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Integrationsvereinbarungen: Erste Erfahrungen mit dem "Berner Modell"

Erstellt am 02.12.2015/str



Seit Anfang 2015 ist im Kanton Bern das neue Integrationsgesetz in Kraft. Es sieht ein dreistufiges Verfahren für die Integration von neuzuziehenden Ausländerinnen und Ausländern vor. Die Migrationsdienste in den Gemeinden können Neuzuziehenden eine Beratung verordnen, um ihre Integration zu unterstützen. Für Francesca Chukwunyere, Leiterin der Informationsstelle für Ausländerinnen- und Ausländerfragen (isa) wären freiwillige Beratungen ebenso wichtig.

Das "Berner Modell"

  • Das "Berner Modell" sieht ein Stufenmodell für die Integration vor. Es besteht aus einem obligatorischen Erstgespräch in der Gemeinde, einer vertieften Beratung durch eine der vier Ansprechstellen Integration und - als ultima ratio – in einer verbindlichen Integrationsvereinbarung mit den Migrationsbehörden.

    Beim Erstgespräch auf der Gemeinde erhält die neuzugezogene Person Informationen zu ihren Rechten und Pflichten, sowie zu den vorhandenen Integrationsangeboten vor Ort. Die Gemeindeangestellten des Migrationsdienstes schätzen bei diesem Erstgespräch den Informationsbedarf der neuzugezogenen Person ein. Wenn sie den Eindruck haben, dass aufgrund von fehlenden Sprachkenntnissen oder sozialen Aspekten



eine weitere Beratung sinnvoll wäre, verweisen sie diese an eine sogenannte "Ansprechstelle für Integration". Unter sozialen Aspekten sind zum Beispiel die berufliche Qualifikation oder die familiäre Situation zu verstehen. Für die betreffende Person ist die Zuweisung nur dann verpflichtend, wenn sie aus einem sogenannten Drittstaat kommt und nicht als Ehepartner oder Ehepartnerin einer Schweizerin, eines Schweizers nachgezogen ist. Für alle anderen hat die Zuweisung nur empfehlenden Charakter.

Die „Ansprechstelle für Integration“ führt danach mit der zugewiesenen Person eine Standortbestimmung durch und schlägt geeignete Massnahmen vor. Wenn die Ansprechstelle nach mehreren Gesprächen – aber spätestens nach drei Monaten - den Eindruck gewinnt, dass die zugewiesene Person sich zu wenig um ihre Integration bemüht, meldet sie dies der Migrationsbehörde. Als letzte Massnahme kann die Migrationsbehörde danach eine Integrationsvereinbarung verfügen. Während maximal acht Monaten – solange hat die Person Zeit, um die Ziele zu erfüllen - begleitet die Ansprechstelle Integration die betreffende Person und kontrolliert, ob sie die angeordneten Massnahmen aus der Integrationsvereinbarung erfüllt.





  • Francesca Chukwunyere; © Regine Strub

  • In den Augen der Klienten rückt die isa in die Nähe des Migrationsdienstes

    Die Informationsstelle für Ausländerinnen- und Ausländerfragen in Bern (isa) ist eine der vier Ansprechstellen im Kanton Bern, die das Zweitgespräche durchführt und allenfalls auf Stufe drei die Integrationsvereinbarungen begleitet. "Zu Beginn einer Beratung sind die Personen zum Teil etwas ängstlich", erzählt Francesca Chukwunyere, Leiterin isa. In den Augen vieler Klienten und Klientinnen, sei die isa mit der Übernahme der verordneten Zweitgespräche in die Nähe des Migrationsdienstes gerückt. In den meisten Fällen gelinge es den Mitarbeitenden aber, die Leute zu motivieren. Als NGO hat die isa bisher nur freiwillige Beratungen angeboten. Die MitarbeiterInnen decken rund

zwölf verschiedene Sprachen ab. Bei anderen Sprachen ziehen sie eine interkulturelle Übersetzung bei. "Zum grossen Teil schätzen die Leute diese Gespräche sogar sehr", sagt Chukwunyere.

