Inhalt - No-Billag_Initiative

No Billag – (k)ein Thema für den Sozialbereich?

Dossier, 05.02.2018/str 

 



 

Auf den ersten Blick ist die bevorstehende Abstimmung über die No-Billag-Initiative zwar kein Kernthema der Sozialen Arbeit. Auf den zweiten Blick zeigt sich, dass viele Organisationen aus dem Sozialwesen bei Annahme der Initiative einen Abbau des Service Public befürchten. Die SRG gewährleistet einen Zugang zu Information für alle. Insbesondere ist sie darum besorgt, ihre Beiträge für Menschen mit einer Sinnesbehinderung zugänglich zu machen. Auch die Rücksichtnahme auf die Sprachenvielfalt in der Schweiz sehen einige in Gefahr. Kein Wunder, lehnen nicht zuletzt viele Verbände aus dem Behinderten- und Altersbereich die Initiative ab.

Wir haben eine Liste für Sie zusammengestellt.

Behindertenverbände

Die Behindertenverbände führen folgende Argumente ins Feld: Bei Annahme wäre das Angebot für Menschen mit Sinnesbehinderung gefährdet. Sie befürchten, dass Audiodeskriptionen, Untertitelung oder Programme in Gebärdensprache wegfallen würden. Diese seien für die politische Meinungsbildung jedoch essentiell. Auch lokale Radio- und Fernsehstationen wären betroffen. Zudem verstosse der Zugangsverlust für Menschen mit Behinderung gegen die UNO-Behindertenrechtskonvention.

Seniorenverbände

Die Seniorenverbände stellen nicht nur die barrierefreien Sendungen in den Vordergrund, sondern auch die Generationensolidarität. Sie befürchten, dass Minderheiten nicht mehr berücksichtigt werden könnten. Zudem fragen sie nach einer allfälligen neuen Finanzierung.

Kirchliche Organisationen

Die kirchlichen Organisationen lehnen die Initiative ab, weil die bisherigen Beiträge der SRG SSR massgeblich zum spirituellen und religiösen Dialog beigetragen hätten. Die römisch-katholische Zentralkonferenz befürchtet, dass für die Kirchen ein unglaublicher finanzieller Effort nötig werde, um am Radio und Fernsehen präsent zu sein, wenn die Beiträge der SRG SSR wegfallen würden. Die evangelisch-methodistische Kirche bemängelt, dass die Argumente der Befürworter irreführend seien und diese die Konsequenzen für die sprachliche Vielfalt, Kultur und für christliche Sender verschleiern würden.

Weitere Links

Hier haben wir weitere interessante Medienbeiträge und Links zum Thema zusammengestellt.

Kommentare

Keine Kommentare
Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld