalb des Landes durchgeführt wird

Bilanz

Die Mitwirkenden der Studie empfehlen eine Ausarbeitung und Implementierung einer nationalen Strategie zu FGM/C. Der Vorteil liegt darin, dass Prävention, Versorgung, Schutz und Intervention umfassend, kompetent, koordiniert und effizient angegangen wird. Das Bündeln des unterschiedlichen Wissens und das Zusammenziehen der verschiedenen Erfahrungen schaffen eine Voraussetzung zu einer erfolgreichen Bekämpfung von FGM/C.

 

Studien, Empfehlungen, (Hand)bücher


09. Februar, 2015 - Deutsches Ärzteblatt
Mehr Aufklärung zu weiblicher Genitalverstümmelung gefordert

Anlässlich des Internationalen Tages gegen die weibliche Genitalverstümmelung haben Ärzteschaft, Politik und Weltzukunftsrat konsequente Maßnahmen gegen die weibliche Genitalverstümmelung gefordert. Die weibliche Genitalverstümmelung wird vor allen in Afrika, aber auch im Süden der Arabischen Halbinsel sowie einigen Ländern Asiens praktiziert. Infolge von Migration ist sie inzwischen aber auch in Europa und Nordamerika verbreitet. 


30. Juli, 2014 - SKMR
Prävention, Versorgung, Schutz und Intervention im Bereich der weiblichen Genitalbeschneidung (FGM/C) in der Schweiz

Empfehlungen und Best Practices

Mehr als 125 Millionen beschnittene Mädchen und Frauen leben in den 29 Ländern Afrikas und des Nahen Ostens, in denen weibliche Genitalverstümmelungen / Genitalbeschneidungen (FGM/C) hauptsächlich praktiziert wird. Schätzungsweise 10'000 beschnittene oder davon be-drohte Mädchen und Frauen leben – meist als Folge von Migrations- und Fluchtbewegungen - heute in der Schweiz.


30. Juli, 2014 - TDF
FGM in der Schweiz

Bestandesaufnahme über die bestehenden Massnahmen gegen weibliche Genitalverstümmelung in der Schweiz in den Bereichen Prävention, Unterstützung und Schutz

In der Schweiz sind rund 13‘000 Frauen und Mädchen von FGM betroffen. In den letzten Jahren wurden daher etliche Anstrengungen unternommen, um von FGM betroffene Mädchen und Frauen zu beraten, zu unterstützen und zu schützen. Bislang fehlte es an einer Übersicht über die verschiedenen Aktivitäten. TERRE DES FEMMES Schweiz schliesst diese Lücke mit einer Bestandesaufnahme über die bestehenden Massnahmen gegen FGM in der Schweiz in den Bereichen Prävention, Unterstützung und Schutz. Der Bericht stellt gute Beispiele mit Modellcharakter vor und zeigt auf wo noch Handlungsbedarf besteht. 


30. Juli, 2014 - PH Luzern
Weibliche Genitalverstümmelung

Handbuch zur Information und Reflexion über weibliche Genitalverstümmelung:
 Ansätze, Herausforderungen und Empfehlungen für Fachpersonen

Die weibliche Genitalverstümmelung (FGM) ist ein Thema, über das zurzeit viel gesprochen wird. Vielleicht auch zu viel. Aber was weiss man wirklich über diese Problematik? Ganz offensichtlich sind die Fachleute, die über dieses Thema genau Bescheid wissen, dünn gesät.


30. Juli, 2014 - DGGG
Ärztliche Empfehlung zum Thema weibliche Genitalbeschneidung/weibliche Genitalverstümmelung

Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe hat Empfehlungen für Ärztinnen und Ärzte für die medizinische Betreuung von Frauen nach Genitalbeschneidung erarbeitet.


30. Juli, 2014 - , Koch, Susanne
interact Verlag
Best-Practice in der FGM-Prävention

Ein Praxishandbuch für schweizerische Gesundheitsinstitutionen zur Prävention von weiblicher Genitalbeschneidung

Mitarbeitende der Bereiche Geburtshilfe und Pflege werden immer mehr mit dem Thema Female Genital Mutilation (FGM) konfrontiert. Mit diesem Praxishandbuch zeigt die Autorin auf, wie und warum eine Enttabuisierung und Sensibilisierung zum Thema FGM nötig sind. 