In den allermeisten Fällen geht es bei den Massnahmen um Deutsch-, allenfalls Alphabetisierungskurse. Weitere Abmachungen können sein: jemand muss sich um Arbeit bemühen, für die Schulbildung der Kinder sorgen, Elternabende besuchen, sich informieren, welche Gepflogenheiten bezüglich Kindererziehung in der Schweiz gelten oder sich in anderen Bereichen informieren. Das töne möglicherweise etwas vage und vielleicht auch etwas beliebig, gibt Chukwunyere zu, aber das neue Integrationsgesetz sei sehr offen formuliert. "Wenn es um 'hard Facts' geht, stehen Deutschkurse im Zentrum", so Chukwunyere. Das heisst, die betreffende Person muss sich für einen Deutschkurs anmelden und auch teilnehmen. Es sei ihnen ein Anliegen, dass die Ziele für die betreffende Person auch wirklich realistisch seien. "Wir haben Leute, die sind vier Jahre zur Schule gegangen und danach 30 Jahre nicht mehr", erklärt sie. Einen Abschluss auf einem bestimmten Niveau vorzuschreiben, wäre in einem solchen Fall wenig sinnvoll. Der Kanton Bern bietet subventionierte Deutschkurse an, den Kurs bezahlen müssen die betreffenden Personen aber selber.

Mehr freiwillige Beratungen wären sinnvoll

"Besonders die Erstgespräche auf der Gemeinde finde ich sehr sinnvoll", meint die Integrationsspezialistin Chukwunyere auf die Frage, wie sie den Nutzen des Berner Modells einschätzt. Und fügt an: "Umso mehr, wenn es gelingt, eine Willkommenskultur zu etablieren". Um den Nutzen der Zweitgespräche abschliessend einschätzen zu können, ist es nach nur zehn Monaten seit der Einführung noch etwas früh. Auch war es bisher noch nicht notwendig, mit jemandem eine Integrationsvereinbarung abzuschliessen. Per Ende Oktober hat die isa 217 verbindliche und zirka 300 empfohlene Zuweisungen erhalten. Wie viele Personen die freiwillige Beratung schliesslich in Anspruch nehmen werden, kann die isa im Moment noch nicht abschliessend sagen, da es keine zeitliche Beschränkung für deren Inanspruchnahme gibt. Wie es in den übrigen Regionen des Kantons aussieht, kann die Gesundheits- und Fürsorgedirektion (GEF) auf Anfrage noch nicht sagen. Eine Auswertung sei erst Anfang des nächsten Jahres geplant, sagt Brigit Zuppinger, Leiterin Fachbereich Migration bei der GEF auf Anfrage.

Ob sich der administrative Aufwand wirklich lohnt, wird die GEF dann entscheiden müssen. Sollte der Kanton zum Schluss kommen, dass der finanzielle Aufwand zu hoch ist, würde sich Francesca Chukwunyere wünschen, dass das freiwerdende Geld stattdessen vermehrt in die freiwilligen Beratungen investiert würde. Oft tauchen Fragen erst Monate nach der Einreise auf und dann sind die Betroffenen unter Umständen froh, sich freiwillig beraten zu lassen, erzählt Chukwunyere. Im Moment hat die isa die freiwilligen Beratungen für die bereits seit längerem anwesende Migrationsbevölkerung etwas zurückgebunden, um genügend Kapazitäten für die zugewiesenen Beratungen zu haben. "Ich fände es sinnvoll, wenn es Stellen gäbe, die spezifische Beratungen anbieten können und allen offenstehen", meint Chukwunyere.

  • Integrationsvereinbarungen als Sanktionsinstrument?

    Mit dem neuen Instrument der Integrationsvereinbarung können die Migrationsbehörden die Verlängerung einer Aufenthaltsbewilligung verweigern, wenn die betreffende Person die Bedingungen in der Integrationsvereinbarung nicht erfüllt. Doch ein Instrument, um damit gegen schwer integrierbare Personen rechtlich vorgehen zu können, ist es nur bedingt. Vertreter bürgerlicher Parteien hätten sich dies vom neuen Integrationsgesetz möglicherweise erhofft, so Chukwunyere. Da die Zielgruppe klein ist - gemäss Integrationsgesetz können Ausländer aus EU/EFTA-Ländern nicht verpflichtet werden und der Asylbereich ist auch ausgeklammert - sei das ein Trugschluss, so Chukwunyere. Auch Sozialhilfe-Abhängigkeit sei bei dieser Zielgruppe kaum ein Thema. Zudem seien die Verschärfungen im Ausländer- und im Asylgesetz längst umgesetzt. Bereits heute sei der Familiennachzug an strenge Bedingungen geknüpft und bei Sozialhilfebezug sehr erschwert. Selbst eine Niederlassungsbewilligung (C-Ausweis) stelle heute viel weniger als früher eine „sichere“ Aufenthaltsbewilligung dar. Auch sie kann unter Umständen, zum Beispiel bei längerem Sozialhilfebezug



