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Jenische, Sinti und Roma - Minderheiten in der Schweiz

Dossier, 05.07.2017/str; hem 



© sozialinfo.ch

Die Minderheiten der Jenischen, Sinti und Roma gehören seit eh und je zur Schweiz. Trotzdem ist ihre Wahrnehmung in der Öffentlichkeit von Vorurteilen und Unwissen geprägt.

Im folgenden Dossier haben wir Informationen und Links zu verschiedenen Aspekten für Sie zusammengestellt.

Wichtige Schritte auf dem Weg zur Anerkennung

Seit 1998 hat die Schweiz das Übereinkommen des Europarates zum Schutz nationaler Minderheiten ratifiziert und sich dazu bekannt, die Kultur und die Identität der Jenischen und Sinti in der Schweiz zu schützen und mit geeigneten Mitteln zu fördern. Ein weiterer symbolischer Schritt wurde getan, als Bundesrat Alain Berset Im September 2016 in einer Rede anlässlich der Fekkerchilbi in Bern zum ersten Mal die Organisatoren explizit mit "Jenische" und "Sinti" begrüsste und sich dafür aussprach, dass diese in Zukunft von offizieller Seite nicht mehr mit dem Sammelbegriff "Fahrende" angesprochen werden sollen. Am 21. Dezember 2016 hat der Bundesrat zudem einen Aktionsplan verabschiedet, der einzelne Massnahmen aufführt, wie die Kultur der Jenischen und Sinti konkret gefördert werden soll. Dies sind einerseits die Förderung von Projekten zugunsten der Sprache und Kultur der Jenischen und Sinti sowie die Schaffung von Stand- und Übergangsplätzen, die allerdings nur in enger Zusammenarbeit mit den Kantonen geschaffen werden können.

Etwas anders sieht es zurzeit noch bei den Roma aus. Obwohl rund 80‘000 Roma seit Jahren und Generationen in der Schweiz leben, blieb eine offizielle Anerkennung als nationale Minderheit bis heute aus. Das soll sich ändern, Roma-Organisationen haben im Jahr 2015 ebenfalls einen Antrag gestellt, dass die Schweiz sie als Minderheit anerkennt. Trotz ausstehender formeller Anerkennung sind die Roma im Ende 2016 vom Bundesrat verabschiedeten „Aktionsplan Jenische, Sinti, Roma“ erwähnt und zum Teil mitgemeint.

Die Lebenssituation von Jenischen, Sinti und Roma in der Schweiz

Die schweizerische Gesellschaft für bedrohte Völker in der Schweiz schreibt in ihrem Schattenbericht zum „vierten Bericht der Schweiz zur Umsetzung des Rahmenübereinkommens des Europarates zum Schutz nationaler Minderheiten" aus dem Jahr 2017, dass rund 35'000 Jenische in der Schweiz leben, wovon zwischen 2000 – 3000 fahrend unterwegs seien. Weiter führt sie in der Tabelle 80'000 Roma sowie 400-500 Sinti auf, wobei die meisten sesshaft seien. Trotz offizieller Anerkennung als nationale Minderheiten sind auch heute noch Jenische, Sinti und Roma nicht vor Diskriminierung und Rassismus seitens der Bevölkerung und der Behörden verschont, schreibt die Gesellschaft für bedrohte Völker in ihrem Schattenbericht. 

Daneben gibt es auch fahrende Gruppierungen aus dem angrenzenden Ausland, die sich zeitweise in der Schweiz aufhalten. Nebst ausländischen Jenischen gehören dazu Angehörige der Roma oder der Sinti.

Glossar

Jenische:

„Als Jenische bezeichnen sich in Europa lebende Angehörige beziehungsweise Nachfahren von meist ursprünglich fahrenden Bevölkerungsgruppen. Wesentliches gemeinsames Merkmal ist die Sprache. Seit 1997 wird das Jenische in der Schweiz als territorial nicht gebundene Sprache geschützt und gefördert. Linguistisch handelt es sich um einen Soziolekt, der auf der Sprache der Mehrheitsgesellschaft beruht, mit Wörtern aus dem Romanés, Jiddischen und Rotwelsch durchsetzt ist und über eigenes Wortgut verfügt, das teilweise Eingang in die Dialekte gefunden hat.“ (Website Stiftung Schweizer Fahrende)

Roma, Sinti, Manouches:

"Als Roma werden in der Regel diejenigen Bevölkerungsgruppen bezeichnet, welche seit dem fünften Jahrhundert aus dem nordöstlichen Indien durch Kriege vertrieben worden oder aus wirtschaftlichen Gründen ausgewandert sind und die eine auf dem Sanskrit und Pakrit beruhende Sprache Romani beziehungsweise dem walachisch geprägten Dialekt Romanés sprechen. Roma leben heute auf allen Kontinenten, besonders zahlreich und überwiegend sesshaft sind sie in Osteuropa und im Balkan. Gruppen in Mitteleuropa, welche ihre Sprache stark den jeweiligen Landessprachen angepasst haben, bezeichnen sich als Sinti oder Manusch. Sie teilen sich wiederum in zahlreiche Untergruppierungen auf, welche sich an der beruflichen Tätigkeit, am örtlichen Aufenthalt, an der sprachlichen Entwicklung oder Sippenzugehörigkeit orientieren.

Viele Roma aus Jugoslawien kamen seit den 1960er Jahren als Gastarbeiter und in den 1990er Jahren infolge der Jugoslawienkriege auch als Flüchtlinge in die Schweiz. Noch im Zweiten Weltkrieg waren Roma an der Grenze abgewiesen worden. Nach Schätzungen der Rroma Foundation leben heute rund 50’000 bis 80'000 Roma in der Schweiz." (Website Stiftung Schweizer Fahrende)

Auf der Seite der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus (EKR) finden sich ebenfalls verschiedene Begriffsdefinitionen und Erklärungen zu den verschiedenen Gruppen und zu ihrer Sprache.

 

 

Organisationen von Jenischen, Sinti (Manouches) und Roma


13. Juni, 2017 -
Rroma Foundation

Die Stiftung will mit ihren Aktivitäten Roma fördern und ermutigen, ihre Lebensumstände zu verbessern und das Verständnis zwischen Rroma und Nicht-Roma zu fördern.

Die Website enthält Informationen zur Geschichte der Rroma, ihrer Kultur und Traditionen und zu aktuellen Themen. 


13. Juni, 2017 -
Schweizer Fahrende in Geschichte und Gegenwart

Die Website möchte die Kenntnisse über die Fahrenden in der Schweiz verbessern. Sie möchte auch auf aktuelle direkte und indirekte Diskriminierungen gegenüber Fahrenden hinweisen.



13. Juni, 2017 -
Radgenossenschaft der Landstrasse

Die Radgenossenschaft der Landstrasse ist die Dachorganisation der Jenischen und Sinti. Sie unterstützt aber auch die Interessen aller Roma. Die Radgenossenschaft wurde 1975 gegründet und erhält Subventionen vom Bund. 


13. Juni, 2017 -
Naschet Jenische

Die Stiftung bietet Beratung und Betreuung für Opfer des Hilfswerkes "Kinder der Landstrasse". Auf der Website findet man die Biographie der Gründerin der Stiftung, Uschi Waser. Sie bietet Vorträge und die Teilnahme an Podiumsdiskussionen an.


13. Juni, 2017 -
Verein Bewegung der Schweizer Reisenden

Der Verein setzt sich für die Schaffung von genügend Stand- und Durchgangsplätzen ein

Hintergrundinfos und Berichte zu Jenischen, Sinti (Manouches) und Roma


14. Juni, 2017 - MERS
Humanrights.ch: Schlagwort: Jenische, Sinti, Roma

Auf dieser Seite hat die Menschenrechtsorganisation Humanrights ihre Artikel zur Situation von Jenischen, Sinti und Roma zusammen gefasst. 


14. Juni, 2017 -
Schattenbericht der Gesellschaft für bedrohte Völker zum vierten Bericht der Schweiz zur Umsetzung des Rahmenübereinkommens des Europarates zum Schutz nationaler Minderheiten.

Der Bericht kritisiert, dass Jenische, Sinti und Roma in der Polizeiarbeit diskriminiert würden, weil in der Polizeiarbeit häufig ein racial profiling anwendet werde, auch in der Medienberichterstattung würden diese Gruppen häufig pauschalisierend und einseitig dargestellt und die Betroffenen kämen selten selber zu Wort. Weiter kritisiert der Bericht, dass die Anzahl der Stand- und Durchgangsplätze in den letzten 15 Jahren stetig abgenommen habe und es den fahrenden Gruppierungen erschwere, ihre Kultur zu leben und weiter zu entwickeln. In politischen Gremien würden Jenische, Sinti und Roma noch zuwenig einbezogen. Zudem werde die Geschichte und die Kultur dieser Bevölkerungsgruppen an den Schulen zu wenig vermittelt.



13. Juni, 2017 - Cicero
Cicero: Jenische - das vergessene Volk

Der Artikel gibt einen guten Einblick in die aktuelle Lebenssituation und die Geschichte von Jenischen in Deutschland. Im Gegensatz zur Schweiz sind die Jenischen in Deutschland noch nicht formell als nationale Minderheit anerkannt.


13. Juni, 2017 - Puls4
Puls4: Seit Jahrhunderten diskriminiert - die jenische Volksgruppe

Der österreichische Dokumentarfilm geht von der Situation in Österreich aus, zieht aber auch Vergleiche zur Schweiz, zu Deutschland und anderen europäischen Ländern. Die Jenischen in Österreich sind nicht offiziell als Minderheit anerkannt.


13. Juni, 2017 - Lerch, Fredi
Dossier Jenische (1926-1973 ff.)

Die schweizerische Minderheit der Fahrenden wird Jenische genannt. Ihre Geschichte ist im 20. Jahrhundert überschattet von einem Versuch der Sesshaften, wenn nicht in jedem Fall sie selber, dann doch die jenische Identität zu zerstören. Im Zentrum dieses Versuchs stand zwischen 1926 und 1973 das «Hilfswerk für die ‘Kinder der Landstrasse’», eine Abteilung des Kinderhilfswerks Pro Juventute. Mit staatlicher Unterstützung – involviert waren Bund, Kantone und Gemeinden – wurden jenische Kinder weggenommen, fremdplatziert und umerzogen. Im Rahmen der staatlichen «Administrativjustiz» wurden zudem die jenischen Erwachsenen durch Internierung und Unfruchtbarmachung gehindert, sich fortzupflanzen. 


13. Juni, 2017 - GfbV
"Analphabeten gibt es nicht"

Ihr Bild in der Öffentlichkeit ist meist negativ geprägt: Schweizer Jenische seien ungebildet, und die familiäre Rollenverteilung in den 50er Jahren stehen geblieben. Ein Besuch bei einer jenischen Familie zeigt ein anderes Bild.


13. Juni, 2017 - Wottreng, Willi
Zigeunerhäuptling

Vom Kind der Landstrasse zum Sprecher der Fahrenden - Das Schicksal des Robert Huber

Der heute 76-jährige Robert Huber wuchs als Verdingkind auf und landete in einer Strafanstalt unter Kriminellen. Er war ein Opfer der "Aktion Kinder der Landstrasse", wie eines der dunkelsten Kapitel der jüngeren Schweizer Geschichte bezeichnet wird. Von 1926 bis 1972 entriss die Stiftung Pro Juventute Hunderte Kinder ihren Eltern, um sie der Kultur der Fahrenden zu entfremden. Robert Huber ging daran nicht zugrunde. Im Gegenteil: Er fand schrittweise den Weg zurück zu seinen Wurzeln. Er lehnte sich gegen die Unterdrückung der Kultur der Fahrenden auf und setzte sich als Präsident der "Radgenossenschaft der Landstrasse" für ihre Rechte ein. Unter seinem Vorsitz fanden wichtige Ereignisse statt wie die Entschuldigung des Bundesrats für die Zwangsbevormundungen und die Anerkennung der Fahrenden als nationale Minderheit. Seine Lebensgeschichte steht stellvertretend für die Geschichte der Jenischen und ihres erwachenden Selbstbewusstseins in der Schweiz. Es ist eine Erfolgsgeschichte.