30. Juli, 2014 - , Feuerbach, Melanie
Springer VS
Alternative Übergangsrituale

Untersuchung zu Praktiken der weiblichen Genitalverstümmelung im subsaharischen Afrika und deren Transformationen im Entwicklungsprozess

Weibliche Genitalverstümmelung (FGM) wird in vielen Ländern und Kulturen immer noch mit Hinweis auf fest verankerte Traditionen und Rituale vorgenommen, auch wenn erwiesen ist, dass sie eine hohe Gesundheitsgefährdung darstellt und oft lebenslange Traumatisierungen hervorruft. Sind alternative Übergangsrituale ein Weg für lokale Gemeinschaften und Partner der Entwicklungszusammenarbeit, um gute Traditionen zu bewahren, schädliche Praktiken aber zu vermeiden? 


30. Juli, 2014 - EKF
Weibliche Genitalverstümmelung in der Schweiz

Frauenfragen 1.2009

Die Eidgenössische Kommission für Frauenfragen EKF ist eine vom Bundesrat eingesetzte ausserparlamentarische Kommission. Sie analysiert die Situation der Frauen in der Schweiz und formuliert Empfehlungen zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern. Neben dem Erarbeiten von Grundlagen beteiligt sich die Kommission an Projekten und Veranstaltungen, die auf eine tatsächliche Gleichstellung der Geschlechter zielen.

Politik


20. August, 2015 - SRF
Weibliche Genitalverstümmelung - ein Thema auch in der Schweiz

In der Schweiz leben über 10 000 Frauen aus Ländern, in denen Mädchen beschnitten werden. Viele leiden an den körperlichen und psychischen Folgen der Verstümmelung ihrer Genitalien. Und Hunderte von Mädchen sind davon bedroht. Was steckt hinter diesem grausamen Brauch und wie ist Prävention möglich? 


09. Februar, 2015 - TDF
UNO-Kinderrechtsausschuss sieht Handlungsbedarf beim Engagement der Schweiz gegen weibliche Genitalverstümmelung

Pünktlich zum Internationalen Tag «Null Toleranz gegenüber weiblicher Genitalverstümmelung» hat der UNO-Kinderrechtsauschuss heute der Schweiz empfohlen, sich stärker gegen FGM einzusetzen. TERRE DES FEMMES Schweiz fordert den Bundesrat auf, diese Empfehlung unverzüglich umzusetzen und eine nationale Strategie gegen diese Menschenrechtsverletzung und Form von Kindesmissbrauch, die auch Mädchen und Frauen in der Schweiz betrifft, zu verabschieden.


30. Juli, 2014 - EDA
Schweiz nimmt an Konferenz gegen Zwangsheirat von Mädchen und Genitalverstümmelung teil

 „Eine Zukunft ohne Genitalverstümmelung und Zwangsheirat von Kindern“. Dieses Ziel steht im Zentrum des „Girl Summit 2014“ (Mädchengipfel), der auf Einladung der britischen Regierung und dem Kinderhilfswerk UNICEF am 22. Juli 2014 in London stattfindet. Als Vertreterin der Schweiz nimmt Botschafterin Nicole Wyrsch, zuständig für menschenrechtspolitische Fragen im Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA, am Gipfel teil.


30. Juli, 2014 - EJPD
Frauen besser vor Gewalt schützen

Der Bundesrat will Frauen und Mädchen vor geschlechtsspezifischer Gewalt besser schützen. Er hat deshalb am Mittwoch die Konvention des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt gutgeheissen. Die Konvention schliesst Lücken der Mitgliedstaaten im Strafrecht, bei der Strafverfolgung, bei der Prävention und beim Opferschutz. Die Schweiz wird die sogenannte Istanbul-Konvention in Kürze unterzeichnen.


30. Juli, 2014 - EJPD
Ein Zeichen gegen die Verstümmelung weiblicher Genitalien

Bundesrat setzt neue Strafnorm auf den 1. Juli 2012 in Kraft

Der Bundesrat hat die neue Strafnorm gegen die Verstümmelung weiblicher Genitalien auf den 1. Juli 2012 in Kraft gesetzt. Die Gesetzesänderung trägt zur Verhinderung und Bekämpfung solcher Praktiken bei.


30. Juli, 2014 - EJPD
Verbot von sexuellen Verstümmelungen

Änderung des Schweizerischen Strafgesetzbuches

Das Phänomen der Verstümmelung weiblicher Genitalien betrifft auch die Schweiz. Um die mit der geltenden, nicht für alle Formen von Genitalverstümmelung einheitlichen Rechtslage einhergehenden Abgrenzungs- und Beweisschwierigkeiten zu überwinden und um ein eindeutiges Signal der Ächtung dieser gravierenden Menschenrechtsverletzungen zu setzen, schlägt die Kommission für Rechtsfragen des Nationalrates die Einführung eines neuen, spezifischen Straftatbestandes der Verstümmelung weiblicher Genitalien vor.


30. Juli, 2014 - EJPD
Ein klares Zeichen gegen die Verstümmelung weiblicher Genitalien setzen

Stellungnahme des Bundesrates zum Bericht der Kommission für Rechtsfragen des Nationalrats

Der Bundesrat begrüsst die Einführung einer neuen, eigenständigen Strafnorm gegen die Verstümmelung weiblicher Genitalien. Dies setzt ein klares Zeichen und trägt zur Verhinderung und Bekämpfung solcher Praktiken bei, hält der Bundesrat in seiner am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme zum Bericht der Kommission für Rechtsfragen des Nationalrats fest.


30. Juli, 2014 - BAG
Nationale Arbeitsgruppe gegen weibliche Genitalbeschneidung (AG FGM)

Anfang 2012 wurde die Nationale Arbeitsgruppe gegen weibliche Genitalbeschneidung (AG FGM) gegründet. In der Arbeitsgruppe sind Bundesstellen, Nichtregierungsorganisationen und akademischen Instituten vertreten. Die Arbeitsgruppe bezweckt die koordinierte Erarbeitung von Grundlagen und Empfehlungen für zukünftige Präventions-, Versorgungs- und Interventionsmassnahmen sowie die Vernetzung sämtlicher Akteure. 

Prävention


18. August, 2014 - Caritas Schweiz
Mädchenbeschneidung

Mädchenbeschneidung ist eine schwere Körperverletzung, die in der Schweiz unter Strafe steht. Doch um Mädchenbeschneidung zu verhindern, braucht es mehr als ein Verbot. Caritas leistet zusammen mit Migrantinnen und Migranten Sensibilisierungsarbeit.


31. Juli, 2014 - TDF
Präventionsbroschüre für MigrantInnen

«Wir schützen unsere Töchter»

Die Broschüre enthält die wichtigsten Informationen zu den gesundheitlichen Risiken der Mädchenbeschneidung, zur gesetzlichen Lage in der Schweiz sowie Hinweise und wichtige Adressen für betroffene Frauen.


31. Juli, 2014 - ARTE
Spanien: der Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung

Spanien kann im Kampf gegen die Genitalverstümmelung von jungen Frauen als Vorbild gelten. Die kulturell verankerte Beschneidung weiblicher Genitalien ist in vielen Einwanderfamilien mit afrikanischer Herkunft noch Realität. Die Regionalregierung in Katalonien hat dort deshalb ein Präventionsprojekteingerichtet, bei dem Ärzte, Polizei und Lehrer eingebunden werden. 


31. Juli, 2014 - ARTE
Integration von Migranten in Frankreich

In Frankreich gibt es zurzeit eine Debatte über die sogenannte "französische Identität". Angestossen hat sie die Regierung, und die organisiert dazu verschiedene Veranstaltungen. Wir wollten uns einmal anschauen, wie diese Identität denen vermittelt wird, die sich in Frankreich niederlassen wollen. Aymeric Barrault und Eric Bergeron haben an einem Integrationskurs teilgenommen und beobachtet, wie Ausländern, die eine Aufenthaltsgenehigung beantragt haben, die Werte der Republik vermittelt werden.

Presse


11. Januar, 2016 - Tages-Anzeiger
Kämpferin für die Ehre beschnittener Frauen

Die in der Schweiz praktizierende deutsch-eritreische Ärztin Fana Asefaw sagt, dass der Begriff «Verstümmelung» betroffene Frauen stigmatisiere.

Die zwei somalischen Schwestern wurden eines Tages ins Büro der Zentrumsleiterin zitiert. Die Jüngere der beiden musste auf deren Geheiss die Hosen herunterlassen. Die Zentrumsleiterin begutachtete ihr Genital, und weil es beschnitten war, zeigte sie sich schockiert. 


28. Oktober, 2015 - TDF
Zwangsuntersuchung von beschnittenen Frauen und Mädchen in Asylzentren

TERRE DES FEMMES Schweiz verurteilt Zwangsuntersuchung zur Überprüfung weiblicher Genitalverstümmelung in Asylzentren.



28. Oktober, 2015 - SRF
10vor10: Beschneidungs-Prävention überfordert Behörden

Durch den Migrationsdruck kommen derzeit viele Frauen in die Schweiz, die beschnitten sind. Das oberste Ziel der Behörden: Verhindern, dass es zu Beschneidungen an Mädchen kommt. «10vor10»-Recherchen zeigen aber, dass Fachpersonen in Asylzentren mit der Präventionsarbeit überfordert sind. 


