Inhalt - Burkini und Frauenbaden (9/16)

Kontroverse Diskussionen um Geschlechtertrennung in öffentlichen Bädern und Burkini-Verbote

Dossier, 1. September 2016/str

 



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Bieten öffentliche Schwimmbäder separate Öffnungszeiten nur für Frauen an, führt das meist zu kontroversen Diskussionen. Während Kritiker finden, damit werde ein falsches Signal gesetzt und die Geschlechtertrennung stärken rückständige Tendenzen, betonen die Befürworter gerade die integrationsfördernden Aspekte. Baden Musliminnen in öffentlichen Bädern mit dem Burkini-Ganzkörperbadeanzug, kreist die Diskussion oftmals um Hygiene und gegenseitige Toleranz. Die Debatte um ein Burkini-Verbot an Frankreichs Stränden wiederum zeigt die Absurdität solcher Kleidervorschriften auf.

Der Schwimmbadbesuch ist für viele Migrantinnen eine Möglichkeit, um aus der häuslichen Isolation herauszutreten (NZZ)

Am Beispiel der öffentlichen Schwimmbäder in Frankfurt zeigt ein Artikel der NZZ auf, welche Widerstände spezielle Öffnungszeiten nur für Frauen in der Bevölkerung und in der Politik wecken können. Denn mehrheitlich – aber nicht ausschliesslich – Musliminnen nutzen das Angebot. Die Autorin zeigt aber auch auf, worin die integrationsfördernde Wirkung besteht und warum der Ausländerbeirat in Frankfurt noch mehr solche Angebote fordert.
Einen Augenschein wert ist übrigens auch ein Blick auf die Kommentare der Leser und Leserinnen.

Leseempfehlung


26. August, 2016 - NZZ Online
Im Bikini unter sich

Frankfurt diskutiert Frauen-Schwimmen

Die Bäder sollten öfter nur für Frauen öffnen, findet der Frankfurter Ausländerbeirat. Das fördere auch die Integration von Musliminnen. Viele halten diese Form der Geschlechtertrennung für einen Rückschritt.

Nicht nur Musliminnen besuchen gerne ein Frauenbad (Migros-Magazin)

Auch in der Schweiz gibt es separate Frauenabteilungen in öffentlichen Schwimmbädern. Zum Beispiel in Bern. Zur Zeit des Medienbeitrags befand sich in Bern ein Frauenbad im Quartier Gäbelbach. Inzwischen führt das Sportamt der Stadt Bern Schwimmkurse für Frauen durch und öffnet ein Lehrschwimmbecken für Schwimmkurse und freies Baden für Frauen.

Ursula Heitz, Leiterin des Kompetenzzentrums Integration der Stadt Bern, nennt die unterschiedlichen Motive, die Frauen bewegen können, in einem geschlechtergetrennten Bad schwimmen gehen zu.

Angebote in der Schweiz


26. August, 2016 - Stadt Bern
Berner Frauenbad

Zusammen mit dem Verein Berner Frauenbad öffnet das Sportamt der Stadt Bern jeweils am Samstag das Lehrschwimmbecken Kleefeld ausschliesslich für Frauen. Ziel des Berner Frauenbades ist es, Frauen jeglicher Herkunft und Alters den Zugang zum Schwimmen zu erleichtern.

Kulturkonflikte im Basler "Fraueli" (Tageswoche)

In der Frauenabteilung des Basler Freibads Eglisee baden Frauen schon länger unter sich. Seit Musliminnen aus dem Elsass das Bad für sich entdeckt haben, ist es jedoch fertig mit der Ruhe. Verbote und neue Regeln sollen nun für ein friedliches Miteinander sorgen. Die Tageswoche hat sich vor Ort umgeschaut und umgehört.

Leseempfehlung


26. August, 2016 - Tageswoche
Wirklich so schlimm? Stimmen aus dem Frauenbad im Eglisee

Das «Fraueli» sorgt für hitzige Diskussionen. Das Bad sei überfüllt, vor allem von Musliminnen aus dem Elsass. Aber wie ist die Stimmung vor Ort? Unsere Autorin hat sich umgehört. 

Diskussionen rund um das Burkini

Burkini: Hygienische Bedenken als Grund für ein Verbot versus Offenheit

In der Oberpfalz hat der Bürgermeister das Tragen von Burkinis aus hygienischen Gründen verboten (Merkur.de).

Andere Bäder haben dagegen keine hygienischen Bedenken (az Aargauer Zeitung).

Leseempfehlung


26. August, 2016 - Merkur.de
Burkini-Verbot in bayerischem Hallenbad

Im Hallenbad von Neutraubling dürfen muslimische Frauen keinen Ganzkörperschwimmanzug tragen. Der Bürgermeister führt hygienische Gründe an. Es gab aber auch heftige Beschwerden.


