Inhalt - Altersvorsorge 2020: eine alternativlose Vorlage? (5/15)

«Altersvorsorge 2020»: eine alternativlose Vorlage?

04.05.2015 / hem



© C. Breßler/wikipedia

Es ist unbestritten, dass in der Schweizerischen Altersvorsorge Reformen dringend nötig sind, um die Finanzierung für die Zukunft sicherzustellen. In den letzten 20 Jahren sind jedoch alle Versuche gescheitert. Bundesrat Alain Berset versucht nun, eine Einigung über die Lager hinweg zu bewerkstelligen. Seine Vorlage "Altersvorsorge 2020" schnürt mit verschiedenen heiklen Vorschlägen ein Paket, um Interessen und Zugeständnisse verschiedener Seiten in ein Gleichgewicht zu bringen. Dies wird nicht allerorten als gelungen betrachtet.



  • Das Wichtigste in Kürze

    - Das System der Schweizerischen Altersvorsorge benötigt Reformen
    - Bundesrat Berset unterbreitet dem Parlament das Reformpaket "Altersvorsorge 2020"
    - Das Reformpaket bezieht sich sowohl auf die AHV als auch auf die berufliche Vorsorge (Pensionskasse)
    - "Altersvorsorge 2020" schlägt Massnahmen zur Erhöhung des Rentenalters, zur Senkung der Ausgaben sowie der Erhöhung der Beiträge vor
    - Bereits laufende Renten sollen nicht angetastet werden

  • Einigkeit über die Notwendigkeit von Reformen

    Die Schweiz muss ihr System der Altersvorsorge den veränderten gesellschaftlichen Gegebenheiten anpassen, wenn es eine Zukunft haben soll. Bei der umlagefinanzierten AHV (1. Säule) ist hauptsächlich die demographische Entwicklung zu nennen, d.h. der Renteneintritt geburtenstarker Jahrgänge bei gleichzeitiger Abnahme des Anteils der berufstätigen Bevölkerung. Der beruflichen Vorsorge (Pensionskasse, 2. Säule) machen hingegen hauptsächlich sinkende Anlagerenditen sowie die steigende Lebenserwartung zu schaffen. Die Notwendigkeit von Reformen ist sowohl in der Bevölkerung als auch in der Politik weitgehend unbestritten.

Es gibt grundsätzlich drei Möglichkeiten, wie die zunehmende Verschuldung der AHV bzw. die Unterdeckung von Pensionskassen verhindert werden könnten: Erhöhung des Rentenalters, Senkung der Renten sowie die Erhöhung der Beiträge.

Bundesrat Berset schlägt im Reformpaket Altersvorsorge 2020» für all diese Bereiche Massnahmen vor.

Neuer Vorschlag: Referenz- statt Rentenalter

Eine Erhöhung des Rentenalters findet erfahrungsgemäss kaum politische Mehrheiten. In absoluter Form zielten sie zudem an den individuellen Gegebenheiten vorbei. Die Leistungsfähigkeit Arbeitnehmender ist mit zunehmendem Alter heterogen, in Abhängigkeit von individuellen Gegebenheiten, aber auch von der jeweiligen beruflichen Tätigkeit.Mit einem Schreibtischjob bleibt man länger fit als auf der Baustelle. In der Realität weichen die durchschnittlichen Rentenalter beider Geschlechter von den theoretischen Vorgaben ab: Frauen werden im Schnitt mit unter 63, Männer mit 64 Jahren pensioniert.

Die Reform «Altersvorsorge 2020» schlägt daher nicht direkt ein höheres Rentenalter vor, sondern ein sogenanntes Referenzalter. Das ist dasjenige Alter, bei dem jemand keine finanziellen Einbussen erleidet.Geht jemand vor diesem Alter in Pension, werden die Renten gekürzt, während jemand, der darüber hinaus arbeitet, seine späteren Rentenguthaben erhöhen kann.

Das Referenzalter wird für beide Geschlechter bei 65 Jahren angesetzt. Durch diese Flexibilisierung sowie den damit verbundenen Anreiz, länger zu arbeiten, erhofft sich Alain Berset eine Erhöhung des effektiven durchschnittlichen Rentenalters auf 65. Und natürlich ist es ein Versuch, die schwierige und stark vorbelastete Debatte um die Erhöhung des Rentenalters allgemein und der Frauen im Besonderen zu umgehen.

Selbstverständlich bleibt das Rentenalter auch unter dem Namen "Referenzalter" ein neuralgischer Punkt der Debatte. Werden die Frauen bereit sein, eine Erhöhung hinzunehmen, ohne dass im Gegenzug anderweitige Benachteiligungen, wie etwa die Lohnungleichheit verringert werden?

  • Anpassungen bei der beruflichen Vorsorge (BVG): Erhöhung der Beiträge

    Das BVG ist 30 Jahre alt. In dieser Zeit haben sich die Rahmenbedingungen verändert. Durch die gestiegene Lebenserwartung verlängert sich die Periode des Leistungsbezugs. Im Gegensatz zur AHV ist die Pensionskasse nicht umlagefinanziert, sondern durch die geleisteten Beiträge (Altersgutschriften) und die auf die angesparten Altersguthaben anfallenden Kapitalerträge. Die im Erwerbsleben angesparten Kapitalien müssen für eine immer längere Lebensphase reichen. Um dies für die Zukunft sicherzustellen, müssen die gesetzlichen Vorgaben angepasst werden.

    Ein zentraler Punkt ist der sogenannte Umwandlungssatz, also derjenige Prozentsatz des angesparten Kapitals, der den Pensionierten als Rente jährlich ausbezahlt wird. Er liegt zurzeit bei 6.8%, was als zu hoch eingestuft wird, da einerseits die Bezugsdauern durch die höhere Lebenserwartung gestiegen sind, und andererseits die Kapitalerträge in den letzten Jahren rückläufig waren. Der Mindestumwandlungssatz soll deshalb schrittweise gesenkt werden, wobei bereits laufende Renten davon ausgenommen sind.

    Trotz dieser Massnahme soll jedoch das Rentenniveau beibehalten werden, weshalb die Altersguthaben erhöht werden sollen. Um dies zu erreichen, wird der Koordinationsabzug abgeschafft.



  • Glossar

    Altersgutschriften: Beiträge der Arbeitnehmenden an die berufliche Vorsorge (Pensionskasse)

    Altersguthaben: durch Beiträge und Zinsen angespartes Guthaben in der Pensionskasse (2. Säule)

    Kapitaldeckungsverfahren: Geleistete Beiträge werden angespart und verzinst. Im Rentenalter werden die Bezüge aus diesem Guthaben ausbezahlt. Beispiel: Pensionskasse

    Koordinationsabzug: Betrag, der vom Einkommen abgezogen wird. Nur der restliche Betrag ist durch die berufliche Vorsorge versichert. Auf dem abgezogenen Lohnanteil von gegenwärtig Fr. 24675.- werden keine Beiträge erhoben. Der Koordinationsabzug wird pro Anstellung eingerechnet; mehrfache Teilzeitanstellungen wirken sich deshalb negativ auf den Versicherungsschutz aus.

    Umlagefinanzierung/-verfahren: Finanzierungsweise, bei der die gegenwärtigen Beiträge zur Deckung der gegenwärtigen Renten eingesetzt werden. Beispiel: AHV

    Umwandlungssatz: derjenge Prozentsatz des Altersguthabens, der den Versicherten jährlich von den Pensionskassen ausbezahlt wird. Zurzeit gilt ein gesetzlich geregelter Mindestumwandlungssatz von 6.8%.

Der Koordinationsabzug ist derjenige Anteil des Einkommens, der bei der beruflichen Vorsorge nicht berücksichtigt wird; zurzeit liegt er bei Fr. 24'500.-. Dadurch sind niedrige Einkommen nicht versichert. Bei mehreren Anstellungen wird er zudem mehrfach in Abzug gebracht, wodurch die betreffenden Personen benachteiligt werden. Durch seine Abschaffung werden die ganzen Einkommen dem BVG unterstellt, wodurch sich die Beiträge erhöhen. Als weitere Massnahme sollen die Altersgutschriften für alle Personen bis 45 Jahre erhöht werden. Bei Arbeitnehmenden über 45 sollen hingegen keine Beitragserhöhungen gemacht werden, was ihre arbeitsmarktlichen Chancen verbessert.