  • Das "Berner Modell" im Kontext der Bundes-Gesetzgebung

    Das "Berner Modell" gründet auf dem kantonalen "Gesetz über die Integration der ausländischen Bevölkerung" (Integrationsgesetz, IntG) vom März 2013. Weiterlesen



    Ethnologin mit reicher Erfahrung in der Integrationsarbeit

    Francesca Chukwunyere ist Ethnologin und leitet seit 2010 die Informationsstelle für Ausländerinnen und Ausländerfragen (isa) in Bern. Sie hat eine reiche Erfahrung in der Initiierung und Durchführung von integrativen Projekten, sowohl als Selbständig Erwerbende als auch als Angestellte der Verwaltung von Stadt und Kanton Bern. Von 2009 bis 2012 war sie Projektleiterin des Pilotprojektes "Integrationsvereinbarungen" in Ostermundigen.

wieder entzogen werden. Hinzu kommt, dass Neuzuziehende in der Regel sehr motiviert seien, sich hier zu integrieren, sagt Chukwunyere. Somit ist die Integrationsvereinbarung kaum das geeignete Instrument, um schwer integrierbaren Personen mit dem Ausweisentzug zu drohen. Die Erst- und Zweitgespräche können aber dazu dienen, die Neuzugezogenen im Hinblick auf ihre Integration zu sensibilisieren.



Gesetzgebung und Rechtsprechung


22. Oktober, 2015 - SEM
Teilrevision des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer (Ausländergesetz, AuG)

(Integrationsrechtliche Bestimmungen)

Die integrationsrechtlichen Bestimmungen des Ausländergesetzes vom 16. Dezember 2005 sowie einzelne Bestimmung im Zusammenhang mit der Zulassung, der Aufenthaltsbewilligung, der Niederlassungsbewilligung, dem Familiennachzug und der Erteilung der Aufenthaltsbewilligung an vorläufig aufgenommene Personen sowie verschiedene spezialgesetzliche Bestimmungen sind an den Integrationsplan des Bundes anzupassen. Dabei soll die Integration im Sinne des Grundsatzes von Fördern und Fordern verbindlicher gestaltet werden. Einige Bestimmungen sollen von der Verordnungsstufe auf die Gesetzesstufe angehoben werden.
Das erste Vernehmlassungsverfahren dauerte vom 23. November 2011 bis zum 23. März 2012.


21. Oktober, 2015 - SKMR
Vernehmlassung zur Teilrevision des Ausländer- und Integrationsgesetzes

Klarere Richtlinien für die Integrationsförderung und die Beurteilung des Integrationsgrades

  • Die Kriterien für „gute Integration“ sollen von Verordnungs- auf Gesetzesstufe gehoben werden.
  • Die Kenntnisse einer Landessprache sollen in ausländerrechtlichen Entscheiden stärker gewichtet werden.
  • Die Voraussetzungen für Familiennachzug und Niederlassungsbewilligungen sollen verschärft werden.
  • Der Integrationsauftrag soll in den wichtigsten Regelstrukturgesetzen (Berufsbildung, Arbeitslosen-, Invaliden- und Sozialversicherung sowie Raumplanung) verankert werden.
  • Die Vernehmlassungsfrist dauert bis am 23. März 2012.


21. Oktober, 2015 - Beobachtungsstelle für Asyl- und Ausländerrecht Ostschweiz
Aktuelle Gesetzesrevisionen

Das Migrationsrecht befindet sich in einem ständigen Wandel. Diese permanenten Neuerungen und Verschärfungen birgen in der Praxis grosse Schwierigkeiten. Eine Vielzahl verschiedener gesetzlicher Grundlagen prägen den Migrationsbereich. Vorliegend ist eine Auswahl der wichtigsten gesetzlichen Erlasse aufgeführt. 


