Inhalt - Dossier Psychiatrie

Psychiatrie: Jenseits von Diagnose und Therapie

Neue Perspektiven für die Soziale Arbeit

Dossier, 2. November 2017/Text: Regine Strub

 



von Peer zu Peer; © sozialinfo.ch

Die Psychiatrie als Arbeitsfeld der Sozialen Arbeit hat eine lange Geschichte und ist so interessant wie kontrovers. Einerseits hat die Soziale Arbeit von ihrem Berufsverständnis her der Psychiatrie sehr viel zu bieten, weil psychische Erkrankungen oder Krisen immer auch soziale Auswirkungen haben. Andererseits besteht die Gefahr, dass sie im Klinikalltag zur Hilfsprofession degradiert wird, die von ärztlicher Anordnung abhängig ist.

Es gibt jedoch seit jeher Ansätze, welche das Verständnis von psychischer Krankheit verändern und damit auch zu einer Auflockerung der starken Hierarchien in Kliniken beitragen. Dazu gehört der Einsatz von Peers, der sich aus dem in den USA entstandenen Recovery-Konzept ableitet. Im folgenden stellen wir Ihnen neuere Medienbeiträge und Fachliteratur zu diesen Themen vor.

Handlungstheorie für die Soziale Arbeit in der Psychiatrie

Kann die Soziale Arbeit in der Psychiatrie einen eigenen professionellen Beitrag leisten oder ist sie eine Hilfsprofession der Medizin? Wo gibt es allenfalls Ansätze für eine Weiterentwicklung in diesem Arbeitsfeld? Ein Buch, das von Forschenden der Fachhochschule Nordwestschweiz im 2016 publiziert wurde, thematisiert das Dilemma der Sozialen Arbeit in der Psychiatrie und schlägt mögliche Ansätze für eine professionelle Neuausrichtung in diesem Arbeitsfeld vor.

Soziale Arbeit in der Psychiatrie


26. Oktober, 2017 - Sommerfeld, Peter; Dällenbach, Regula; Rüegger, Cornelia; Hollenstein, Lea
Peter Sommerfeld et al. (Hrsg.): Klinische Soziale Arbeit und Psychiatrie.

Entwicklungslinien einer handlungstheoretischen Wissensbasis


Stärkung der Selbstbestimmung von Patienten und Patientinnen in der Psychiatrie: Peers in der Psychiatrie

Der neu geschaffene Beruf des Genesungsbegleiters trägt dazu bei, dass in der Psychiatrie die Betroffenenperspektive vermehrt wahrgenommen, und Patienten und Patientinnen zu ihrer Selbstbestimmung ermutigt werden. Zudem wird das Pflegepersonal sensibilisiert und Hierarchien in der Klinik aufgelockert. In einem Artikel des Schweizerischen Beobachters findet sich ein interessanter Erfahrungsbericht.

Medienbeiträge: Peers in der Psychiatrie


26. Oktober, 2017 - Der Schweizerische Beobachter
Schweizerischer Beobachter: Erfahrungsbericht eines Peer-Beraters

In diesem Artikel im Beobachter geht es um den Einsatz von Peers in der Psychiatrie. Der neu geschaffene Beruf des Genesungsbegleiters trägt dazu bei, dass in der Psychiatrie die Betroffenenperspektive vermehrt wahrgenommen, und Patienten und Patientinnen zu ihrer Selbstbestimmung ermutigt werden. Zudem wird das Pflegepersonal sensibilisiert und Hierarchien in der Klinik aufgelockert. 

Pro Mente Sana: engagiert für den Einsatz von Peers in der Psychiatrie

Pro Mente Sana engagiert sich seit 2007 in der Ausbildung von Peers in der Psychiatrie und bietet seit 2010 Weiterbildungen an verschiedenen Standorten an. Auf der Seite von Pro Mente Sana findet man zudem weitere interessante Links zum Thema, Literaturhinweise sowie ein Positionspapier.

Ausbildung von Peers in der Psychiatrie


26. Oktober, 2017 - Pro Mente Sana
Recovery Ansatz als Ausgangspunkt für Peer-Arbeit

Die Peer Weiterbildung Experienced Involvement wird 2017 von der Pro Mente Sana in Kooperation mit der Luzerner Psychiatrie am Standort St.Urban durchgeführt.

Zielgruppe:
Menschen, die von psychischer Krankheit betroffen sind und ihre Erfahrungen in verschiedenen Bereichen der Begleitung von Betroffenen, der Bildung wie auch in der Öffentlichkeitsarbeit reflektiert einbringen wollen.

Voraussetzungen:
• Erfahrung mit schweren psychischen Erschütterungen und ihrer Bewältigung
• Keine akute Krise und/oder akute Sucht
• Die Bereitschaft über die eigenen Erfahrungen zu sprechen
• Sich auf Gruppenprozesse einlassen können
• Ein bestehendes soziales Netz, das Sie während der Kurszeit unterstützt
• Fähigkeit zur Selbstfürsorge

Fachliteratur zu Peerarbeit in der Psychiatrie

Die folgenden Fachbücher gehen auf die Implementierung von Peers ein und weisen auf das Veränderungspotential dieses Ansatzes für die gesamte Psychiatrie hin.

Fachbücher Peers in der Psychiatrie


26. Oktober, 2017 - Utschakowski, Jörg
Mit Peers arbeiten

Das Handbuch stellt für Führungskräfte und Mitarbeitende konkrete Arbeitshilfen zum Einsatz von Peers in der Psychiatrie zusammen.


26. Oktober, 2017 - Utschakowski, Jörg; Sielaff, Gyöngyvér; Bock, Thomas; Winter, Andréa
Experten aus Erfahrung

Das Buch beschreibt, wie Peers in der stationären und ambulanten Arbeit eingesetzt und wertvolle Dienste im Trialog zwischen Betroffenen, Angehörigen und Professionellen leisten können.



Teilen


Kommentare

Keine Kommentare
Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld





Hinweis: Die Themenseiten sind teilweise passwortgeschützt und unseren AbonnentInnen und Mitgliedern vorbehalten. Weitere Themen finden Sie in unserem Archiv.

Mitgliedschaft im Verein

Jahresabonnemente

für unser Stellenportal oder das Fachwissen
>mehr erfahren