26. August, 2016 - AZ
Mit dem Burkini ins Wasser? «Wir sehen null Handlungsbedarf»

In einigen Fricktaler Schwimmbädern sind auch Frauen in Burkinis auf Besuch. Ein Problem ist das weder für die Badbetreiber noch für die anderen Badigäste.


26. August, 2016 - AZ
Umstrittene Burkinis: So regeln Limmattaler Badis das Schwimmen mit dem Ganzkörperanzug

Nicht nur im Ausland, sondern auch in der Schweiz ist das Tragen eines Ganzkörperanzugs umstritten. Gewisse Gemeinden haben bereits ein Burkini-Verbot in ihren Schwimmbädern eingeführt – ganz anders das Limmattal.

So reagieren Zürcher Badis auf Burkinis (Tages-Anzeiger)


Burkini: Stein des Anstosses ist oftmals die Assoziierung mit dem Islamismus (Die Welt)

Der Integrationsforscher Özkan Ezli setzt sich dafür ein, dass Frauen im Bad einen Burkini tragen dürfen. Denn es gehe nicht um ein religiöses oder integratives Problem, sondern darum, wie es eine Gesellschaft schaffe, möglichst viele Menschen teilhaben zu lassen.

Leseempfehlung


27. September, 2016 - Vimentis
Der Umgang mit dem Islam in der Schweiz

Seit einigen Jahren hat sich die Wahrnehmung von Muslimen weltweit, wie auch in der Schweiz, verändert. Der Umgang mit dem Islam beschäftigt die Bevölkerung. Einerseits ist der gewaltbereite Islamismus durch Terrornetzwerke im Nahen Osten und Nordafrika sowie durch Anschläge unter anderem in Europa in den Medien sehr präsent. Andererseits wird in Frage gestellt, ob eine strenge Auslegung des Islams mit einer freiheitlichen Gesellschaft vereinbar ist.


26. August, 2016 - Die Welt Online
"Burkini ist ein ambivalent positives Kleidungsstück"

Migrationsforscher Özkan Ezli empfiehlt, dass Frauen Burkini in deutschen Bädern tragen dürfen. Die Bademode sei nicht Zeichen von Abgrenzung – sondern ermögliche Musliminnen soziale Teilhabe.

Dodu Kücükgöl aus Wien: "Ich trage es, weil ich das Recht habe, meine Privatsphäre und meine körperlichen Grenzen zu definieren, wie ich möchte." (Der Freitag)

Dudu Kücükgöl schreibt und referiert als engagierte Muslimin zu den Themen Islam, Integration, Islamfeindlichkeit und Feminismus. Im Interview mit der Zeitung "Der Freitag" äussert sie sich zu den Burkini-Verboten in Deutschland und Frankreich.

Leseempfehlung


26. August, 2016 - Der Freitag
"Ich habe ein Recht auf eigene Grenzen"

Burkini-Verbote in Europa führen zur Ausgrenzung von Musliminnen und verfestigen rassistische Denkweisen, sagt Dudu Kücükgöl im Interview

Debatte um Burkini-Verbot in Frankreich: Kleidervorschriften ad absurdum geführt (Die Zeit)

Eine ganz andere Dimension haben die Diskussionen in Frankreich angenommen. Zuerst hat die Stadt Cannes ein Burkini-Verbot an den Stränden eingeführt, kurze Zeit später auch Nizza und andere Städte. Das Verbot wurde zwischenzeitlich für illegal erklärt.

Leseempfehlung


31. August, 2016 - NZZ Online
Staatsrat annulliert Burkini-Verbot

Der Conseil d'État, Frankreichs höchstes Verwaltungsgericht, hat am Freitagnachmittag das Burkini-Verbot in über dreissig Gemeinden für illegal erklärt. Dabei berief sich das Tribunal auf die Freiheitsrechte.


26. August, 2016 - Die Zeit
Polizei geht gegen Burkini-Trägerinnen vor

Am Strand von Nizza herrscht Burkini-Verbot. Wer sich nicht daran hält, muss sich auf Anordnung der Polizei noch am Strand teilweise entkleiden – und ein Bußgeld zahlen.


26. August, 2016 - BZ
Burkini-Debatte: Jetzt geht es auch um Nonnen

Ein Imam aus Italien hat ein Bild von bekleideten Nonnen am Strand gepostet. Die Briten schütteln derweil den Kopf über die Rufe nach einem Verbot in Frankreich.

Zum Thema:

Italienischer Imam provoziert mit Foto badender Nonnen (Die Welt)




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