13. Juni, 2017 - Schweizer Revue
«Wir sind ganz normale Bürger. Einfach Bürger auf Rädern.»

Junge Jenische pochen auf das Recht, ein nicht sesshaftes Leben als Fahrende führen zu dürfen. Die Schweiz tut sich schwer damit, denn das provoziert auch Diskussionen um den Umgang mit Minderheiten.


13. Juni, 2017 - Der Schweizerische Beobachter
Der Rückhalt bröckelt

Jenische

Die Radgenossenschaft kämpfte fast 40 Jahre lang für die Rechte der Jenischen. Jetzt wird sie von Geldnöten und internen Querelen geplagt. Es ist unklar, wie es ­weitergeht.

Zum Thema:

- Zwist bei den Jenischen (SRF)

- Schluss mit Eintracht (Tages-Anzeiger)

- «Die Jenischen sollen nicht schon wieder diffamiert werden» (Der Bund)



13. Juni, 2017 - Der Bund
«Teuer dafür bezahlt, Jenische zu sein»

Charlotte Dasen-Nobel ist stolz auf die Jenischen, die für mehr Plätze demonstrieren. Als Säugling wurde sie durch das «Hilfswerk» Kinder der Landstrasse ihrer Familie entrissen. Jahrelang hat sie ihre Eltern gesucht. 


13. Juni, 2017 - Huonker, Thomas
Jenische in der Schweiz

Informationen auf der Website thata.ch von Thomas Huonker


13. Juni, 2017 - EKR
TANGRAM 30 - Jenische Sinti/Manouches und Roma in der Schweiz

Die EKR hat zahlreiche Erfahrungsberichte eingeholt und dabei eine beunruhigende Tatsache festgestellt: Viele Angehörige dieser Minderheiten verschweigen ihre Herkunft, um sich keinen rassistischen Reaktionen auszusetzen. Eine besondere Bedeutung kommt in der öffentlichen Debatte den Medien zu. 


13. Juni, 2017 -
Stiftung Zukunft für Schweizer Fahrende

Dis Stiftung Zukunft für Schweizer Fahrende wurde 1995 vom Bund gegründet. 1997 nahm sie ihre Tätigkeit auf. Sie hat den Auftrag, die Lebensbedingungen der Fahrenden in der Schweiz zu sichern und zu verbessern, und zu diesem Zweck die Zusammenarbeit zwischen Bund, Kantonen und Gemeinden zu fördern.


13. Juni, 2017 -
Radgenosschenschaft der Landstrasse

 Dachorganisation der Jenischen der Schweiz


13. Juni, 2017 - Schäft qwant
Verein schäft qwant

Transnationaler Verein für jenische Zusammenarbeit und Kulturaustausch


13. Juni, 2017 -
Jenischer Bund in Deutschland und Europa e.V.

 Der Bundesverband und die Politisch-Kulturelle Interessensvertretung der autochthonen Jenischen Volksgruppe in Deutschland - Mitglied in der FIR - Botschafter des Friedens der UNO mit NGO - Beobachter Status in der UN, der UNESCO. Von Jenischen aber nicht nur für Jenische, der J/B/i/D e.V.! 


13. Juni, 2017 - Wikipedia - Die freie Enzyklopädie
Jenische

Jenische ist sowohl eine Eigen- als auch eine Fremdbezeichnung für Angehörige eines nach landschaftlicher und sozialer Abkunft in sich heterogenen Teils der Bevölkerung in Mittel- und Westeuropa. Historisch lassen sich Jenische auf Angehörige der marginalisierten Schichten der Armutsgesellschaften der frühen Neuzeit und des 19. Jahrhunderts zurückführen. Merkmale dieser historischen Jenischen waren ihr ökonomischer, rechtlicher und sozialer Ausschluss aus der Mehrheitsbevölkerung und eine dadurch bedingte Dauermigration.


13. November, 2014 - Lerch, Fredi
Dossier Jenische (1926-1973 ff.)

Die schweizerische Minderheit der Fahrenden wird Jenische genannt. Ihre Geschichte ist im 20. Jahrhundert überschattet von einem Versuch der Sesshaften, wenn nicht in jedem Fall sie selber, dann doch die jenische Identität zu zerstören. Im Zentrum dieses Versuchs stand zwischen 1926 und 1973 das «Hilfswerk für die ‘Kinder der Landstrasse’», eine Abteilung des Kinderhilfswerks Pro Juventute. Mit staatlicher Unterstützung – involviert waren Bund, Kantone und Gemeinden – wurden jenische Kinder weggenommen, fremdplatziert und umerzogen. Im Rahmen der staatlichen «Administrativjustiz» wurden zudem die jenischen Erwachsenen durch Internierung und Unfruchtbarmachung gehindert, sich fortzupflanzen. 


21. August, 2014 - GfbV
"Analphabeten gibt es nicht"

Ihr Bild in der Öffentlichkeit ist meist negativ geprägt: Schweizer Jenische seien ungebildet, und die familiäre Rollenverteilung in den 50er Jahren stehen geblieben. Ein Besuch bei einer jenischen Familie zeigt ein anderes Bild.