Diese geplante Erhöhung der Altersgutschriften wird sicher Gegenstand von Diskussionen werden. Einer Studie der UBS und der Universität Freiburg im Breisgau zufolge sollen die dadurch entstehenden Mehrbelastungen langfristig vor allem die heutigen Kinder sowie die noch Ungeborenen zu tragen haben. Diese Umverteilungen zugunsten der heutigen arbeitstätigen und älteren Generationen wird noch verschärft, indem sie den Arbeitnehmenden unter 45 Jahren aufgebürdet werden, die durch Elternschaft oft sowieso schon in einer finanziell angespannter Situation leben.



  • Bedeutung der Vorlage für die Soziale Arbeit

    Mit der Vorlage sind verschiedene Fragen der sozialen Gerechtigkeit und der Existenzsicherung angesprochen. Zum einen ist die AHV ein bewährtes Instrument der Alterssicherung, das auf gesellschaftlicher Solidarität beruht: die Arbeitenden sorgen für die Älteren, zudem sind in ihr wirksame Mechanismen zur Umverteilung realisiert. Ihre Einführung war ein Meilenstein der Armutsbekämpfung. In diesem Zusammenhang über die Generationengerechtigkeit nachzudenken, wie dies im Themendossier von Philosophie.ch empfohlen wird, wäre sicher lohnenswert.

    In der aktuellen Debatte stehen bislang die regulären Bezügerinnen - Pensionierte - im Vordergrund. Für die Soziale Arbeit ist darüber hinaus jedoch auch von Interesse, wie sich die Reformen für anderweitige Anspruchsruppen, etwa Witwen/Witwen und Waisen auswirken. Die Reform zielt hier darauf ab, die veränderten gesellschaftlichen Verhältnisse stärker zu berücksichtigen, wie beispielsweise bessere Bildung und grössere finanzielle Unabhängigkeit der Frauen. So sollen etwa Hinterlassenenrenten kinderloser Frauen gestrichen werden. Insgesamt zielt dir Reform darauf ab, Hinterlassenenleistungen gezielter und bedürfnisorientierter auszurichten. Genauere Informationen dazu sind zum Beispiel in der BSV-Zeitschrift CHSS zu finden (S. 77f).

  • Stand des politischen Prozesses

    Die Vorlage Altersvorsorge 2020 ist zurzeit in der Detailberatung bei der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Ständerates (SGK-S). Die Kommission ist auf die Vorlage eingetreten. Nach der Detailberatung der SGK-S wird der Ständerat darüber beraten, bevor sich dann erst die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrates (SGK-N) und anschliessend der Nationalrat mit der Vorlage befassen werden. Schlussendlich wird diese Vorlage vor das Volk kommen. Bis zur Absrimmungsreife wird sie jedoch noch einige Schritte zu durchlaufen haben. Den aktuellen Stand der Etappen erfahren Sie auf der Website des BSV.

    Parallel zu dieser Vorlage - und als Alternative dazu - hat der Schweizerische Gewerkschaftsbund vor zwei Jahren seine Initiative AHVplus lanciert. Die Initiative ist zustande gekommen. Sie verlangt eine lineare Erhöhung der Renten um 10%, um die „Fortsetzung der gewohnten Lebenshaltung in angemessener Weise“, zu garantieren, die laut Bundesverfassung durch die Renten der AHV und der Pensionskasse zusammen gewährleistet sein müssen. Die SGK-S empfiehlt diese Initiative zur Ablehnung.



Grundlagen zum politischen Prozess


17. September, 2015 - SRF
Altersreform 2020: Alles was Sie wissen müssen

Nun steht fest, wie der Ständerat auch künftig für sichere Renten sorgen will. Die kleine Kammer hat die dreitägigen Beratungen zur Altersreform 2020 abgeschlossen. Jetzt muss der Nationalrat dafür sorgen, dass die Rezepte gegen das drohende Milliardenloch vor dem Volk eine Chance haben.

Zum Thema:

Die Jungen müssen mehr bezahlen, Rentner werden kaum belastet (BZ)

Reform der Altersvorsorge nimmt erste Hürde im Parlament (SWI)

Ein Mehrwertsteuerprozent für die AHV (NZZ)

Die wichtigsten Entscheide zur Altersvorsorge (Der Bund)

Die Altersvorsorge-Reform ist ein Betrug an den Jungen (NZZ)



16. September, 2015 - Der Bund
Die wichtigsten Entscheide zur Altersvorsorge

In einer Mammutdebatte hat der Ständerat mehrere Reformvorhaben zur AHV beschlossen. Das sind die wichtigsten Änderungen.