24. November, 2014 - NZZ Online
Mühsamer Kampf um Aufklärung

Genitalverstümmelung in Ägypten

Ein Gericht in Ägypten hat einen Arzt und einen Vater freigesprochen, nachdem ein 13-jähriges Mädchen bei seiner Beschneidung gestorben war. Der Prozess wirft erneut ein Licht auf die Praxis der Genitalverstümmelung.



31. Juli, 2014 - Caritas Schweiz
Kampf gegen Mädchenbeschneidung

Der 6. Februar ist Internationaler Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation FGM). Weltweit werden noch immer Mädchen und Frauen diesem schmerzhaften und folgenschweren Ritus unterzogen. Caritas Schweiz geht hierzulande massgeblich gegen Mädchenbeschneidung vor.


31. Juli, 2014 - RollingPlanet
Somalia: Widerstand gegen die Mädchenbeschneidung

In dem Land sind 95 Prozent der Frauen verstümmelt – so viele wie nirgendwo sonst in der Welt.

Idil Jusuf Ahmed ist geübt in dem, was sie tut. Kühl beschreibt die achtfache Mutter die Beschneidung: „Als erstes betäube ich die Zone mit eiskaltem Wasser. So fühlen sie nicht den geringsten Schmerz. Danach mache ich einen schnellen Schnitt an der linken, dann an der rechten Seite. Dann schneide ich von unten nach oben weiter.


31. Juli, 2014 - Der Schweizerische Beobachter
«Eine richtige Frau werden»

Rekonstruktion der Klitoris

Als sie ein Kind war, wurde ihre Weiblichkeit verstümmelt. Ein Genfer Chirurg gibt sie ihr 25 Jahre später zurück. Die Operationstechnik lässt betroffene Frauen hoffen.


31. Juli, 2014 - Der Schweizerische Beobachter
«Meine Mutter hat nicht realisiert, was sie mir antut»

Am 1. Juli tritt das Gesetz gegen Genitalverstümmelung in Kraft. Für Betroffene wie Aicha Ali ein Tag der Freude. Für Dominique Schärer von Caritas kein Grund zu ruhen


31. Juli, 2014 - NZZ Online
Explizites Verbot der Genitalverstümmelung bei Frauen

Beschneidung verboten, Piercings erlaubt

Die Beschneidung von Frauen und Mädchen wird in der Schweiz ausdrücklich verboten. Wer «die Genitalien einer weiblichen Person verstümmelt», muss nun gemäss Strafgesetzbuch bis zu zehn Jahre Freiheitsstrafe gewärtigen.


31. Juli, 2014 - SRF
Erstes Gerichtsverfahren wegen Beschneidung

Erstmals in der Schweiz müssen sich Eltern vor Gericht verantworten, weil sie ihre Tochter beschneiden liessen. Die Anklage lautet auf schwere Körperverletzung.


31. Juli, 2014 - SRF
Weibliche Genitalverstümmelung - ein Thema auch in der Schweiz

In der Schweiz leben über 10 000 Frauen aus Ländern, in denen Mädchen beschnitten werden. Viele leiden an den körperlichen und psychischen Folgen der Verstümmelung ihrer Genitalien. Und Hunderte von Mädchen sind davon bedroht. Was steckt hinter diesem grausamen Brauch und wie ist Prävention möglich? 


31. Juli, 2014 - SRF
Gegen weibliche Genitalverstümmelung: Schweiz geht neue Wege

Weibliche Genitalbeschneidung ist strafbar, aber Verbote allein reichen nicht. Der soziale Druck ist so gross, dass es vielen Migrantenfamilien nicht gelingt, sich gegen die Tradition zu stellen. Es braucht Prävention. Die Caritas Schweiz setzt direkt bei den Migrantinnen an. 


31. Juli, 2014 - SRF
Immer noch viele Frauen mit Genitalverstümmelung

Noch immer werden jedes Jahr weltweit rund drei Millionen Mädchen Opfer von Genitalverstümmelung. Betroffen sind vor allem Mädchen und Frauen in meist muslimischen Ländern West- und Nordostafrikas. 


31. Juli, 2014 - news.ch
Zukunft ohne Genitalverstümmelung und Zwangsheirat

Im Zentrum des diesjährigen Girl Summit in London, organisiert von der britischen Regierung, standen neue, gewaltfreie Perspektiven für Mädchen. Für eine solch hoffnungsvolle Zukunft setzt sich World Vision Schweiz auch im Senegal ein.

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