08. August, 2014 - Wottreng, Willi
Zigeunerhäuptling

Vom Kind der Landstrasse zum Sprecher der Fahrenden - Das Schicksal des Robert Huber

Der heute 76-jährige Robert Huber wuchs als Verdingkind auf und landete in einer Strafanstalt unter Kriminellen. Er war ein Opfer der "Aktion Kinder der Landstrasse", wie eines der dunkelsten Kapitel der jüngeren Schweizer Geschichte bezeichnet wird. Von 1926 bis 1972 entriss die Stiftung Pro Juventute Hunderte Kinder ihren Eltern, um sie der Kultur der Fahrenden zu entfremden. Robert Huber ging daran nicht zugrunde. Im Gegenteil: Er fand schrittweise den Weg zurück zu seinen Wurzeln. Er lehnte sich gegen die Unterdrückung der Kultur der Fahrenden auf und setzte sich als Präsident der "Radgenossenschaft der Landstrasse" für ihre Rechte ein. Unter seinem Vorsitz fanden wichtige Ereignisse statt wie die Entschuldigung des Bundesrats für die Zwangsbevormundungen und die Anerkennung der Fahrenden als nationale Minderheit. Seine Lebensgeschichte steht stellvertretend für die Geschichte der Jenischen und ihres erwachenden Selbstbewusstseins in der Schweiz. Es ist eine Erfolgsgeschichte.


07. August, 2014 - Schweizer Revue
«Wir sind ganz normale Bürger. Einfach Bürger auf Rädern.»

Junge Jenische pochen auf das Recht, ein nicht sesshaftes Leben als Fahrende führen zu dürfen. Die Schweiz tut sich schwer damit, denn das provoziert auch Diskussionen um den Umgang mit Minderheiten.


04. August, 2014 - Schweizer Fahrende
Generationenkonflikt unter den Jenischen

Eine junge Generation von Fahrenden erhebt Vorwürfe gegen die etablierten Organisationen. Dabei geht es um mehr Stand- und Durchgangsplätze, um einen Streit zwischen Familien sowie um Subventionen.


31. Juli, 2014 - Der Schweizerische Beobachter
Der Rückhalt bröckelt

Jenische

Die Radgenossenschaft kämpfte fast 40 Jahre lang für die Rechte der Jenischen. Jetzt wird sie von Geldnöten und internen Querelen geplagt. Es ist unklar, wie es ­weitergeht.

Zum Thema:

- Zwist bei den Jenischen (SRF)

- Schluss mit Eintracht (Tages-Anzeiger)

- «Die Jenischen sollen nicht schon wieder diffamiert werden» (Der Bund)



03. Juli, 2014 - GfbV
Factsheet Jenische

Die Jenischen werden aufgrund ihrer ursprünglich nomadisierenden Lebensweise oft auch „Fahrende“ genannt. Heute lebt in der Schweiz jedoch ein grosser Teil der Jenischen sesshaft.


01. Juli, 2014 - Der Bund
«Teuer dafür bezahlt, Jenische zu sein»

Charlotte Dasen-Nobel ist stolz auf die Jenischen, die für mehr Plätze demonstrieren. Als Säugling wurde sie durch das «Hilfswerk» Kinder der Landstrasse ihrer Familie entrissen. Jahrelang hat sie ihre Eltern gesucht. 


01. Juli, 2014 - GfbV
8.4.2014: Tag der Jenischen, Sinti und Roma in der Schweiz: Respekt und Anerkennung

Eine breite Koalition hat heute, am Tag der Jenischen, Sinti und Roma ein Zeichen für Respekt und Anerkennung der Jenischen, Sinti und Roma in der Schweiz gesetzt.



01. Juli, 2014 - Huonker, Thomas
Jenische in der Schweiz

Informationen auf der Website thata.ch von Thomas Huonker

Stand- und Durchgangsplätze: langwierige Suche und Widerstand aus den Gemeinden

Um die Kultur und Lebensweise der Jenischen und Sinti zu fördern, bräuchte es unter anderem eine hinreichende Anzahl von Stand- und Durchgangsplätzen. "Konkret sind Fahrende, vor allem Schweizer Jenische, auf ein engmaschiges Netz an Plätzen angewiesen, weil sie auf der Suche nach Kundschaft von Ort zu Ort reisen" (Thomas Huonker im Bund 2014). Doch die vorhandenen Plätze reichen nicht aus und die Schaffung neuer Plätze für Fahrende sorgt in den Gemeinden und Kantonen immer wieder für Diskussionen. In den vergangenen Jahrzehnten sind sukzessive Plätze verschwunden bzw. anderweitigen Nutzungen zugeführt worden. Laut einem Bundesgerichtsurteil sind die Gemeinden zwar zur Schaffung geeigneter Plätze verpflichtet, oft fehlt es jedoch am politischen Willen und der Bereitschaft der lokalen Bevölkerung, fahrende Gruppen zu tolerieren.

Politische Vorstösse


13. Juni, 2017 - BAK
Aktionsplan Jenische, Sinti, Roma: Bundesrat bestätigt die Stossrichtung

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 21. Dezember 2016 von den Zwischenergebnissen der Arbeit am Aktionsplan «Jenische, Sinti, Roma» Kenntnis genommen. Er hat die Stossrichtung bestätigt und das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) beauftragt, für Bereiche, die in die Zuständigkeit der Kantone fallen, die Konsultationen mit den entsprechenden interkantonalen Konferenzen fortzuführen.



13. Juni, 2017 - BAK
Jenische und Sinti als nationale Minderheit

Unter dieser Rubrik des Bundesamtes für Kultur finden sich alle Informationen zu den rechtlichen Rahmenbedingungen zum Schutz und der Förderung dieser Minderheiten, zum  Aktionsplan, zu den Organisationen von Jenischen und Sinti sowie weiterführende Informationen. 



13. Juni, 2017 - SRF
Bundesrat will Fahrende mehr unterstützen

 Den Fahrenden in der Schweiz soll eine ihrer Kultur entsprechende Lebensweise ermöglicht werden. Der Bundesrat will eine Arbeitsgruppe einsetzen. Diese soll sich mit dem Problem fehlender Plätze befassen. Oft scheitern bis jetzt Lösungen auf Gemeindeebene. 


13. Juni, 2017 - Das Schweizer Parlament
Motion Task-Force zum Schutz nationaler Minderheiten. Umsetzung der Verpflichtungen

Der Bundesrat wird beauftragt, eine nationale Task-Force einzusetzen, um die im Europäischen Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten formulierten Verpflichtungen gegenüber Jenischen, Sinti und Roma umzusetzen.


13. Juni, 2017 - Das Schweizer Parlament
Interpellation Stand- und Durchgangsplätze für Schweizer Fahrende. Dringender Handlungsbedarf

Die Situation bezüglich Stand- und Durchgangsplätze in der Schweiz ist blockiert. Mit welchen Massnahmen will der Bund den Verpflichtungen aus der Verfassung und internationalen Abkommen nachkommen und sicherstellen, dass den Fahrenden und insbesondere den Schweizer Jenischen genügend Stand- und Durchgangsplätze zur Verfügung stehen? Welchen der möglichen Massnahmen gibt der Bund den Vorzug?


03. November, 2014 - Der Schweizerische Beobachter
Förderung als Farce

Jenische

Der Bund muss die jenische Kultur fördern. Dabei werde Geld ineffizient eingesetzt – kritisieren Jenische.


01. Juli, 2014 - BAK
Fahrende

Das Bundesamt für Kultur setzt sich für die Verbesserung der Lebenssituation der Fahrenden ein. Es unterstützt die Bemühungen dieser ethnischen und kulturellen Minderheit unseres Landes um Anerkennung und um Wahrung ihres kulturellen Selbstverständnisses. 


01. Juli, 2014 - SRF
Bundesrat will Fahrende mehr unterstützen

 Den Fahrenden in der Schweiz soll eine ihrer Kultur entsprechende Lebensweise ermöglicht werden. Der Bundesrat will eine Arbeitsgruppe einsetzen. Diese soll sich mit dem Problem fehlender Plätze befassen. Oft scheitern bis jetzt Lösungen auf Gemeindeebene. 


01. Juli, 2014 - Das Schweizer Parlament
Motion Task-Force zum Schutz nationaler Minderheiten. Umsetzung der Verpflichtungen

Der Bundesrat wird beauftragt, eine nationale Task-Force einzusetzen, um die im Europäischen Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten formulierten Verpflichtungen gegenüber Jenischen, Sinti und Roma umzusetzen.


01. Juli, 2014 - Das Schweizer Parlament
Interpellation Stand- und Durchgangsplätze für Schweizer Fahrende. Dringender Handlungsbedarf

Die Situation bezüglich Stand- und Durchgangsplätze in der Schweiz ist blockiert. Mit welchen Massnahmen will der Bund den Verpflichtungen aus der Verfassung und internationalen Abkommen nachkommen und sicherstellen, dass den Fahrenden und insbesondere den Schweizer Jenischen genügend Stand- und Durchgangsplätze zur Verfügung stehen? Welchen der möglichen Massnahmen gibt der Bund den Vorzug?

Stand- und Durchgangsplätze


05. Oktober, 2017 - Luzerner Zeitung
«Was, wenn es zu einem Prozess kommt?»

Der CVP-Grossrat Ralf Bucher hat eine Interpellation zum Thema Fahrende bei der Aargauer Regierung eingereicht. Viele Fragen betreffen Rechtliches.


03. Oktober, 2017 - BZ
Kommen ohne Zaun die Fahrenden?

Das Bundesamt für Strassen entfernt den Zaun unter dem Autobahnviadukt. Damit wird der Weg frei für die Wildtiere. Doch nun geht die Angst um, dass Fahrende den wettergeschützten Platz nutzen werden.


10. August, 2017 - BZ
Die Vorurteile treffen auch die Jenischen

Er ist das Gesicht der Schweizer Fahrenden und beobachtet mit Sorge, wie der geplante Transitplatz bekämpft wird: In der Debatte seien Grenzen überschritten worden, sagt Claude Gerzner.

Gut 30 Wohnwagen stecken fest (SRF)

Das «Hochrisikospiel» von Wileroltigen (der Bund)

«Ich will kein Öl ins Feuer giessen» (der Bund)



27. Juli, 2017 - Der Bund
Gummiparagraf macht den Fahrenden Angst

Behörden können Fahrenden künftig leichter die Arbeitsbewilligung entziehen. Möglich gemacht hat dies FDP-Frau Isabelle Moret.


26. Juli, 2017 - BZ
Gaffer beäugen Fahrende

Die Fahrenden in Vechigen kümmern sich nicht um Ab­machungen, die Ansässigen kommen auf Gafferfahrt ­vorbei: Das Wohnwagencamp zehrt an den Kräften von ­Behörden und Anwohnern.


20. Juli, 2017 - BZ
Fahrende waren plötzlich da

Zum ersten Mal ist Vechigen mit Fahrenden konfrontiert. Das sorgt für Verunsicherung. Laut dem Gemeindepräsidenten sind bisher aber keine Probleme aufgetreten.


13. Juli, 2017 - Kanton Freiburg
Der Rastplatz La Joux-des-Ponts kann ab dem 13. Juli Fahrende empfangen

Nach einjähriger Bauzeit steht der Rastplatz La Joux-des-Ponts in Sâles (Autobahn N12) nun den Fahrenden zur Verfügung. Dieser neue multifunktionale Rastplatz wurde an den bestehenden Rastplatz auf der Alpen-Seite (Richtung Freiburg) angebaut. Fahrende können nun jeweils von März bis Oktober hier halten. Von November bis Februar wird er von den Lastwagenführerinnen und führern benutzt werden können.


12. Juli, 2017 - Schweizer Fahrende
Immer mehr Fahrende

Anfang Juni haben sich neben dem Rastplatz an der A1 bei Wileroltigen (BE) Fahrende niedergelassen. Seither herrscht ein Kommen und Gehen. Eine Wegweisung ist praktisch unmöglich.

Gemeinden riegeln sich gegen Fahrende ab (Schweizer Fahrende)

Kanton St. Gallen hat noch immer keine Plätze für Fahrende gefunden (Schweizer Fahrende)



13. Juni, 2017 - BZ
Standplatz für weitere drei Jahre

Der Betrieb des Durchgangsplatzes für Fahrende an der Oberen Bönigstrasse in Matten soll weitergeführt werden. Anstatt dauerhaft, wie vom Kanton gewünscht, möchte die Gemeinde den Platz zunächst einmal für drei Jahre zur Verfügung stellen.


13. Juni, 2017 - SRF
Solothurner Fahrende gehen auf Konfrontation

Bis jetzt haben sich Fahrende und die Bürgergemeinde Solothurn auf juristischem Weg darüber gestritten, wer Recht hat. Nun erreicht der Streit um die Frage, ob die Fahrenden das Land der Bürgergemeinde verlassen müssen, eine neue Stufe: Die Fahrenden warten bewusst auf die polizeiliche Räumung. 


13. Juni, 2017 - Schweizer Fahrende
Schwarzpeter-Spiel um Fahrende im Berner Seeland

Immer öfter machen ausländische Fahrende im Berner Seeland Halt. Biel weist nun die ungebetenen Gäste weg. Dafür weichen sie in andere, kleinere Gemeinden in der Umgebung aus.

Zum Thema:

- Bieler Härte könnte Schule machen (Schweizer Fahrende)



13. Juni, 2017 - BZ
Kanton setzt bei Fahrenden-Standort auf Meinisberg

Der Standort für Fahrende in Pieterlen wird vom Kanton nicht mehr weiterverfolgt. Geprüft wird aber Meinisberg als Transitplatz. 


13. Juni, 2017 - Thurgauer Zeitung
Fahrende fühlen sich ausgebremst

Schweizer Jenische haben einen weiteren Anlauf unternommen, um vom Kanton Thurgau bessere Plätze zu verlangen. Mehr als leere Versprechen hätten sie aber nicht bekommen. Sie sehen ihren Ruf durch ausländische Romas geschädigt.


13. Juni, 2017 - SRF
Seilziehen um Standplatz für Fahrende in Deitingen

Der vom Kanton Solothurn geplante Standplatz für Fahrende in Flumenthal SO stösst bei der «Radgenossenschaft der Landstrasse» auf Ablehnung. Der Platz mit vier Standplätzen erfülle die minimalen Anforderungen nicht.


13. Juni, 2017 - Tages-Anzeiger
«Wir sind alle froh, wenn wir das gut überstanden haben»

Heute wollen gegen 600 Roma auf einem Landstück bei Nürensdorf eine Hochzeit feiern. Die Grösse der Gruppe überrascht sogar die Stiftung der Schweizer Fahrenden. 


13. Juni, 2017 - SRF
Zürcher Bauer lässt Roma campieren

Es gibt nur wenige offizielle Standplätze, wo ausländische Fahrende bleiben dürfen. In Aesch im Kanton Zürich hat ein Landwirt bis zu 200 Roma Gastrecht gewährt. Sie durften während zwei Wochen auf seinem Land bleiben. 


13. Juni, 2017 - Der Landbote
Die Roma sind weitergezogen

Nach vier Tagen in Dägerlen sind die Elsässer Roma weitergezogen. Der Gemeindepräsident zieht eine positive Bilanz ihres Besuchs. Er schätzte die Gäste. 


13. Juni, 2017 - BZ
Die Fahrenden räumen und machen sauber

Die ausländischen Fahrenden, die sich auf dem Feld hinter dem Hornussserplatz niedergelassen hatten, hielten sich offenbar an die Abmachung. Bis 20 Uhr hatten sie den Platz am Freitagabend schon fast ganz geräumt.


13. Juni, 2017 - BZ
Fahrende: Meinisberg setzt sich auch zur Wehr

In Meinisberg ist Regierungsrat Christoph Neuhaus wie letzte Woche in Pieterlen auf starken Widerstand gestossen. Die Gemeinde will den geplanten Transitplatz um jeden Preis verhindern.


13. Juni, 2017 - WOZ
«Jetzt geht es darum, unsere Rechte einzufordern»

Durchgangsplätze verschwinden, Standplätze sind zu klein, Familien sehen sich zu Trennungen gezwungen. Mit der Besetzung des Zürcher Hardturmareals machen Jenische auf ihre zunehmend prekäre Situation aufmerksam. 


13. Juni, 2017 - BZ
Fahrende: Keine Probleme

Die Wiese in der Nähe der Holzbrücke ist wieder leer, die Wohnwagen sind weitergezogen. Die Fahrenden, die sich dort drei Wochen aufhielten, waren anständig und hielten sich an die Abmachungen.


13. Juni, 2017 - Der Landbote
Gewillt, auch länger auszuharren

Seit 1. Mai halten Jenische das Stadionareal im Hardturm besetzt. Die Aktion entfaltet Wirkung. Die Stadt Zürich forciert die Suche nach einem Durchgangsplatz. 


13. Juni, 2017 - bz
Frist ist abgelaufen - und kein Standplatz in Sicht

Geht es nach einem Privaten, könnten die Jenischen auf seinem Grundstück in Basel wohnen. «Es ist nicht so einfach, wie es klingt. Es gibt in der ganzen Stadt kein Grundstück, wo keine Abklärungen nötig wären», heisst es beim Präsidialdepartement.


13. Juni, 2017 - Tele Top
Fahrende wollen Image in Winterthur aufpolieren

Für einen Monat öffnen Fahrende auf dem Winterthurer Viehmarkt ihre Türen für Interessierte. Mit dem «Zigeuner-Kulturzentrum» wollen sie Vorurteile gegen Zigeuner abbauen. Die Aktion stösst aber auch auf Kritik.


13. Juni, 2017 - bz
Hinter Gittern im Grünen: So leben die Fahrenden in Frankreich

In Frankreich muss jede Gemeinde mit mehr als 5000 Einwohnern den Fahrenden einen Standplatz bereit stellen: mit Wasser, Strom und sanitären Anlagen. Ein Augenschein vor Ort in Saint-Louis.


13. Juni, 2017 - BZ
«Wir fordern keinen Platz aus Gold»

Die Familie Gerzner ist die Erste, die den Durchgangsplatz für Fahrende in Grünen nutzt. Auch andere Jenische haben bereits ihr Kommen angekündigt. 


13. Juni, 2017 - BZ
Bereit für fahrende Familien

Schweizer Fahrende können kommen: Seit Montag ist am Dorfrand an der Oberen Bönigstrasse in Matten auf Armasuisse-Grund der provisorische Durchgangsplatz bereit.


13. Juni, 2017 - BZ
Worben: 80 Fahrende fahren ein

Über 80 Fahrende haben sich am Sonntag in Worben installiert. Die Gemeinde musste sie von einer Wiese im Grundwasserschutzbereich auf eine Parzelle beim Bären umsiedeln.


13. Juni, 2017 - SRF
Winterquartier für Schweizer Fahrende in Flumenthal auf gutem Weg

Der Kanton Solothurn will Schweizer Fahrenden 10 bis 20 Standplätze anbieten. Nach längerer Suche scheint nun bei Flumenthal ein erster Standort für solche Winterquartiere gefunden. Er wäre das neue Zuhause für Familie Huber, die ihren Platz bei einem Steinbruch in Rüttenen längst räumen sollte. 


13. Juni, 2017 - SRF
Hoffnung für Fahrende im Kanton St. Gallen

Der Stadtrat Gossau hat die Einsprachen von vier Grundeigentümern gegen den geplanten Durchgangsplatz im Industriegebiet Ost abgewiesen. Der Rastplatz für Fahrende kann realisiert werden, falls das Stadtparlament dem Teilzonenplan zustimmt. 

Historische Aufarbeitung der Marginalisierung von Jenischen, Sinti und Roma

Die Jenischen, Sinti und Roma blicken auf eine lange Geschichte der Ausgrenzung und Benachteiligung zurück. Im 20. Jh. wurden sie von den Nationalsozialisten in Deutschland verfolgt. In der Schweiz erreichten die Feindseligkeiten mit den Kindswegnahmen der Aktion "Kinder der Landstrasse" zwischen 1926 und 1972 einen traurigen Höhepunkt. Mit dem Ziel, die Kinder der Fahrenden sesshaft zu machen und die „Vagantität“ zu bekämpfen, entriss die Stiftung Pro Juventute mit Hilfe der Behörden systematisch hunderte von Kindern ihren Familien und platzierte sie in Heimen und Pflegefamilien.

Nach einer breiten öffentlichen Debatte zum Heimwesen und auf Druck der Medien – eine wichtige Rolle spielte der „Schweizerische Beobachter“- wurde das Programm 1973 endgültig eingestellt. Es kam eine Aufarbeitung der Geschichte in Gange und Betroffene gründeten unter anderem Organisationen wie die „Radgenossenschaft der Landstrasse“ oder die „Naschet-Jenische“.

Studien zu Marginalisierung und Geschichte


13. Juni, 2017 - , Galle, Sara
Chronos-Verlag
Kindswegnahmen. Das «Hilfswerk für die Kinder der Landstrasse» der Stiftung Pro Juventute im Kontext der schweizerischen Jugendfürsorge

Das aufschlussreiche und umfassende Buch aus dem Jahr 2016 ist eine Studie und hat einen wissenschaftlichen Anspruch. Die Autorin geht zum Beispiel auf die institutionellen und gesetzlichen Rahmenbedingungen ein, welche die Kindswegnahmen ermöglichten. Sie gibt aber auch einen Einblick in die Biographie von Alfred Siegfried, der während langer Zeit die Aktion Kinder der Landstrasse prägte.Sie zeigt aber auch die Grenzen der Aktion auf, weil sich Eltern gegen die Massnahmen wehrten. Im letzten Kapitel geht sie auf die Rolle der Psychiatrie in der Fürsorgepraxis ein.



13. Juni, 2017 - Südostschweiz.ch
Südostschweiz.ch: «Familie Zero» – Die Anfänge der Psychiatrie in Graubünden

Der Artikel gibt einen sehr guten Einblick in die Entstehungsgeschichte der Psychiatrie und insbesondere in das Wirken des ersten Klinikdirektors und Psychiaters Johann Joseph Jörger in der Waldhausklinik im Kanton Graubünden. Johann Joseph Jörger‘s eugenische Thesen zu „vagantischen Familien“ sollten später von den Nationalsozialisten aufgenommen und weiterverfolgt werden. Sie führten dazu, dass Jenische und Fahrende eingeschlossen, verwahrt, sterilisiert oder kastriert wurden. Und nicht zuletzt lieferten sie die Begründung für das Vorgehen der Aktion „Kinder der Landstrasse“ bei der fast 600 Kinder ihren Familien entrissen wurden. 

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13. Juni, 2017 - Ludi, Regula; Huonker, Thomas
Unabhängige Expertenkommission Schweiz - Zweiter Weltkrieg: Roma, Sinti und Jenische

Der Bericht von Thomas Huonker und Regula Ludi aus dem Jahre 2000 geht der Frage nach, wie die offizielle Schweiz zur Zeit des Zweiten Weltkrieges mit Roma, Sinti und Jenischen, insbesondere Flüchtenden aus dem umliegenden Ausland, umging.



13. Juni, 2017 - Kanyar, Helena
Jenische, Sinti und Roma in der Schweiz

Das Buch enthält Beiträge von verschiedenen Autoren zur Geschichte aber auch zur aktuellen Situation von Jenischen, Sinti und Roma. Das sind Zusammenfassungen von historischen Studien, Berichte von Betroffenen und eine Fotoserie zum Alltag von Jenischen in der Schweiz.