16. September, 2015 - Tageswoche
Länger arbeiten, weniger PK, mehr AHV – Ständerat diskutiert tragfähige Lösung

Frauen sollen ein Jahr länger arbeiten, die Renten der beruflichen Vorsorge sinken. Als Ausgleich steigt die AHV. So hofft der Ständerat, beim Volk eine Mehrheit für die Reform der Altersvorsorge zu finden.



16. September, 2015 - SGB
Wichtige Weichenstellung trotz grosser Rückschritte

Erstmals seit 20 Jahren sollen die AHV-Renten wieder deutlich verbessert werden. Mit diesem Beschluss hat der Ständerat die Vorschläge des Bundesrats zur Altersvorsorge in einem entscheidenden Punkt verbessert. Denn die Reform darf der Bevölkerung nicht nur Opfer abverlangen. Sie muss auch sozialen Fortschritt bringen. Die Mehrheit der Bevölkerung ist auf anständige Renten der AHV und der Pensionskassen angewiesen. Nur wenn für sie die Bilanz in der Endabrechnung stimmt, kann die Vorlage an der Urne bestehen. An diesem Grundsatz wird sich auch der Nationalrat orientieren müssen, wenn die Reform nicht erneut scheitern soll. Dies gilt umso mehr, als die mit den Beschlüssen des Ständerats verbundenen Einschnitte nach wie vor enorm sind.


16. September, 2015 - Travail.Suisse
Ständerat kuscht vor Versicherungsindustrie

Heute hat der Ständerat das Reformprojekt Altersvorsorge 2020 zu Ende beraten. Er hat es abgelehnt, die massiv überhöhten Gewinne der Versicherungsgesellschaften mit Pensionskassengeldern zu unterbinden. Dies obwohl ein Vorschlag des Bundesrates auf dem Tisch liegt. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, ist verärgert über diese Ignoranz. Wird dieser Entscheid vom Nationalrat nicht korrigiert, werden die privatisierten Gewinne in der Sozialversicherung Berufliche Vorsorge zur Hypothek für die Akzeptanz der Altersreform.


04. Juni, 2015 - ASIP Schweizerischer Pensionskassenverband
Altersvorsorge 2020. Sichere Rente

Kampagnenwebsite



30. April, 2015 - Der Schweizerische Bundesrat
Altersvorsorge 2020: Bundesrat verabschiedet Botschaft

Der Bundesrat hat die Botschaft zur Reform der Altersvorsorge ans Parlament überwiesen. Die Reform sichert mit einem umfassenden und ausgewogenen Ansatz das Leistungsniveau der Altersvorsorge. Sie sorgt dafür, dass AHV und berufliche Vorsorge ausreichend finanziert sind und einen flexibleren Übergang in den Ruhestand erlauben.



30. April, 2015 - BSV
Botschaft zur Reform der Altersvorsorge 2020

Botschaft vom 19. November 2014


30. April, 2015 - vorsorgeexperten.ch
Altersvorsorge 2020: Der Ständerat tritt auf die Vorlage einstimmig ein

Die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Ständerates hat mit den eigentlichen Beratungen zur Altersvorsorge 2020 Reform begonnen. Sie ist einstimmig auf die Vorlage eingetreten. Die Detailberatung wird an der nächsten Sitzung vom 23./24. April 2015 fortgesetzt.


30. April, 2015 - BSV
Die Reform in Überblick

Im November 2014 hat der Bundesrat die Botschaft zur Reform der Altersvorsorge 2020 verabschiedet und an das Parlament überwiesen. Hier erhalten Sie einen Überblick über den aktuellen Stand der Beratungen sowie eine Zusammenfassung der wichtigsten Etappen und Entscheidungen.

Debatte


27. Januar, 2016 - faktuell.ch
"Altersvorsorge 2020": Die "Demographie-Pessimisten" bekommen Fakten-Konkurrenz

Die Bevölkerungswissenschaft hat das Potenzial, mit ihren statistischen Prognosen Angst und Schrecken zu verbreiten. Wann immer die künftige Finanzierbarkeit der Sozialversicherungen debattiert wird, ersetzt der Griff zur „Demographie-Keule“ das pragmatische Denken. Dabei gehen die positiven Entwicklungen im Umfeld der Sozialversicherungspalette gänzlich unter. Ein – unvollständiger – Überblick. 