21. Oktober, 2015 - Bundesverwaltung
Verordnung über die Integration von Ausländerinnen und Ausländern

(VIntA)

vom 24. Oktober 2007 (Stand am 1. Januar 2014) 


21. Oktober, 2015 - SEM
Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer

(Ausländergesetz, AuG)

vom 16. Dezember 2005 (Stand am 1. Oktober 2015)


21. Oktober, 2015 - SEM
Ausländerrechtliche Erfordernisse an die Integration

Ausländerrechtliche Erfordernisse an die Integration stellen alle Anforderungen dar, die im Einzelfall bei Zulassungs-, Bewilligungs-, Widerrufs- oder Wegweisungsverfahren betreffend Grad der Integration von bestimmten Ausländerinnen und Ausländer im Rahmen der Entscheidungen der zuständigen Behörden geprüft werden.


21. Oktober, 2015 - SEM
Empfehlungen zur Anwendung von Integrationsvereinbarungen vom Dezember 2007

Gemäss Artikel 54 des AuG 1 und Artikel 5 der VIntA 2 kann die Erteilung einer Aufenthalts- oder Kurzaufenthaltsbewilligung mit der Bedingung verbunden werden, dass ein Sprach- oder Integrationskurs besucht wird. Die Verpflichtung zum Kursbesuch kann in einer Integrationsvereinbarung (im Folgenden: IntV) festgehalten werden


21. Oktober, 2015 - SEM
Integrationsvereinbarungen: Empfehlungen des Bundes zur Anwendung

Das neue Ausländergesetz, das am 1. Januar 2008 in Kraft getreten ist, misst der Integration der Ausländerinnen und Ausländern grosses Gewicht bei. So ist unter anderem vorgesehen, dass die Erteilung einer Aufenthalts- oder Kurzaufenthaltsbewilligung mit der Bedingung verbunden werden kann, dass ein Sprach- oder Integrationskurs besucht wird. Diese Verpflichtung kann in einer Integrationsvereinbarung festgelegt werden. 

- Muster-Integrationsvereinbarung



16. Oktober, 2015 - Kanton Basel-Stadt
Gesetz über die Integration der Migrationsbevölkerung (Integrationsgesetz)

Vom 18. April 2007



16. Oktober, 2015 - BGer
BGer 2C_780/2013 vom 02.05.2014

Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung

Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 2. Juli 2013.

Fachliteratur und Studien


21. Oktober, 2015 - plädoyer.ch
Integrationsvereinbarung auf dem Prüfstand

Der Kanton Basel-Stadt schliesst seit Mai 2008 im Rahmen eines Pilot-projekts mit Ausländern sogenannte Integrationsvereinbarungen ab ? ein Instrument des neuen Ausländerrechts. Dabei zeigt sich, dass seineAnwendung zahlreiche rechtliche Fragen aufwirft.


16. Oktober, 2015 - Spescha, Marc
Handbuch zum Migrationsrecht

November 2015

Die 3. Auflage ist gegenüber der 2. Auflage inhaltlich unverändert, weist aber eine verbesserte Ausstattung auf. Das Handbuch zum schweizerischen Migrationsrecht wird für seine übersichtliche, praxistaugliche und auch für Laien gut verständliche Darstellung gerühmt. Mit der aktualisierten 2. Auflage wurden neben dem aktuellen Stand der Rechtsprechung auch die neusten Gesetzgebungsprojekte dieses äusserst dynamischen Rechtsgebiets berücksichtig. Das Buch diskutiert ausserdem die migrationspolitischen Perspektiven im Nachgang zur Annahme der «Masseneinwanderungsinitiative» vom 9. Februar 2014 und zeigt, wie und wo neue Verfassungsbestimmungen in Konflikt geraten mit dem Freizügigkeitsabkommen und der Europäischen Menschenrechtskonvention. Es bleibt damit weiterhin ein verlässliches Nachschlagewerk für Fachleut


16. Oktober, 2015 - Hochschule für Soziale Arbeit
Evaluation Pilotprojekt zur Einführung der Integrationsvereinbarung in den fünf Kantonen Aargau, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Solothurn und Zürich

Schlussbericht, 2010

Nach dem neuen Ausländergesetz (AuG) kann die Erteilung oder Verlängerung einer Aufenthalts-bewilligung in der Schweiz mit der Bedingung verknüpft werden, einen Sprach- oder Integrationskurs zu besuchen. Sie wird in einer Integrationsvereinbarung (IntV) zwischen den betroffenen ausländischen Personen und der zuständigen kantonalen Behörde festgehalten. Als Hauptzielgruppe der IntV gelten laut dem Bundesamt für Migration (BFM) Personen aus Drittstaaten im Familiennachzug sowie schon länger in der Schweiz lebende Personen, die Integrationsdefizite aufweisen (Schulden, Sozialhilfebezug, Straffälligkeit). Eine dritte Gruppe sind die Personen, die eine Betreuungs- oder Lehrtätigkeit in den Bereichen Religion oder heimatliche Sprache/Kultur ausüben. Das BFM empfiehlt nicht, mit allen Migrantinnen und Migranten IntV abzuschliessen, da das zu einem unverhältnismässig hohen Aufwand führen würde, und es hält eine IntV auch nicht in jedem Fall für angebracht, sondern findet eine sorgfältige Einzelfallprüfung nötig.


16. Oktober, 2015 - , Piñeiro, Esteban
Beltz Verlag
Die "toten Winkel" der Integrationsvereinbarung - Ungleichheitseffekte der schweizerischen Chancengleichheitspolitik

In den 1990er Jahren fand in fast allen europäischen Staaten ein Verständnis von Integration Verbreitung, das der gegenseitigen Annäherung zwischen einheimischer und ausländischer Bevölkerung besondere Bedeutung einräumte. Inzwischen setzte sich auch in der schweizerischen politischen Landschaft die Idee durch, dass die Schweiz ein Einwanderungsland ist und die ausländische Bevölkerung ein wichtiges wirtschaftliches, aber auch soziales und kulturelles Potential darstellt.


16. Oktober, 2015 - MERS
Migrationspolitik: Schwerwiegende Unterschiede zwischen den Kantonen

Für Migranten/-innen kann es in vielen für sie wichtigen Fragen entscheidend sein, im richtigen Kanton zu leben. Wie eine von der Eidgenössischen Kommission für Migrationsfragen (EKM) in Auftrag gegebene Studie zeigt, variiert die Behandlung von Migranten/-innen zwischen den Kantonen beträchtlich. Gewisse Ungleichheiten sind zwar mit den verschiedenartigen Grundvoraussetzungen in den einzelnen Kantonen zu erklären. Andere aber sind nicht objektiv zu rechtfertigen und aus menschenrechtlicher Sicht problematisch. 


16. Oktober, 2015 - EKM
Gestaltungsspielräume im Föderalismus: Die Migrationspolitik in den Kantonen

Materialien zur Migrationspolitik



16. Oktober, 2015 - SFM
Pilotprojekt „Integrationsvereinbarungen“ in Ostermundigen

Schlussbericht der externen Evaluation, 2012


Institutionen


16. Oktober, 2015 - Kanton Aargau
Integrationsvereinbarung

Das neue Ausländergesetz misst der Integration von Ausländerinnen und Ausländern grosses Gewicht bei.

So ist unter anderem vorgesehen, dass die Erteilung einer Aufenthalts- oder Kurzaufenthaltsbewilligung mit der Bedingung verbunden werden kann, dass ein Sprach- oder Integrationskurs besucht wird. Im Kanton Aargau werden seit Anfang 2010 Integrationsvereinbarungen abgeschlossen. Darin wird verbindlich festgehalten, welchen Sprach- oder Integrationskurs die ausländische Person in einem bestimmten Zeitraum absolvieren soll, um der gesetzlichen Mitwirkungspflicht im Integrationsprozess nachzukommen. Je nach wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit können die Kurskosten vom Amt für Migration und Integration mitfinanziert werden.

- Einführungsgesetz zum Ausländerrecht (EGAR)



16. Oktober, 2015 - Kanton Bern
Berner Modell

Das Integrationsgesetz, Art. 5, 6, 8 – 11 sieht ein Stufenmodell für die Integration vor – das so genannte «Berner Modell» – das auf einem obligatorischen Erstgespräch in der Gemeinde, einer vertieften Beratung durch die Ansprechstellen für Integration (AI) und letztlich verbindlichen Integrationsvereinbarungen mit den Migrationsbehörden (MiBe) aufbaut.

- Willkommen in Bern

- Instrumente für Ansprechstellen

- Erstellung eines Konzepts für die Erstgespräche gemäss Art. 6 des Entwurfs des
kantonalen Integrationsgesetzes (EIntG)



16. Oktober, 2015 - Kanton Bern
integration-be.ch

Plattform Integration Bern



16. Oktober, 2015 - Migraweb.ch
Integrationsvereinbarungen

migraweb

Seit 2008 gibt das Ausländergesetz den Kantonen die Möglichkeit, mit MigrantInnen Integrationsvereinbarungen abzuschliessen. Immer mehr Kantone machen von dem neuen Instrument Gebrauch, um NeuzuwanderInnen aus Drittstaaten zum schnellen Erwerb einer Landessprache anzuhalten und eine bessere Kenntnis der hiesigen gesellschaftlichen Werte und Normen einzufordern.


16. Oktober, 2015 - Kanton Basel-Stadt
GGG Ausländerberatung

Das Kompetenzzentrum Integration für Basel-Stadt



16. Oktober, 2015 - Kanton St. Gallen
Integration

In Zusammenarbeit des Sicherheits- und Justizdepartement und Departement des Innern des Kantons St. Gallen



16. Oktober, 2015 - Kanton Zug
Neuzuziehende

Die Fachstelle Migration Zug begrüsst alle neu in denKanton Zug ziehenden Personen!


16. Oktober, 2015 - Kanton Freiburg
Fachstelle für die Integration der MigrantInnen und für Rassismusprävention (IMR)

Die Fachstelle für die Integration der MigrantInnen und für Rassismusprävention (IMR) ist mit der Umsetzung der kantonalen Integrations- und Rassismuspräventionspolitik beauftragt. Als Ansprechpartnerin der öffentlichen und privaten Organisationen, welche in diesen Bereichen aktiv ist, koordiniert sie die Projekte der verschiedenen Partner, informiert und berät die betroffenen Kreise.


16. Oktober, 2015 - Kanton Graubünden
Integrationsvereinbarungen und –empfehlungen im Kanton Graubünden

Das am 1. Januar 2008 in Kraft getretene Ausländergesetz (AuG; SR 142.20) misst der Integration der Ausländerinnen und Ausländern grosses Gewicht bei. Die Kantone haben - basierend auf Art. 54 AuG und Art. 5 der Verordnung über die Integration von Ausländerinnen und Ausländer (VIntA; SR; 142.208) - die Möglichkeit, die Erteilung oder Verlängerung einer Aufenthaltsbewilligung an die Bedingung zu knüpfen, einen Sprach- oder Integrationskurs zu besuchen. Diese Auflage kann in einer Integrationsvereinbarung festgehalten werden. 

Medien


16. Oktober, 2015 - Tageswoche
Begrüssungsgespräche für zugezogene Ausländer bewähren sich

Zugezogene Ausländer werden seit ein paar Monaten vom Kanton Basel-Stadt persönlich zu einem Gespräch eingeladen. Das Angebot stosse auf hohe Akzeptanz, heisst es beim Justiz- und Sicherheitsdepartement.

Zum Thema:

- Integration ohne Drohen und Mahnen (Tageswoche)

- Solothurn gibt flächendeckende Integrationsvereinbarungen auf (Tageswoche)



16. Oktober, 2015 - Der Bund
Stadt Bern integriert zackig

Die Umsetzung des Integrationsgesetzes läuft ziemlich reibungslos. Der Alleingang der Stadt Bern kommt indes nicht überall gut an. 


16. Oktober, 2015 - SWI
Integrationsvereinbarung im Praxistest

2010

Eine gute Integration der ausländischen Bevölkerung kommt allen zu gut: Wirtschaft, Gesellschaft, Politik. Aber wie soll man die grosse Herausforderung erfolgreich anpacken? Die Beispiele von Basel-Stadt und Ostermundigen sind Weg weisend.


16. Oktober, 2015 - SWI
Zielvereinbarungen als Anstoss zur Integration

Mehrere Deutschschweizer Kantone versuchen seit einiger Zeit mit Vereinbarungen die Integration von Ausländern zu fördern. Mit ihrer Unterschrift verpflichten sich die Migranten unter anderem, die Sprache zu lernen. Eine erste Bilanz ist positiv.

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