Die Situation der Roma 

Über die Situation der Roma in der Schweiz ist noch wenig bekannt. Die Angehörigen dieser transnationalen Minderheit sind nicht statistisch erfasst und es existieren nur wenige Studien. Die Gesellschaft für bedrohte Völker geht in ihrem Schattenbericht jedoch von rund 80‘000 Roma in der Schweiz aus. Lange wurden unter dem Begriff „Zigeuner“ verschiedene Gruppen subsumiert, verfolgt und diskriminiert. Die Schweiz verbot den „Zigeunern“ von 1418 bis 1972 die Einreise. Erst in den 1960/70er Jahren wanderte eine grössere Zahl von Roma als Gastarbeiter in die Schweiz ein. Eine weitere grössere Gruppe gelangte in den 90er Jahren wegen des Jugoslawien-Krieges in die Schweiz.

Rroma


13. Juni, 2017 - WOZ
WOZ: «Wir gehören hierher»

Im Gespräch mit der WOZ erzählt Stéphane Laederich von seinen Erfahrungen als schweizerischer Roma und weshalb er sich in der Rroma Foundation engagiert. 


13. Juni, 2017 - Rroma Foundation
Rroma Foundation

mit Sitz in Zürich

Die Stiftung will mit ihren Aktivitäten Roma fördern und ermutigen, ihre Lebensumstände zu verbessern und das Verständnis zwischen Rroma und Nicht-Roma zu fördern. 

Die Website enthält Informationen zur Geschichte der Rroma, ihrer Kultur und Traditionen und zu aktuellen Themen. 



13. Juni, 2017 - SRF
SRF: Schweizer Roma - verborgen leben mitten unter uns

Die Radiosendung Input lässt Roma zu Wort kommen und geht auf die Stigmatisierung und die fehlende offizielle Anerkennung durch Schweiz ein.


13. Juni, 2017 - , GfbV
Gesellschaft für bedrohte Völker: Detox Switzerland: Respekt und Anerkennung für Roma

In diesem You Tube Video anlässlich des Aktionstags für die Rechte der Roma in der Schweiz vom 6. April 2017 zeigt die Forderungen der Roma in der Schweiz. Der Film ist Teil einer Kampagne der Gesellschaft für bedrohte Völker. 


13. Juni, 2017 - SWI
Swissinfo: Roma in der Schweiz: Eine Minderheit kämpft um Anerkennung

Ein Interview mit dem gelernten Sozialpädagogen, Radiojournalisten, Übersetzer und Kulturvermitter Kemal Sadulov anlässlich des internationalen Tages der Roma.



13. Juni, 2017 - GfbV
Gesellschaft für bedrohte Völker: Zeitschrift Voice, Nr 1, März 2017

Die Ausgabe behandelt das Thema Roma in der Schweiz


13. Juni, 2017 - WOZ
WOZ: Das Leben des Jungen Mentor

Die Reportage aus der Wochenzeitung (WOZ) aus dem Jahr 2012 ist eine Reaktion auf einen in der Weltwoche erschienen Artikel "Die Roma kommen: Raubzüge in der Schweiz". Insbesondere das reisserische Titelbild hatte Entrüstung und Strafanzeigen wegen Volksverhetzung ausgelöst.


Interessante Film- und Medienbeiträge

Im Folgenden haben wir interessante Medien- und Filmbeiträge zur Kultur von Jenischen, Sinti und Roma aufgeführt

Kulturelle Beiträge


14. Juni, 2017 - RJSaK
Roma Jam Session Art Kollektiv (RJSaK)

Das Roma Jam Session Art Kollektiv (RJSaK) setzt sich seit 2013 performativ, politisch und vermittelnd dafür ein, dass die Minderheit der Roma in der Gesellschaft sichtbar wird. Das Kunstkollektiv aus Zürich setzt sich aus Mitgliedern der Kunst, dem Schauspiel, der Grafik und aus Gästen zusammen. 



13. Juni, 2017 - Rieder, Martina; Arn, Karoline
Film: Unerhört Jenisch

Die Film von Martina Rieder und Karoline Arn geht den Wurzeln der typisch schweizerischen Volksmusik nach.  


13. Juni, 2017 - Rieder, Martina; Arn, Karoline
Film: jung und jenisch

Ein Dokumentarfilm über den Alltag von Fahrenden Jenischen in der Schweiz.


13. Juni, 2017 - Schweizer Fahrende
Musik der Jenischen

Die Jenischen haben die schweizerische Volksmusik stark mitgeprägt, ohne dass dies ins öffentliche Bewusstsein gedrungen ist. 

Musik war in der Kultur der Fahrenden immer wichtig. In Graubünden gehörten im 19. Jahrhundert Volksmusikanten fast ausschliesslich zu den Fahrenden. Entsprechend prägten sie das Repertoire der populären Tanzmusik und gestalteten diese Musik weiter.



13. Juni, 2017 -
Fekker Chilbi in Bern

Die Feckerchilbi ist ein Jahrmarkt, ein Fest, ein Ort der Begegnung. Sie wird organisiert von der Radgenossenschaft der Landstrasse, dem transnationalen Verein schäft qwant und der Cooperation Jenische Kultur


13. Juni, 2017 - Rroma Foundation
Die Musik der Rroma

Eine Rubrik auf der Website der Rroma Foundation beschreibt die tradionellen Musikstile der Rroma und enthält wichtige Links.


13. Juni, 2017 -
Zigeunerkultur

Zigeunerkulturtage in Zürich

Der Verein organisiert die jeweils im Sommer stattfindende Zigeunerkulturwoche in Zürich und die dazugehörenden Aktivitäten, wie z.B. die Schulklassenführungen. Diese Veranstaltungen werden in Zusammenarbeit mit der Genossenschaft fahrendes Zigeuner-Kultur-Zentrum realisiert.

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