10. November, 2015 - Schweizerischer Arbeitgeberverband
"Der AHV-Ausbau führt zu einer Umverteilung von unten nach oben"

Stellungnahme

«Viel Geld ohne Wirkung», sagt Wirtschaftsprofessor Christoph Schaltegger zum Leistungsausbau in der AHV. Geht es nach dem Ständerat, sollen alle Neurentner künftig 70 Franken mehr AHV erhalten. Für Schaltegger, der an der Universität Luzern lehrt und forscht, sind die Erfolgsfaktoren einer zukunftsfähigen Altersvorsorge andere: ein höheres Rentenalter, tragbare Mehreinnahmen und eine Schuldenbremse. 


04. November, 2015 - NZZ Online
Eine flexible AHV sichert Renten

Altersvorsorge 2020

Mit Blick auf demografische Herausforderungen gibt es nur einen vernünftigen und sozialpolitisch verträglichen Weg: Es braucht eine Verlängerung der Lebensarbeitsziet zur Sicherung der AHV


30. September, 2015 - vorsorgeexperten.ch
Was ist zu tun, damit der Generationenvertrag in der Altersvorsorge wieder funktioniert?

Was strapaziert den Generationenvertrag zwischen Jung und Alt? Welche Massnahmen sind nötig, um die Fairness zwischen den Generationen zu gewährleisten? Das Institut für Versicherungswirtschaft der HSG gibt Antworten.


09. Juni, 2015 - NZZ Online
Keine Spielchen mit der AHV

Die Volksinitiative «AHV plus» wird im Ständerat ohne Chance bleiben. Wichtig ist, dass die Initiative rasch an die Urne kommt. 


06. Mai, 2015 - NZZ Online
Ist die AHV eine Zeitbombe?

Interview mit Jérôme Cosandey, Avenir Suisse

Die AHV, die erste Säule des Altersvorsorgesystems, hat im vergangenen Jahr 320 Millionen Franken mehr ausgegeben, als sie eingenommen hat. Jérôme Cosandey, Vorsorgespezialist des Think-Tanks Avenir Suisse, sieht hier eine negative Trendwende, wie er in einem Interview für die Web-TV-Sendung «Wirtschaft im Fokus» auf NZZ.ch sagte. Dieses sogenannte Umlageergebnis der AHV ist 2014 zum ersten Mal seit 1999 in die roten Zahlen gerutscht. 


30. April, 2015 - Tages-Anzeiger
Früh in die Pension – ein Problem für die Wirtschaft

40 Prozent der Männer und 33 Prozent der Frauen lassen sich in der Schweiz vorzeitig pensionieren – trotz Fachkräftemangels. Wie kann dieses Potenzial besser genutzt werden? Ein runder Tisch sucht heute Lösungen.


30. April, 2015 - NZZ Online
Reformprojekt «Altersvorsorge 2020»: Luftschloss des Bundesrates

Das Reformprojekt des Bundesrats zur Altersvorsorge setzt in Sachen Pensionskassen auf Optimismus, um Rentensenkungen auf später zu verschieben.


30. April, 2015 - NZZ Online
Gastkommentar zur AHV-Reform: Die Reform der Altersvorsorge als Schuldenbremse

Bundesrat Berset hat es in der ersten Version seiner Reform der Altersvorsorge versäumt, Automatismen einzubauen.


30. April, 2015 - BZ
Die Jüngsten müssen zahlen

Der Bundesrat will mit seiner grossen Rentenreform vor allem die Jungen, Jüngsten und Ungeborenen zur Kasse bitten. Den Generationen, die heute das Sagen haben, werden deutlich weniger Opfer abverlangt. Das zeigt eine neue Studie. 


30. April, 2015 - Der Bund
«Unser Reformpaket ist Plan B. Plan A ist bereits gescheitert»

Bundesrat Alain Berset erklärt, warum er eine Erhöhung des Rentenalters über 65 hinaus für unnötig hält. Und er mahnt die Bürgerlichen, jetzt nicht die Reformen zurückzuweisen, die sie selber verlangt hätten.


30. April, 2015 - Tageswoche
Altersvorsorge 2020: «Wir wollen die Rentenreform, aber...»

Eigentlich finden in Bern viele Beteiligte das Reformpaket zur Altersvorsorge ziemlich gelungen. Richtig gut findet es aber doch niemand. Die einen wollen etwas mehr Leistung, die anderen etwas weniger zahlen. Diese Kombination könnte der Vorlage den Todesstoss versetzen.


30. April, 2015 - Avenir Suisse
Verjüngungskur für die Altersvorsorge

Vor dreissig Jahren wurde das Gesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen-und Invalidenvorsorge (BVG) verabschiedet. Die damaligen Prämissen haben sich seither signifikant verändert. Heute sind neue Ideen gefragt.


30. April, 2015 - Travail.Suisse
Der Reform eine Chance geben

Die Altersreform 2020 geht zwar nicht in allen Teilen auf die Forderungen der Arbeitnehmenden-Verbände ein. Dennoch ist das heute vom Bundesrat vorgelegte Reformpaket insgesamt ein faires Diskussionsangebot ans Parlament. Dank der breit angelegten Gesamtbetrachtung und dem koordinierten Vorgehen zwischen erster und zweiter Säule besteht überhaupt Handlungsspielraum, um die verhärteten Fronten aufzubrechen und eine mehrheitsfähige Reform zu erarbeiten. Für Travail.Suisse, den unabhängigen Dachverband der Arbeitnehmenden, ist insbesondere die Anhebung der Legal Quote auf 92% ein Schritt in die richtige Richtung.


30. April, 2015 - SRF
Altersreform 2020 ist finanziell nur ein Reförmchen

Mit einem Bündel Massnahmen will der Bundesrat die AHV in Abstimmung mit der zweiten Säule finanziell sichern. Letztlich geht es vor allem um eine Erhöhung der Mehrwertsteuer – das ist wenig, wenn man bedenkt, dass der viel beschworene Generationenvertrag seit 50 Jahren nicht mehr funktioniert. 


30. April, 2015 - Pro Senectute Schweiz
Vernehmlassungsantwort zur Reform der Altersvorsorge

Pro Senectute nimmt als grösste Fach- und Dienstleistungsorganisation der Schweiz im Dienste der älteren Menschen Stellung zur Reform der Altersvorsorge, die der Bundesrat am 20. No-vember 2013 in die Vernehmlassung gegeben hat.


30. April, 2015 - NZZ Online
Altersvorsorge 2020: Wer nicht pfeift, ist unzufrieden

In der Vernehmlassung ist die Altersvorsorge 2020 auf breite Kritik gestossen. Der Bundesrat hat kaum auf sie reagiert, hält an seinem Paket fest und will die Botschaft bis Ende Jahr verabschieden. Doch die Rückweisung im Parlament wird wahrscheinlich.

Forschungsresultate


30. April, 2015 - BSV
Berufliche Vorsorge: Studie untersucht Pensionierungsverluste

Der gesetzlich vorgeschriebene Mindestumwandlungssatz von 6,8 Prozent in der obligatorischen beruflichen Vorsorge verursacht den Vorsorgeeinrichtungen wegen der steigenden Lebenserwartung und den tiefen Anlagerenditen erhebliche Pensionierungsverluste. Diese führen zu einer systemfremden Umverteilung in der zweiten Säule. Das zeigt exemplarisch eine Studie im Auftrag des Bundesamtes für Sozialversicherungen, in der die Mechanismen und Auswirkungen der Pensionierungsverluste bei 27 ausgewählten Pensionskassen untersucht wurden.


30. April, 2015 - BSV
Reform der Altersvorsorge 2020: Aus-wirkungen auf Beschäftigung, Löhne und Arbeitskosten

Analyse der Erhöhung der Altersgutschriften und der Herabsetzung der BVG-Eintrittsschwelle

Schlussbericht
27. August 2014


30. April, 2015 - UBS
Studien zur Schweizer Altersvorsorge: Was Sie wissen müssen

Wie (un)sicher ist die AHV? Welche Reformen sind notwendig? Und was denken Schweizerinnen und Schweizer über das Älterwerden? Um solche Fragen zu beantworten, publiziert UBS regelmässig Studien, die jeweils im Rahmen des Vorsorge Forums präsentiert werden. Das dritte Vorsorge Forum hat am 19. Januar 2015 in Bern stattgefunden.

Generationengerechtigkeit


02. Februar, 2016 - Tages-Anzeiger
Echte Reformen zur Generationenfrage

Die «Altersvorsorge 2020» gehört zu den zentralen Herausforderungen und zu den wichtigsten politischen Projekten der laufenden Legislatur. Sie beantwortet aber nur die dringendsten Fragen. Die demografische Entwicklung und die ökonomischen Realitäten verlangen weitergehende Reformen.


28. September, 2015 - vorsorgeexperten.ch
Was zu tun ist, damit der Generationenvertrag in der Altersvorsorge wieder funktioniert

Was strapaziert den Generationenvertrag zwischen Jung und Alt? Welche Massnahmen sind nötig, um die Fairness zwischen den Generationen zu gewährleisten? Das Institut für Versicherungswirtschaft der HSG gibt Antworten.


30. April, 2015 - Philosophie.ch
Philosophisches Themendossier: AHV & Generationengerechtigkeit

Das erste philosophische Themendossier beinhaltet philosophische Perspektiven zur Zukunft der Alters- und Hinterbliebenenversicherung (AHV). Welche Pflichten haben die heutigen Generationen gegenüber den Zukünftigen? Inwiefern ist die Zukunft der AHV ein philosophisches Thema?


30. April, 2015 - Avenir Suisse
Generationenungerechtigkeit überwinden

Revisionsvorschläge für einen veralteten Vertrag

Die Alterung der Gesellschaft wird die Gewichte zwischen den Generationen massiv verschieben. Was sind die richtigen Antworten darauf? Im Buch «Generationenungerechtigkeit überwinden: Revisionsvorschläge für einen veralteten Vertrag» beginnt Jérôme Cosandey mit einer Auslege­ordnung des vielstrapazierten Begriffes «Generationenvertrag» – und stellt fest: Dieser regelt viel mehr als die Finanzierung der Altersvorsorge.


30. April, 2015 - NZZ Online
Generationenvertrag: Was soll das heissen?

Ein Kontrakt ohne Unterzeichner

Ein Kontrakt ohne UnterzeichnerIn der Schweiz wird – wieder einmal – der Versuch unternommen, das System der Altersvorsorge zu reformieren. Dass für den Erfolg dieser Übung eine schöne Verpackung und attraktive Etiketten ganz entscheidend sind, ist jedem Politiker klar. Die Fürsprecher einer umfassenden Umverteilung zwischen Jung und Alt werden daher in den kommenden Monaten in nicht zu knappem Mass auf die Einhaltung des sogenannten Generationenvertrags pochen.

Kommentare

Jerome, 11.02.2016 10:17:
Der Faktuell-Artikel „Altersvorsorge 2020: Die "Demographie-Pessimisten" bekommen Fakten-Konkurrenz“ ist zwar voller interessanter Zahlen.

Eine Wichtige fehlt aber: Wir gross wird die AHV-Finanzierungslücke dank oder trotz diesen positiven Entwicklungen?

Das Bundesamt für Sozialversicherung hat aufgrund der neuen Projektionen des BFS (die im Faktuell Artikel beschrieben sind) ihre Szenarien angepasst. Nach Aktualisierung beträgt das AHV-Definit 2030 nicht mehr 8,5 Milliarden Franken, sondern „nur“ 7,5 Milliarden Franken – PRO JAHR. Es ist jährlich drei Mal so viel wie die Sozialhilfe. Kumuliert sind es bis 2030 50 Milliarden Franken.

Es ist schon gut, Optimismus zu verbreiten. Aber wir sollten die Augen nicht verschliessen und eine nötige Reform auf die lange Bank schieben.
Ob 7,5 oder 8,5 Milliarden, oder sogar nur 3 Milliarden Defizit, das werden unsere Budget spüren. Und wenn das Geld fehlt, wird nicht die AHV gekürzt, sondern vielmehr die Sozialhilfe.
Je länger man die Reform aufschiebt, desto grösser die Gefahr, dass Budget in anderen Bereichen (Bildung, Entwicklung und Zusammenarbeit, andere Sozialwerke) verdrängt und gekürzt werden. Diese Tatsache wurde in der Vergangenheit in den Kantonen häufig genug belegt.

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